Is­la­mi­sche Or­na­men­te

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Wissen -

Kunst­vol­le geo­me­tri­sche Or­na­men­te ha­ben in der is­la­mi­schen Kul­tur lan­ge Tra­di­ti­on. Et­wa ab dem Jahr 1200 n. Chr. ent­stan­den Or­na­men­te von gros­ser Kom­ple­xi­tät: Sie ba­sie­ren auf Hun­der­ten von Zehne­cken und sind so ge­nau kon­stru­iert wie mit­Mess­lat­te und Zir­kel kaum er­reich­bar. Pe­ter Lu aus Har­vard und Paul St­ein­hard aus Prin­ce­ton ent­deck­ten an den Mo­sche­en in Is­fa­han aus dem 15. Jahr­hun­dert Or­na­men­te mit ei­ner so­ge­nann­ten qua­si­kris­tal­li­nen Geo­me­trie: Die kom­ple­xen, im Per­si­schen «gi­rih» ge­nann­ten, zehn­zäh­li­gen Mo­sai­ke konn­ten mit nur fünf ver­schie­de­nen Ka­cheln er­stellt wer­den, die zu zahl­rei­chen Mus­tern zu­sam­men­ge­setzt wer­den kön­nen: Zehneck, Fünf­eck, Sechs­eck, Kris­tall und Rhom­bus («Sci­ence», Bd. 315, S. 1106). In der west­li­chenWis­sen­schaft wur­den qua­si­kris­tal­li­ne Mo­sai­ke erst vor 30 Jah­ren vom Ma­the­ma­ti­ker Ro­ger Pen­ro­se (so­ge­nann­te ape­ri­odi­sche Pen­ro­sePar­ket­tie­rung) ent­deckt.

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