Jas­min Stai­b­lin ver­lässt Al­piq

Neue Zurcher Zeitung - - WIRTSCHAFT - Jas­min Stai­b­lin Schei­den­de Kon­zern­che­fin

gvm. · Der Ab­gang lag zwar seit ei­ni­ger Zeit in der Luft. Im März hat­te Jas­min Stai­b­lin er­wo­gen, im Ver­wal­tungs­rat der Zu­rich Ein­sitz zu neh­men, ein Vor­ha­ben, das die 48-Jäh­ri­ge an­ge­sichts der an­for­de­rungs­rei­chen Ar­beit bei Al­piq je­doch fal­len­liess. Wie sie sich jetzt nach sechs Jah­ren an der Spit­ze des Strom­kon­zerns ver­ab­schie­det, ist aber über­ra­schend. En­de Jahr wer­de sie das Un­ter­neh­men ver­las­sen, wur­de am Frei­tag mit­ge­teilt.

Ein neu­er Kon­zern­chef wird vor­erst nicht ge­sucht. Statt­des­sen wird der 61-jäh­ri­ge Jens Al­der die ope­ra­ti­ve Füh­rung über­neh­men. Der ehe­ma­li­ge Swiss­com-Kon­zern­chef ist seit 2015 Prä­si­dent des Ver­wal­tungs­rats der Al­piq und hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu­sam­men mit Stai­b­lin die Sa­nie­rung des an­ge­schla­ge­nen Kon­zerns durch­ge­zo­gen. Mit ei­ner Ross­kur wur­de die Net­to­ver­schul­dung von einst mehr als 4 Mrd. Fr. ab­ge­baut, die In­dus­trie­spar­te ver­kauft und ein 400 Mio. Fr. um­fas­sen­des Spar­pro­gramm rea­li­siert.

Die ope­ra­ti­ve Lei­tung der deut­lich klei­ner ge­wor­de­nen Grup­pe wird Al­der nicht nur tem­po­rär be­klei­den, son­dern ei­ni­ge Jah­re das Dop­pel­man­dat aus­üben, längs­tens wohl bis zu sei­ner Pen­sio­nie­rung im Jahr 2022. Aus die­sen Über­le­gun­gen und we­gen ei­ner sau­be­ren Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce wur­de der Al­pi­qVi­ze­prä­si­dent Je­an-Yves Pi­doux zum un­ab­hän­gi­gen Le­ad Di­rec­tor er­nannt.

An der Un­ter­neh­mens­stra­te­gie dürf­te sich nichts än­dern. Die bei­den Ge­schäfts­ein­hei­ten Ther­mal Po­wer Ge­ne­ra­ti­on, in der die Gas- und Koh­le­kraft­wer­ke in Eu­ro­pa zu­sam­men­ge­fasst sind, so­wie Re­ne­wa­ble Ener­gy Sour­ces (vor al­lem Wind­kraft­wer­ke), die Stai­b­lin ne­ben der Kon­zern­lei­tung ope­ra­tiv ge­führt hat, wer­den im Ge­schäfts­be­reich Ge­ne­ra­ti­on In­ter­na­tio­nal kon­so­li­diert. Als Be­reichs­lei­ter wur­de An­dré Schni­d­rig be­stimmt, der bis­her den Be­reich Re­ne­wa­ble Ener­gy Sour­ces ge­lei­tet hat und in die Ge­schäfts­lei­tung auf­steigt.

Wo­hin es die Deut­sche Stai­b­lin zieht, ist nicht be­kannt. Of­fen­bar hat sie ei­ni­ge in­ter­na­tio­na­le An­ge­bo­te. An­ge­sichts der er­folg­rei­chen, wenn auch al­les an­de­re als schmerz­frei ver­lau­fe­nen Re­struk­tu­rie­rung von Al­piq dürf­te sie auf dem Ar­beits­markt gu­te Chan­cen ha­ben. Nicht ganz ab­we­gig wä­re, wenn sie zur ABB zu­rück­kehr­te, für die sie 15 Jah­re tä­tig war, zu­letzt als Che­fin ABB Schweiz.

Jens Al­der VR-Prä­si­dent von Al­piq

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