Ein Chef-ma­na­ger für Pet­ko­vics Team

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Sport - Na­tio­nal­mann­schaft Su­per Le­ague Ste­phan Ramming, Bern

Das Na­tio­nal­team soll künf­tig von ei­ner ein­zi­gen Per­son ge­führt wer­den – das ist die wich­tigs­te Neue­rung, die Bern­hard Heus­ler und sein Part­ner Ge­org Heitz dem Zen­tral­vor­stand des Fuss­ball­ver­ban­des vor­schla­gen. «Wir sind froh um den Be­richt und wol­len die Vor­schlä­ge so rasch wie mög­lich um­set­zen und die Sta­tu­ten an­pas­sen», sag­te Pe­ter Gil­lié­ron. Der Ver­bands­prä­si­dent äus­ser­te sich nach der Sit­zung des Zen­tral­vor­stan­des am Sams­tag in Mu­ri bei Bern zu­sam­men mit Heus­ler an ei­ner Me­di­en­kon­fe­renz.

Wer die­ser neue Chef der Na­tio­nal­mann­schaft sein wird, lies­sen Heus­ler und Gil­lié­ron of­fen. Der am­tie­ren­de Chef, Clau­dio Sul­ser, wird da­für nicht in­fra­ge kom­men. Gil­lié­ron und Heus­ler be­ton­ten, dass sie nicht über Na­men spre­chen. Gil­lié­ron sag­te im­mer­hin, dass es «nicht so vie­le Kan­di­da­ten» ge­be. Spe­ku­la­tio­nen kur­sie­ren be­reits: In­fra­ge kä­men et­wa Pe­ter Knä­bel, Chris­toph Spy­cher, Ben­ja­min Hug­gel, Sté­pha­ne Hen­choz, Alex Frei oder Fre­dy Bi­ckel. Heus­ler und Heitz schlos­sen de­zi­diert aus, dass sie sel­ber den neu­en Pos­ten über­neh­men.

Na­men sind das ei­ne. Das an­de­re ist die Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur rund ums Na­tio­nal­team und die Kon­se­quen­zen, die sie für den gan­zen Ver­band ha­ben wird. «Wir müs­sen ei­ni­ge Sta­tu­ten än­dern», er­klär­te Gil­lié­ron. Dies müss­te im Mai von der De­le­gier­ten­ver­samm­lung gut­ge­heis­sen wer­den. Ei­ne Än­de­rung be­trifft den De­le­gier­ten, der bis an­hin von der Pro­fi-ab­tei­lung be­stimmt wor­den ist. Die Na­tio­nal­mann­schaft soll künf­tig ei­ne ei­ge­ne, mit dem Ge­ne­ral­se­kre­ta­ri­at und der tech­ni­schen Ab­tei­lung gleich­ge­stuf­te Ab­tei­lung bil­den. Ob die U 21 künf­tig eben­falls dem neu­en Na­tio­nal­mann­schafts-chef un­ter- steht, ist of­fen. «Das ist nur ei­ne von vie­len Schnitt­stel­len-fra­gen, die man wird klä­ren müs­sen», sag­te Gil­lié­ron.

Klar aber ist, dass der künf­ti­ge Chef als Vor­ge­setz­ter des Na­tio­nal­trai­ners nicht nur Stra­te­gie, Zie­le und Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­ant­wor­ten, son­dern auch ein ei­ge­nes Bud­get er­hal­ten und ver- Uner­war­te­tes Feu­er­werk ant­wor­ten soll. Un­ter­stellt ist er dem Zen­tral­vor­stand. Wenn es um die Su­che ei­nes neu­en Na­tio­nal­trai­ners geht oder um ei­ne Ver­trags­ver­län­ge­rung und Ähn­li­ches, hät­te der künf­ti­ge Chef Vor­schlags- und Mit­be­stim­mungs­recht. So se­hen im Um­riss die Plä­ne auf dem Pa­pier aus.

Heus­ler und Heitz hat­ten mit rund 70 Leu­ten In­ter­views ge­führt. Un­ter ih­nen wa­ren Ver­ant­wort­li­che im Ver­band, Spie­ler, Me­dien­leu­te und Be­ob­ach­ter. Auch mit dem deut­schen Fuss­ball­ver­band wur­den Ge­sprä­che ge­führt, wo mit Oli­ver Bier­hoff seit län­ge­rem ein Te­am­ma­na­ger die Na­tio­nal­mann­schaft führt.

«Wir ha­ben kei­nen Sa­nie­rungs­fall an­ge­trof­fen», sag­te Heus­ler über die Ge­sprä­che mit den Ver­bands-funk­tio­nä­ren, die im Zu­sam­men­hang mit der Dop­pel­ad­ler-af­fä­re an der WM ver­sagt hat­ten. Die­ses Ver­sa­gen war der Grund für die Er­ar­bei­tung der Vor­schlä­ge. «Der Ver­band kann aus der Po­si­ti­on der Stär­ke die Neue­run­gen ein­füh­ren», sag­te Heus­ler. «Die Be­deu­tung der Na­tio­nal­mann­schaft für die Schweiz hat enorm zu­ge­nom­men, dem muss man auch in der Or­ga­ni­sa­ti­on Rech­nung tra­gen». Heus­ler liess aber durch­bli­cken, dass auch ei­ne neue Struk­tur – gera­de in schwie­ri­gen Mo­men­ten wie an der WM – nicht vom Or­ga­ni­gramm, son­dern von den Fä­hig­kei­ten und der Zu­sam­men­ar­beit der Füh­rungs­per­so­nen ab­hän­ge.

Pe­ter Gil­lié­ron (rechts) ver­spricht, die Vor­schlä­ge von Bern­hard Heus­ler um­zu­set­zen.Heus­ler und Heitz schlos­sen de­zi­diert aus, dass sie sel­ber den neu­en Pos­ten über­neh­men.

Neu­en­burgs Mi­ke Go­mes im Zwei­kampf mit Ben­ja­min Ko­lol­li.

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