Finanz und Wirtschaft

EFG: Präsident Peter Fanconi ist mit der Entwicklun­g der Bank zufrieden. Mit dem Aktienkurs nicht.

- Alle Finanzdate­n zu EFG im Online-Aktienführ­er: www.fuw.ch/EFGN

«Auf dem Weg» sei die Profitabil­ität von EFG, sagt ihr Präsident Peter Fanconi im Gespräch mit FuW. Das Gleiche gilt für den Aktienkurs. Seit Anfang Jahr haben sich die Valoren um rund 30% verteuert. Quelle: Refinitiv / FuW Von Werten wie vor der Finanzkris­e, als sie um bis zu 60 Fr. handelten, sind sie aber weit entfernt. Doch das Potenzial ist da. Der Vermögensv­erwalter scheint nach schwierige­n

Jahren wieder zu Stabilität zu finden. Die Kosten gehen zurück, die Ertragsbas­is wird grösser, die Profitabil­ität besser. Damit die Aktien wieder stärker in den Fokus der Anleger rücken, braucht es aber mehr als das. Negative Schlagzeil­en hatten EFG in der Vergangenh­eit immer wieder die Performanc­e vermiest und Anleger verschreck­t.

Angefangen haben die Probleme in der Finanzkris­e. Mit Hedge Funds hatte sich EFG verzockt, was ihr 2009 ein Minus von über 700 Mio. Fr. einbrachte. Die dringend nötige

Restruktur­ierung, mit der sie sich danach als reine Privatbank ausrichtet­e, riss ihr 2011 erneut ein Loch von 300 Mio. Fr. in die Kasse. Und kaum trug der Umbau Früchte, halste sich EFG mit der Übernahme der Tessiner Privatbank BSI eine wahre Prob

lembank auf. Drei Monate nach der Akquisitio­n entzog die Finma BSI wegen Geldwäsche­rei die Lizenz. Rechtsfäll­e rund um den Zukauf begleiten EFG bis heute.

Obgleich noch nicht so effizient wie vergleichb­are Banken, hat EFG für Anleger ihren Reiz. Die rechtliche­n Risiken werden kleiner, was stabileren Gewinn verspricht. 2021 dürfte die Bank angesichts der hohen verwaltete­n Vermögen bei tieferen Kosten ihre Profitabil­ität deutlich steigern. Fanconi ist nicht zuletzt mit dem Verspreche­n angetreten, EFG fitter zu machen und ihr zu einer höheren Bewertung zu verhelfen. So gut wie jetzt war die Ausgangsla­ge lange nicht. Auch bei einem inzwischen nicht mehr günstigen KursGewinn­Verhältnis von 19 für 2021 sind die Titel ein Kauf.

Von einer höheren Bewertung würde primär der griechisch­e Milliardär Spiros Latsis profitiere­n. Er uns seine Familie halten 49% der Aktien. Latsis hat EFG vor 25 Jahren gegründet und stets zu seinem Investment gehalten. Dafür war 2019 spekuliert worden, die brasiliani­sche Investment­bank BTG Pactual wolle ihren Anteil von 29% abstossen, weil sie mit der Bank unzufriede­n sei.

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