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Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Wirtschaft -

heisst es im Ge­schäfts­be­richt. Vor al­lem Ame­ri­ka­ne­rin­nen for­dern Scha­den­er­satz, doch auch in Deutsch­land und Ös­ter­reich be­ste­hen laut Pres­se­be­rich­ten Rechts­fäl­le. Nur in der Schweiz bleibt es ru­hig. Ob­wohl Es­su­re eu­ro­pa­weit zu­ge­las­sen war, nimmt die Fach­welt an, dass es hier kei­ne Pa­ti­en­tin­nen gibt.

«Swiss­me­dic ist nicht be­kannt, dass das Pro­dukt in der Schweiz je auf dem Markt war», sagt Spre­che­rin Da­niè­le Ber­sier. Die Chef­gy­nä­ko­lo­gen der Uni­spi­tä­ler Zü­rich und Ba­sel sa­gen das Glei­che. «In der Schweiz war von An­fang an ei­ne rech­te Skep­sis ge­gen­über der Me­tho­de da», er­klärt Si­bil Tschu­din, Lei­te­rin der Frau­en­kli­nik am Uni­spi­tal Ba­sel.

Doch sie ir­ren sich. Ärz­te in der Ro­man­die ver­wen­de­ten Es­su­re sehr wohl, wie ei­ne Um­fra­ge der «NZZ am Sonn­tag» zeigt. Das Uni­spi­tal Lau­sanne im­plan­tier­te es in 12 Fäl­len, bis ins Jahr 2014, sagt ei­ne Spre­che­rin. Auch das Uni­spi­tal Genf prüf­te den Ein­satz, brach ein ent­spre­chen­des Pro­jekt aber laut Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef Ni­co­las de Saus­su­re in der Pla­nungs­pha­se ab – nach Mel­dun­gen über Pro­ble­me.

Re­cher­chen zei­gen, dass es auch hier­zu­lan­de Kom­pli­ka­tio­nen

Was zeich­net 5G aus?

Mit 5G wird die mo­bi­le Da­ten­über­tra­gung um Fak­to­ren schnel­ler. Wahr­schein­lich kann man be­reits am An­fang mit Ge­schwin­dig­kei­ten rech­nen, wie sie heu­te nur bei fix ver­leg­ten Glas­fa­ser­net­zen mög­lich sind – der bis­her schnells­ten Über­tra­gungs­art. Ex­per­ten er­war­ten, dass der Da­ten­durch­satz rasch ein Mehr­fa­ches der heu­ti­gen Glas­fa­sern er­rei­chen. Für vie­le An­wen­dun­gen ist auch die im Ver­gleich zum heu­ti­gen Mo­bil­funk mas­siv tie­fe­re Re­ak­ti­ons­zeit von 5G wich­tig. Die Ver­zö­ge­rung soll so klein sein, dass sie von uns Men­schen nicht mehr wahr­ge­nom­men wird. 5G er­mög­licht, ei­ne stän­di­ge Ver­bin­dung bei ei­ner be­stimm­ten Ge­schwin­dig­keit zu ga­ran­tie­ren. Schliess­lich will nie­mand in ein gibt. Das In­sel­spi­tal Bern hat ein The­ra­pie­an­ge­bot ein­ge­rich­tet für Frau­en mit ge­sund­heit­li­chen Pro­ble­men we­gen Es­su­re. «In den letz­ten fünf Jah­ren ha­ben wir rund ein Dut­zend Pa­ti­en­tin­nen be­han­delt, et­wa die Hälf­te von ih­nen hat die Chan­ce, nach der Be­hand­lung we­ni­ger Schmer­zen zu ha­ben», sagt ei­ne Spre­che­rin. Al­le stamm­ten aus der Ro­man­die.

In der Swiss­me­dic-da­ten­bank zu Rück­ru­fen und Si­cher­heits­mass­nah­men fin­den sich zu Es­su- selbst­fah­ren­des Au­tos stei­gen, wenn die Ge­fahr be­steht, dass die­ses in ein Funk­loch ge­rät.

Was bringt 5G kon­kret?

Mit Si­cher­heit weiss das noch nie­mand. Es geht aber nicht dar­um, schnel­ler im In­ter­net zu sur­fen. Wir kön­nen ja schon heu­te ru­ckel­frei ei­ne Net­flix-se­rie oder ein Mu­si­kal­bum strea­men. 5G wird wahr­schein­lich ei­nen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten, dass Au­tos oh­ne mensch­li­ches Zu­tun fah­ren kön­nen. Oder dass un­se­re Städ­te «in­tel­li­gent» wer­den, weil sie Ver­kehrs­strö­me, Wet­ter­da­ten oder den En­er­gie­ver­brauch in Echt­zeit aus­wer­ten. 5G er­mög­licht Fir­men, ih­re Pro­duk­ti­on und die vor- und nach­ge­la­ger­te Lo­gis­tik voll­stän­dig zu di­gi­ta­li­sie­ren. Es sind auch neue Di­ens­te in den Be­rei­chen re kei­ne Ein­trä­ge. Da­bei schreibt das Ge­setz Fach­per­so­nen, Her­stel­lern und Dis­tri­bu­to­ren vor, der Be­hör­de schwer­wie­gen­de Vor­komm­nis­se mit Me­di­zin­pro­duk­ten zu mel­den.

«Oh­ne die ge­nau­en Um­stän­de zu ken­nen, ist es für uns grund­sätz­lich nicht ak­zep­ta­bel und nach­voll­zieh­bar, dass ein prak­ti­zie­ren­der Arzt die heil­mit­tel­recht­li­chen Pflich­ten, die in der Schweiz mit ei­nem Me­di­zin­pro­dukt ver­bun­den sind, nicht Aug­men­ted Rea­li­ty und Tele­me­di­zin zu er­war­ten.

Wel­che Fir­men pro­fi­tie­ren?

Der Bau des heu­ti­gen Mo­bil­funk­net­zes hat den Te­le­kom­fir­men ver­gleichs­wei­se we­nig ein­ge­bracht. Sie steck­ten Mil­li­ar­den in die 4G-in­fra­struk­tur, doch die Prei­se der von ih­nen an­ge­bo­te­nen Da­ten-abon­ne­men­te sind rasch ge­sun­ken. Im Ge­gen­satz da­zu ha­ben sich Bran­chen­frem­de wie Goog­le oder Face­book ei­ne gol­de­ne Na­se mit Di­enst­leis­tun­gen ver­dient, die nur dank schnel­lem Mo­bil­funk funk­tio­nie­ren. Dank 5G hof­fen Te­le­kom­fir­men nun, auf ih­ren Net­zen zu­sätz­li­che Di­ens­te an­bie­ten zu kön­nen. Ob das ge­lin­gen wird, ist völ­lig of­fen. In Deutsch­land wer­den auch In­dus­trie­fir­men wie et­wa Au­to­mo­bil- oder Che­mie­kon­zer­ne die Mög­lich­keit ha­ben, ei­ne lo­ka­le 5G-fre­quenz zu er­stei­gern. Das hat die Te­le­kom­fir­men in un­se­rem Nach­bar­land auf­ge­schreckt.

Gibt es auch Ver­lie­rer, und wer sind die­se in der Schweiz?

Ei­ne der ers­ten 5G-an­wen­dun­gen dürf­te sein, Haus­hal­te mit draht­lo­sem Breit­band­in­ter­net zu ver­sor­gen. So wer­den die bis in die Woh­nun­gen ver­leg­ten Glas­fa­sern mög­li­cher­wei­se ob­so­let. De­ren Bau hat die städ­ti­schen Elek­tri­zi­täts­wer­ke und die Swiss­com Mil­li­ar­den ge­kos­tet. UPC, die über ei­ne ver­gleich­ba­re Fest­netz­in­fra­struk­tur ver­fügt, könn­te eben­falls zu den Ver­lie­rern von 5G ge­hö­ren.

Die Mi­kro­s­pi­ra­le Es­su­re wird im Ei­lei­ter plat­ziert und soll dort ei­ne Ver­narb­ung des Ge­we­bes aus­lö­sen.

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