Pe­ter Brück, 78

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Hintergrund -

Sei­nen Nach­na­men hat­te er er­hal­ten, weil ihn rus­si­sche Sol­da­ten am 2. Mai 1945, sechs Ta­ge vor Kriegs­en­de, ganz al­lein auf der Kott­bus­ser Brü­cke in Berlin ge­fun­den hat­ten. Man schätz­te das Al­ter des Bu­ben auf fünf Jah­re und gab ihm den 2. Mai 1940 als Ge­burts­tag. Auf der Such­an­zei­ge des Deut­schen Ro­ten Kreu­zes hiess es, in sei­nen Man­tel sei der Na­me «Wal­de­mar» ein­ge­näht ge­we­sen. Der Kn­a­be sprach ge­bro­chen deutsch, er er­in­ner­te sich an ei­ne Flucht mit Pfer­de­wa­gen und dar­an, dass sei­ne Mut­ter ihn «Ja­nu­sch­ka» ge­ru­fen ha­be. Sei­ne El­tern wur­den nie ge­fun­den.

Pe­ter Brück hei­ra­te­te als jun­ger Mann, hat­te drei Töch­ter, aber die Ehe zer­brach früh. Er führ­te ein be­weg­tes Le­ben, fuhr zur See, kämpf­te für die Frem­den­le­gi­on und sass als Flucht­hel­fer drei Jah­re in ei­nem Ge­fäng­nis der DDR. Zu­letzt leb­te er ein be­schei­de­nes Le­ben in Berlin. Wenn sei­ne Ren­te ein­traf, ging er ger­ne ins Neu­köll­ner Gast­haus an der Her­mann­stras­se und lud al­le ein. Auf der Ju­ke­box drück­te er dann Fred­dy Quinn, sei­nen Lieb­lings­sän­ger. Er wohn­te in ei­ner Sou­ter­rain­woh­nung, heiz­te im Win­ter mit Holz­ab­fäl­len, die er im Som­mer ge­sam­melt hat­te. Vor ein paar Jah­ren be­rich­te­ten Bou­le­vard­zei­tun­gen über sein Schick­sal. Dar­auf mel­de­te sich ei­ne sei­ner Töch­ter, die in­zwi­schen in Alas­ka leb­te. Es gab ein Wie­der­se­hen im Gast­haus, be­glei­tet von Jour­na­lis­ten. Pe­ter Brück ist in Berlin ge­stor­ben.

ge­wann er den Preis er­neut, dies­mal mit ei­ner Reportage über Flücht­lin­ge in Grie­chen­land. Ei­ne wei­te­re Ar­beit, mit der Re­vil­lard viel Auf­se­hen er­reg­te, war ei­ne fo­to­gra­fi­sche Do­ku­men­ta­ti­on über so­ge­nannt elek­tro­sen­si­ble Leu­te, die sich we­gen ih­rer Über­emp­find­lich­keit ge­gen­über Elek­tro­smog in die Wild­nis zu­rück­ge­zo­gen ha­ben.

Je­an Re­vil­lard ist 1967 in Genf zur Welt ge­kom­men und hat spä­ter in Yver­don ei­ne In­ge­nieur­aus­bil­dung ge­macht. Nach dem Stu­di­um heu­er­te er als Fo­to­graf bei den Zei­tun­gen «Le Nou­veau Quo­ti­di­en» und «L’heb­do» an. Im Jahr 2001 grün­de­te er mit Kol­le­gen die Fo­to­agen­tur Re­zo.ch, die ers­te Online­agen­tur der West­schweiz. 2010 wur­de er von Betrand Pic­card en­ga­giert, um des­sen Welt­re­kord­ver­such mit ei­nem So­lar­flug­zeug zu do­ku­men­tie­ren. Re­vil­lard be­glei­te­te das Flug­zeug «So­lar Im­pul­se» bei sei­nem Flug um die Welt und mach­te, auch mit­hil­fe von Droh­nen, Bil­der von be­rü­cken­der Schön­heit. Sie brach­ten ihm 2017 den «Swiss Press Award» ein. Je­an Re­vil­lard ist bei der Ar­beit in der Bre­ta­gne über­ra­schend an ei­nem Herz­an­fall ge­stor­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.