Ray Mon­ta­gue, 83

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Hintergrund -

Sie war sie­ben Jah­re alt, als ihr Gross­va­ter sie mit­nahm nach Litt­le Rock im Sü­den der USA, wo die Us-na­vy ein deut­sches U–boot aus­stell­te, das sie er­beu­tet hat­te. Von da an wuss­te Ray Mon­ta­gue, was sie wer­den woll­te: Schiffs­bau­in­ge­nieu­rin. Für ein schwar­zes Mäd­chen war das al­ler­dings un­mög­lich, die In­ge­nieur­schu­le in Ar­k­an­sas ak­zep­tier­te kei­ne Schwar­zen. Mon­ta­gue mach­te ei­nen Ba­che­lor in ei­nem ver­wand­ten Fach und be­stieg ei­nen Tag nach dem Ab­schluss den Zug nach Wa­shing­ton, wo sie bei der Na­vy an­heu­er­te – als Se­kre­tä­rin. Dank ih­rer In­tel­li­genz, ih­rem Wil­len und ih­rem fo­to­gra­fi­schen Ge­dächt­nis brach­te sie sich mit den neu­en Com­pu­tern das Pla­nen von Schif­fen selbst bei. Sie hat­te ihr Ziel er­reicht: Sie war In­ge­nieu­rin – und die Ers­te, die per Com­pu­ter ei­ne Fre­gat­te ent­warf. 1990 wur­de Mon­ta­gue pen­sio­niert. Jetzt ist sie in Litt­le Rock ge­stor­ben.

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