Bei Nüs­sen dür­fen Sport­ler zu­grei­fen

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Freizeitsport - Pao­lo Co­lom­ba­ni

Die me­di­ter­ra­ne Di­ät ist mit rund 4500 wis­sen­schaft­li­chen Pu­bli­ka­tio­nen wohl die best­un­ter­such­te Er­näh­rung auf der gan­zen Welt. Sie ist das Pa­ra­de­bei­spiel ei­nes fach­li­chen Kon­sen­ses: Kei­ne se­riö­se Stim­me spricht ge­gen die Er­näh­rungs­wei­se aus dem Mit­tel­meer­raum. Streng­ge­nom­men ist dies pa­ra­dox, denn der Fett­ge­halt der me­di­ter­ra­nen Di­ät liegt bei 40 bis 45% der ge­sam­ten En­er­gie und so­mit ei­ni­ges über den emp­foh­le­nen 30%. Aber das scheint nicht ein­mal ra­di­ka­le Fett­geg­ner zu stö­ren. Der ho­he Fett­ge­halt stammt in ers­ter Li­nie aus dem Oli­ven­öl, aber auch Nüs­se tra­gen da­zu bei.

Nüs­se ste­hen seit 30 Jah­ren auf dem Ra­dar der For­scher. Ab­ge­se­hen von den all­er­gi­schen Re­ak­tio­nen auf Nüs­se – be­trof­fen sind zwi­schen 1 und 10% der Be­völ­ke­rung – gibt es prak­tisch nur Po­si­ti­ves zu be­rich­ten. Be­mer­kens­wert ist das um 40% ge­senk­te Ri­si­ko ei­ner töd­li­chen Herz­kreis­lauf­er­kran­kung bei de­nen, die täg­lich ei­ne Hand­voll Nüs­se es­sen. Trotz dem ho­hen Fett­ge­halt von 50 bis 75 g pro 100 g Nuss sieht man bei re­gel­mäs­si­gem Nuss­kon­sum auch kei­ne Ge­wichts­zu­nah­me. Dies ist ins­be­son­de­re für den Aus­dau­er­sport in­ter­es­sant, da hier die En­er­gie zu ei­nem gu­ten Teil aus Fet­ten be­zo­gen wird. Die Nüs­se als Fett­quel­le mit vie­len po­si­ti­ven Ei­gen­schaf­ten eig­nen sich gut für den Nach­schub der beim Sport ver­brauch­ten Fet­te. Bei in­ten­si­ve­ren Trai­nings nimmt man die Nüs­se als ers­ten Snack nach dem Trai­ning ein. Bei leich­ten und län­ge­ren Ak­ti­vi­tä­ten wie auf Ski­tou­ren kann man aber auch un­ter­wegs da­von na­schen. Nüs­se las­sen sich in je­de (Sport-)ta­sche ver­stau­en und sind so­mit stets griff­be­reit.

Wer kei­ne Nus­sall­er­gie hat, kann al­so Nüs­se mit gu­tem Ge­wis­sen in die täg­li­che Er­näh­rung ein­pla­nen. Idea­ler­wei­se ver­wen­den wir Nüs­se in ih­rer na­tür­li­chen Form und zer­klei­nern sie erst vor dem Es­sen, so­fern dies nö­tig ist. Bei be­reits zu­ge­schnit­te­nen oder gar ge­ras­pel­ten Nüs­sen kön­nen die Fet­te schnel­ler oxi­die­ren: Die Nüs­se wer­den ran­zig. Und auch die se­kun­dä­ren Pflan­zen­stof­fe, von de­nen sehr wahr­schein­lich die po­si­ti­ven Ei­gen­schaf­ten aus­ge­hen, kön­nen dann in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wer­den. Gan­ze Nüs­se sind sehr gut halt­bar, ge­kühlt im Kühl­schrank so­gar noch bes­ser.

Die sinn­vol­le Men­ge von ei­ner Hand­voll pro Tag, ent­spre­chend rund 25 g, kön­nen wir viel­sei­tig ein­set­zen: von der Zu­ga­be zum Mües­li über die Ver­fei­ne­rung des Sa­lats bis zum in der Sport­ta­sche ver­stau­ten Snack. Nüs­se sind ech­te All­roun­der!

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