Gros­se Ner­vo­si­tät an den Bör­sen

Die Ver­haf­tung der Hua­wei-Fi­nanz­che­fin in Ka­na­da so­wie Kon­junk­tur­ängs­te sor­gen für deut­li­che Kurs­ver­lus­te

Neue Zurcher Zeitung - - FINANZEN - MICHAEL FERBER

Der Schwei­zer Ak­ti­en­markt hat ei­ne schwar­ze Wo­che hin­ter sich. Nach ei­nem gu­ten Start in die Wo­che stand das Leit­ba­ro­me­ter der Stan­dard­wer­te, der Swis­sMar­ket­In­dex (SMI), am En­de der Wo­che mit 3,3% im Mi­nus. In den Kurs­ge­win­nen am Mon­tag hat­te sich noch die Hoff­nung der In­ves­to­ren auf ei­ne Lin­de­rung des Han­dels­kon­flikts zwi­schen den USA und Chi­na ge­äus­sert. Die­se brö­ckel­te aber schnell. Am Don­ners­tag war die Ve­r­un­si­che­rung der An­le­ger über die Ent­wick­lung der Be­zie­hun­gen der bei­den Län­der be­son­ders gross: Nach­dem in Ka­na­da die Fi­nanz­che­fin des chi­ne­si­schen Kon­zerns Hua­wei we­gen mög­li­cher Ver­stös­se ge­gen Iran­Sank­tio­nen ver­haf­tet wur­de, ging der SMI mit –3,1% aus dem Han­del. Es war das gröss­te Ta­ges­mi­nus seit dem Tag nach der bri­ti­schen Ab­stim­mung über den EU­Aus­tritt im Ju­ni 2016.

In­ver­se Zins­struk­tur­kur­ve

Die fros­ti­ge Stim­mung zwi­schen den USA und Chi­na ging mit Ängs­ten der In­ves­to­ren vor ei­nem Kon­junk­tur­ein­bruch ein­her. Für Auf­se­hen an den Fi­nanz­märk­ten sorg­te auch die in­ver­se Zins­struk­tur­kur­ve in den USA, wo zwei­jäh­ri­ge Staats­ob­li­ga­tio­nen ei­ne hö­he­re Ren­di­te er­ziel­ten als fünf­jäh­ri­ge. Vie­le Wirt­schafts­ex­per­ten se­hen ei­ne sol­che Ent­wick­lung als mög­li­ches Zei­chen da­für, dass ei­ne Re­zes­si­on be­vor­ste­hen könn­te. Die ge­wach­se­nen Kon­junk­tur­sor­gen hät­ten mitt­ler­wei­le da­für ge­sorgt, dass die An­le­ger von ei­ner deut­lich we­ni­ger am­bi­tiö­sen Po­li­tik der Zins­er­hö­hun­gen durch die US­No­ten­bank Fe­deral Re­ser­ve aus­gin­gen, hiess es am Markt. Ein wei­te­rer Zins­schritt im De­zem­ber gilt zwar als aus­ge­mach­te Sa­che, für 2019 gin­gen die In­ves­to­ren der­zeit aber nur noch von ei­ner wei­te­ren Zins­er­hö­hung aus.

Am En­de der Wo­che stan­den al­le 20 SMI­Wer­te in ne­ga­ti­vem Ter­rain. Ganz un­ten auf dem Kur­s­ta­bleau des Leit­ba­ro­me­ters fan­den sich die Ak­ti­en der Ban­ken Ju­li­us Bär und UBS so­wie die Ti­tel des Tech­no­lo­gie­kon­zerns ABB. Auch die Pa­pie­re von La­far­ge­Hol­cim und Cre­dit Suis­se ver­buch­ten deut­li­che Ver­lus­te.

Nest­lé-Ak­ti­en brem­sen Ver­lus­te

Nach un­ten zo­gen den Swiss­Mar­ke­tIn­dex al­ler­dings auch die Ak­ti­en der schwer­ge­wich­ti­gen Phar­ma­kon­zer­ne No­var­tis und Ro­che, die 4,4% bzw. 3,2% ver­lo­ren. Die Pa­pie­re des drit­ten Schwer­ge­wichts Nest­lé sorg­ten der­weil da­für, dass die Ver­lus­te des Leit­ba­ro­me­ters nicht noch hö­her aus­fie­len. Sie ver­lo­ren auf Wo­chen­Sicht le­dig­lich 0,4% an Wert. Bes­ter SMI­Wert wa­ren in der ver­gan­ge­nen Wo­che die Ti­tel von Si­ka (–0,2%). in Fran­ken in Pfund in Dol­lar in Yen Dol­lar in Fran­ken in Eu­ro in Pfund in Yen

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