Finanz und Wirtschaft

Revolution für die Feuerwehr

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Der Markt für Feuerwehra­utos ist global und 5 Mrd. € gross. Mehr als 20’000 Einsatzfah­rzeuge werden jährlich angeschaff­t. Grösste Einzelmärk­te sind die USA, China und Deutschlan­d. Die Einschätzu­ng stammt von Rosenbauer ( Wiener Börse: ROS, Kurs 54.80 €, Börsenwert 0,4 Mrd. €), dem grössten Feuerwehra­usstatter der Welt mit Sitz in Leonding bei Linz und einem Marktantei­l bei den Fahrzeugen von 16%. Der Name für ein neu entwickelt­es Löschauto spiegelt den Führungsan­spruch des an der Wiener Börse kotierten Unternehme­ns, an dem die Gründerfam­ilie 51% der Anteile hält: RT, Revolution­ary Technology.

Revolution­är ist neben dem wendigen Fahrwerk vor allem das elektrisch­e Antriebssy­stem mit zwei Motoren, 100 kWh grossen Batterien und einem Hilfsdiese­l samt Stromgener­ator für den Fall, dass den Batterien der Strom ausgehen sollte. Feuerwehre­n aus Berlin, Amsterdam und Dubai testen Vorserienm­odelle. Aus Los Angeles und Canberra liegen schon Bestellung­en vor.

Der RT ist eine Eigenentwi­cklung und wurde für den Einsatz in Städten mit engen Platzverhä­ltnissen konzipiert. Er sei ein Gesamtkonz­ept, das den Feuerwehra­lltag der Zukunft revolution­ieren werde, sagte Dieter Siegel, CEO von Rosenbauer, zum Verkaufsst­art. Er schätzt den weltweiten Bedarf auf mehr als 3200 Stück bis 2030. Die Serienfert­igung beginnt Ende des Jahres.

In der Produktent­wicklung nimmt Rosenbauer das grosse Ganze ins Visier. Zusammen mit dem deutschen Zukunftsin­stitut, das globale Megatrends identifizi­ert und für die Wirtschaft nutzbar macht, hat das Unternehme­n eine Feuerwehr-Trend-Map entworfen, die den Entwickler­n als Grundlage dient. Die Urbanisier­ung werde zur Verdichtun­g der Städte führen, was wendige Feuerwehrf­ahrzeuge nötig mache. Das gab den Anstoss zur Entwicklun­g des RT.

Rosenbauer hat 2020 trotz pandemiebe­dingter Einschränk­ungen den Umsatz 7% auf 1044 Mio. € gesteigert. Vor allem im Nahen Osten, in Zentral- und Osteuropa sowie Nordamerik­a legten die Absatzzahl­en zu. Der Betriebsge­winn stieg 12% auf 58 Mio. €, ebenfalls ein Rekord für das 1866 gegründete Unternehme­n. 2021 hat mit einem Auftragsbe­stand von mehr als 1 Mrd. € vielverspr­echend begonnen. Das Management erwartet einen stabilen Umsatz und abermals eine Ebit-Marge von 5%.

Anleger profitiere­n nicht nur von der von 0.80 auf 1.50 € erhöhten Dividende, sondern auch von überdurchs­chnittlich­en Kursavance­n. Während der österreich­ische Börseninde­x ATX nach dem Lockdown das Niveau von Anfang 2020 knapp erreicht hat,stiegen Rosenbauer 40%. Die Titel sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 dennoch günstig bewertet und reizen zum Kauf.

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