Rue­di Ku­bli, 73

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Hintergrund -

Ob Jet­set oder Cer­ve­lat­pro­mi­nenz – die Be­kann­ten wä­ren nicht be­kannt, wenn sie nicht stets je­mand bei ih­ren Par­tys und Apé­ros fo­to­gra­fie­ren wür­de. In Zü­rich war die­ser Je­mand: Rue­di Ku­bli. «Ge­sell­schafts­fo­to­graf», nann­te er sich, und zu­sam­men mit der Jour­na­lis­tin Hil­de­gard Schwa­nin­ger be­stritt er die Klatsch­ko­lum­ne der «Zü­ri Wo­che». Spä­ter ar­bei­te­te Ku­bli für die «Glücks­post».

Mit dem Fo­to­gra­fie­ren be­gann Rue­di Ku­bli be­reits in der Pri­mar­schu­le, mit ei­ner Ag­faKa­me­ra, die ihm der Va­ter ge­schenkt hat­te. «Als schüch­ter­nes Kind war die Ka­me­ra für mich ein Hilfs­mit­tel, um mit an­dern in Kon­takt zu tre­ten und doch nie ganz da­zu­zu­ge­hö­ren», sag­te er. Dem Re­zept blieb er treu. Der freund­li­che Mann mit den schloh­weis­sen Haa­ren trug stets Roll­kra­gen­pull­over und Le­der­ja­cke: «So kann ich je­der­zeit an je­den An­lass – sei es ei­ne Mo­de­schau oder ei­ne Be­er­di­gung.» Ob Sepp Es­ter­mann oder Rue­di Wal­ter, Hau­si Leu­ten­egger oder Ve­ra Dil­lier, Kurt Aesch­ba­cher oder Nel­la Mar­ti­net­ti: Ku­bli hat­te sie al­le. Ins­ge­samt ei­ne Mil­li­on Bil­der ha­be er ge­macht, sag­te er. Die Es­senz da­von ver­öf­fent­lich­te er in ei­nem zwei­bän­di­gen Fo­to­buch: «Au­gen­bli­cke, Band 1 und 2». Rue­di Ku­bli hat sich nach der Pen­sio­nie­rung in den Thur­gau zu­rück­ge­zo­gen, wo er jetzt ge­stor­ben ist.

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