Ar­mee kauft spa­ni­sche Schlaf­sä­cke

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Schweiz - Andre­as Schmid

Der Zu­schlag für die Lie­fe­rung der Ar­mee­schlaf­sä­cke geht an ei­ne spa­ni­sche Fir­ma. Schwei­zer Un­ter­neh­men ha­ben das Nach­se­hen.

Das Bun­des­amt für Rüs­tung Ar­ma­su­is­se lässt die Schlaf­sä­cke für die Sol­da­ten künf­tig aus Spa­ni­en lie­fern. Den Auf­trag, der im Mai öf­fent­lich aus­ge­schrie­ben wor­den ist, ver­gibt Ar­ma­su­is­se an die Fir­ma Fec­sa. Das in ei­nem Ma­dri­der Vo­r­ort an­säs­si­ge Un­ter­neh­men setz­te sich ge­gen vier Mit­be­wer­ber durch. Dies ist dem Zu­schlags­ent­scheid auf der elek­tro­ni­schen Be­schaf­fungs­platt­form si­map.ch zu ent­neh­men. Das spa­ni­sche An­ge­bot er­fül­le die An­for­de­run­gen am bes­ten und sei wirt­schaft­lich am güns­tigs­ten, wird der Zu­schlag be­grün­det.

Pro Jahr wer­de die Fir­ma 20 000 Schlaf­sä­cke lie­fern, sagt Ar­ma­su­is­se-spre­che­rin Jac­que­line Stampf­li. Der Ver­trag gel­te für drei Jah­re fix, mit Op­ti­on auf drei Jah­re Ver­län­ge­rung. Von den fünf Of­fer­ten ka­men laut Stampf­li drei von Schwei­zer Fir­men. Die Preis­span­ne lag zwi­schen 6,2 Mil­lio­nen Fran­ken und 14,8 Mil­lio­nen. Wie viel die spa­ni­schen Schlaf­sä­cke kos­ten, sagt Stampf­li nicht: «Den Zu­schlags­preis kön­nen wir nicht be­kannt­ge­ben.» In der Aus­schrei­bung wur­de die Qua­li­tät zu 60 Pro­zent ge­wich­tet, der Preis zu 40 Pro­zent.

Die enor­men Un­ter­schie­de der von den An­bie­tern ver­an­schlag­ten Kos­ten las­sen dar­auf schlies­sen, dass die Schwei­zer Fir­men be­züg­lich Prei­sen nicht mit den güns­ti­gen Her­stel­lern im Aus­land mit­hal­ten kön­nen. Bis­her lie­fer­te ei­ne ös­ter­rei­chi­sche Fir­ma die Ar­mee­schlaf­sä­cke.

Auf­trä­ge des Bun­des müs­sen ge­mäss in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men ab ei­nem Schwel­len­wert öf­fent­lich aus­ge­schrie­ben wer­den. Dies führt da­zu, dass sich auch in Ver­ga­be­ver­fah­ren der Ar­mee re­gel­mäs­sig aus­län­di­sche An­bie­ter durch­set­zen.

Ar­mee­schlaf­sack, bald spa­nisch.

Un­ter­schied­li­ches Tem­po: Fdp-prä­si­den­tin Pe­tra Gös­si will beim Rah­men­ver­trag die Bun­des­rats­wah­len ab­war­ten, Aus­sen­mi­nis­ter Cas­sis drängt vor­an. (Bern, 12. Sep­tem­ber 2017)

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