Doch ein fi­nan­zi­el­ler Scha­den für das Triem­li

Fal­sche Ho­no­ra­rab­rech­nun­gen im Stadt­spi­tal

Neue Zurcher Zeitung - - ZÜRICH UND REGION -

jhu. · Dass es bei der Ver­bu­chung von Ärz­te­ho­no­ra­ren am Zürcher Triem­lispi­tal zu Ver­feh­lun­gen kam, ist seit dem Rück­tritt von Stadt­rä­tin Clau­dia Niel­sen be­kannt. Bis­her hiess es, dem Spi­tal sei da­bei kein Scha­den ent­stan­den. Das stimmt so al­ler­dings nicht, wie ei­ner Mit­tei­lung der Stadt vom Frei­tag zu ent­neh­men ist. Die Un­ter­su­chung ei­ner gros­sen Kli­nik für die Jah­re 2014 bis 2016 ha­be er­ge­ben, dass sich ein ein­zel­ner Fall «mi­ni­mal zu Un­guns­ten des Spi­tals» aus­ge­wirkt ha­be. Auf An­fra­ge er­klärt Ge­sund­heits­vor­ste­her Andre­as Hau­ri, dass es sich da­bei um ei­nen Lei­ten­den Arzt hand­le, dem 4000 Fran­ken zu we­nig von sei­nem Ho­no­rar ab­ge­zo­gen wor­den sei. Das Geld hät­te dem Triem­li zu­ge­stan­den. «Auf­grund der vor­an­ge­gan­ge­nen und der neus­ten Un­ter­su­chung kön­nen wir sa­gen, dass dem Spi­tal kein gros­ser Scha­den ent­stan­den ist», sagt Hau­ri. Auf wei­te­re Un­ter­su­chun­gen wer­de man des­halb ver­zich­ten. «Der Auf­wand wä­re un­ver­hält­nis­mäs­sig im Ver­gleich zum mög­li­chen Scha­den.» Noch aus­ste­hend ist ei­ne Un­ter­su­chung zur Fra­ge, ob ein Teil der Ho­no­ra­re kor­rekt ver­steu­ert wur­de. Die­se soll bis im Früh­ling vor­lie­gen.

Schon be­kannt war, dass Gel­der oh­ne Rechts­grund­la­ge für Wei­ter­bil­dun­gen, Tea­mevents oder Mar­ke­ting­mass­nah­men ver­wen­det wur­den. In ins­ge­samt 20 Fäl­len wur­de auch Geld aus der so­ge­nann­ten Füh­rungs­re­ser­ve für pri­va­te Zwe­cke be­nutzt. Da­bei han­del­te sich in al­len Fäl­len um Be­trä­ge un­ter 1000 Fran­ken. All die­se Be­trä­ge sei­en mitt­ler­wei­le zu­rück­be­zahlt wor­den, sagt Hau­ri. Um künf­tig mehr Trans­pa­renz zu schaf­fen, soll das ver­al­te­te Ent­schä­di­gungs­re­gle­ment der Stadt­spi­tä­ler bis En­de 2019 über­ar­bei­tet wer­den. Bis da­hin gilt ei­ne Über­gangs­re­ge­lung.

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