Gross­bank­ak­ti­en im Ab­wärts­stru­del

Die Ti­tel von UBS und CS ge­hö­ren bei Bör­sen­tur­bu­len­zen oft zu den gröss­ten Ver­lie­rern

Neue Zurcher Zeitung - - FINANZEN - WER­NER GRUNDLEHNER ADs­tIeg Ha­nE In Ha­nE

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Schluss 06.12.

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ab­so­lut 07.12. Es war kei­ne gu­te Bör­sen­wo­che für die Schwei­zer Gross­bank­ak­ti­en – er­neut, möch­te man sa­gen. Egal, wel­ches Er­eig­nis für die Ner­vo­si­tät an den Bör­sen ver­ant­wort­lich ist – Han­dels­krieg, Schul­den­kri­se in Ita­li­en oder Br­ex­it –, die Va­lo­ren der Ban­ken ge­hö­ren meist zu den gröss­ten Ver­lie­rern. Die eu­ro­päi­schen In­sti­tu­te ma­chen ei­ne schwe­re Zeit durch. Im Ver­gleich et­wa zur Deut­schen Bank, die oft als Re­fe­renz her­an­ge­zo­gen wird, sind die Schwei­zer Gross­ban­ken noch gut auf­ge­stellt.

Doch Be­ob­ach­ter fra­gen sich ver­mehrt, ob das Mo­dell der gros­sen Uni­ver­sal­ban­ken über­haupt ei­ne Zu­kunft hat. Neue, agi­le Kon­kur­ren­ten kn­ab­bern an al­len Ecken und En­den an den Um­sät­zen des brei­ten Ge­schäfts­mo­dells. Seit der Fi­nanz­kri­se sind nicht nur die Zin­sen re­kord­tief, auch die Bank­ge­büh­ren sind un­ter Druck ge­ra­ten. Das al­les las­tet auf den Mar­gen. Auch die Bör­sen­kor­rek­tur selbst be­ein­träch­tigt die Ein­nah­men der Ban­ken: Ei­ner­seits hal­ten sich die Kun­den im An­la­ge­ge­schäft zu­rück, an­der­seits wer­den Un­ter­neh­men bei Ak­qui­si­tio­nen, Bör­sen­gän­gen und der Geld­auf­nah­me vor­sich­tig.

Vor­sich­ti­ge Ame­ri­ka­ner

Am 4. und am 5. De­zem­ber tra­ten an ei­ner Kon­fe­renz in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten un­ter an­de­rem die Ge­schäfts­füh­rer und Fi­nanz­chefs der Gross­ban­ken Ci­ti­group, JP Mor­gan und Bank of Ame­ri­ca auf. «Die­se In­sti­tu­te ga­ben für das vier­te Quar­tal ei­nen ins­ge­samt ver­hal­te­nen Aus­blick, was die Bank­ti­tel welt­weit be­las­te­te», sagt Andre­as Ven­dit­ti, Bank­ana­ly­ti­ker bei Von­to­bel. Da­bei spra­chen die US­In­sti­tu­te auch vom Ge­schäft im In­vest­ment­Ban­king. Zwar sei die­se Ge­schäfts­spar­te bei den US­Ban­ken ab­so­lut ge­se­hen viel grös­ser als bei den Schwei­zer Kon­kur­ren­ten. Man müs­se sich aber vor Au­gen hal­ten, dass die ame­ri­ka­ni­schen Ban­ken ins­ge­samt auch viel grös­ser sei­en.

Die Kurs­gra­fik zeigt, dass die Ti­tel von UBS und CS in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten fast im Gleich­schritt ab­ge­stie­gen sind. Doch ne­ben Bran­chen­pro­ble­men wei­sen die Geld­häu­ser auch in­di­vi­du­el­le Schwach­punk­te auf. Die UBS be­schrieb kürz­lich in ei­nem Re­se­arch­Pa­pier mög­li­che ver­steck­te Ri­si­ken im Le­ver­a­ged­ Lo­ans­Ge­schäft und im Seg­ment der Hoch­zins­an­lei­hen. Le­ver­a­ged Lo­ans sind Dar­le­hen, die Bank­kon­sor­ti­en an Un­ter­neh­men ver­ge­ben. Da­bei ver­wie­sen die UBS­Ana­ly­ti­ker dar­auf, dass in die­sen Seg­men­ten ge­mäss der Fi­nanz­markt­platt­form Dea­lo­gic die CS je­weils das gröss­te En­ga­ge­ment auf­wei­se.

Un­ter dem Buch­wert

Die Kur­se der UBS und der CS lie­gen un­ter dem Buch­wert, wo­bei der Ab­schlag be­son­ders bei der CS auf­fal­lend gross ist. Auch die ver­gleichs­wei­se ho­he Di­vi­den­den­ren­di­te der UBS­Ak­tie von 5% ver­fängt bei den In­ves­to­ren nicht. Da­bei soll­te die gröss­te Schwei­zer Bank ei­gent­lich in der La­ge sein, die Aus­schüt­tung auf­recht­zu­er­hal­ten.

Ei­ne psy­cho­lo­gi­sche Un­ter­gren­ze sieht Ven­dit­ti für die Kur­se der Gross­ban­ken nicht. Es wer­de auch nicht zu Zu­sam­men­schlüs­sen un­ter den Gross­ban­ken kom­men. Die Re­gu­lie­rung sei ja genau so aus­ge­legt, dass die Ban­ken nicht mehr grös­ser wür­den. Je grös­ser ein In­sti­tut wird, des­to hö­her wer­den die Ka­pi­tal­an­for­de­run­gen.

Doch es gibt auch Hoff­nungs­schim­mer. Ge­mäss der jüngs­ten Be­tei­li­gungs­mel­dung der Schwei­zer Bör­se hat das ka­li­for­ni­sche Fond­shaus Dodge & Cox ei­ne Be­tei­li­gung an der UBS von über 3% auf­ge­baut. Mit die­sem En­ga­ge­ment stei­gen die Ame­ri­ka­ner zum dritt­gröss­ten Ak­tio­när auf. Dodge & Cox ste­hen im Ruf, Turn­around­Kan­di­da­ten früh aus­zu­ma­chen. Bond-In­di­zes (3 Mo­na­te, Vor­tag) Swiss-Bond-In­dex (SIX) Re­po-In­dex (Raiff.) Li­quid-Swiss-I. (CS) Fran­ken-Li­bor Eu­ro-Li­bor Dol­lar-Li­bor Yen-Li­bor Schweiz Deutsch­land Grossbritannien USA Ja­pan 136.41 150.48 172.21 Geld­markt (3 Mo­na­te, Vor­tag) Ka­pi­tal­markt (10-jäh­ri­ge Staats­an­lei­hen)

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