Schwei­zer ha­ben Vor­tei­le, aber . . .

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Hintergrund Schweiz - Kor­rek­tes Deutsch

Die gute Nach­richt zu­erst: Schwei­zer Kin­der ha­ben, was die Or­tho­gra­phie an­geht, ver­gli­chen mit deut­schen of­fen­bar Vor­tei­le, weil sie wis­sen, dass man nicht so schrei­ben kann, wie man spricht. Der deut­li­che Un­ter­schied zwi­schen münd­li­chem Dia­lekt und Schrift­spra­che ist für den Er­werb der Recht­schrei­bung güns­tig, dar­auf wies die Ger­ma­nis­tin Re­gu­la Schmid­lin 2003 in ei­ner Stu­die hin, in der Deutsch­schwei­zer Schü­ler mit ba­di­schen und Ham­bur­ger Schü­lern ver­gli­chen wur­den.

Nun kommt die Er­nüch­te­rung: Die Ten­denz, dass die An­zahl Feh­ler in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu­ge­nom­men hat, wie in Deutsch­land zu be­ob­ach­ten ist, dürf­te sich auch hier­zu­lan­de ab­zeich­nen, heisst es von der Uni­ver­si­tät Zü­rich.

Die bes­te Me­tho­de, um sei­ne Or­tho­gra­phie­kennt­nis­se zu ver­bes­sern, be­steht dar­in zu üben. Das ist beim Gei­gen­spiel oder bei der Zu­be­rei­tung ei­nes Souf­flés nicht an­ders.

Lern­ef­fek­te stel­len sich ein, wenn man die Tex­te über­ar­bei­tet, sie re­di­giert und sich Feed­back holt, wo­für im durch­ge­tak­te­ten Schul­un­ter­richt al­ler­dings meist die Zeit fehlt.

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