Zwei­mal Ja, ein­mal Nein

Die FDP fasst deut­li­che Pa­ro­len

Neue Zurcher Zeitung - - SCHWEIZ - CHRISTINA NEU­HAUS / (SDA)

Die FDP hat an ih­rer De­le­gier­ten­ver­samm­lung in Biel nicht nur ei­nen Bun­des­rat mit Dank ver­ab­schie­det und ein neu­es Bun­des­rats­mit­glied be­grüsst, sie hat sich auch mit der Pa­ro­len­fas­sung zu an­ste­hen­den Vor­la­gen be­fasst. Mit 250 Ja- zu 46 Nein-Stim­men bei 5 Ent­hal­tun­gen stell­ten sich die De­le­gier­ten hin­ter die Än­de­run­gen im Waf­fen­ge­setz. Ei­ne Mehr­heit sah in der von der EU ge­for­der­ten Ver­schär­fung kei­ne Be­dro­hung für die eid­ge­nös­si­sche Tra­di­ti­on im Schiess­we­sen.

Vor­ge­stellt wur­de die Vor­la­ge von der neu­en FDP-Bun­des­rä­tin und Vor­ste­he­rin des Eid­ge­nös­si­schen Jus­ti­zund Po­li­zei­de­par­te­ments, Ka­rin Kel­ler-Sut­ter. Nie­mand wer­de ent­waff­net, ver­si­cher­te sie. Bei der Er­ar­bei­tung der Richt­li­nie ha­be die Schweiz ih­ren Spiel­raum als Schen­gen-Mit­glied «sou­ve­rän ge­nutzt». Ein Nein der Schweiz, so Kel­ler-Sut­ter wei­ter, wür­de die Mit­glied­schaft bei den Schen­gen- und Du­blinVer­trä­gen ge­fähr­den. Da­mit stün­den auch die Vor­tei­le auf dem Spiel, wel­che die Schweiz im Be­reich der Si­cher­heit, des Asyl­we­sens und der Volks­wirt­schaft aus die­sen Ver­trä­gen zie­he. Ge­gen die Ver­schär­fung des Schwei­zer Waf­fen­rechts hat ei­ne Al­li­anz aus Schüt­zen­und Schiess­sport­ver­ei­nen mit Un­ter­stüt­zung der SVP das Re­fe­ren­dum ergriffen. Die Vor­la­ge dürf­te im Mai vors Volk kom­men.

Eben­falls Ja sag­te die FDP zum Steu­er-AHV-De­al, hin­ter den sich die Par­tei im na­tio­na­len Par­la­ment nicht mit all­zu gros­ser Be­geis­te­rung ge­stellt hat­te. Die De­le­gier­ten spra­chen sich in Biel je­doch deut­lich mit 296 zu 4 Stim­men bei 7 Ent­hal­tun­gen für ein Ja aus. Sie folg­ten da­mit der FDP-Bun­des­h­aus­frak­ti­on, die die Stand­ort­si­che­rung schliess­lich hö­her ge­wich­te­te als den Schön­heits­feh­ler des Kuh­han­dels.

Die Nein-Pa­ro­le fass­ten die De­le­gier­ten zur Zer­sie­de­lungs­in­itia­ti­ve der Jun­gen Grü­nen, die am 10. Fe­bru­ar vors Volk kommt. Das Volks­be­geh­ren wur­de mit 302 zu 0 Stim­men bei 2 Ent­hal­tun­gen ab­ge­lehnt.

Par­tei­prä­si­den­tin Pe­tra Gös­si hat für den Wahl­kampf ei­ne FDP an­ge­kün­digt, die «hart in der Sa­che, aber im­mer auch fair im per­sön­li­chen Wett­streit um die bes­se­ren Ar­gu­men­te» sein wer­de. Gös­si sag­te, dass die FDP pla­ne, vor den eid­ge­nös­si­schen Wah­len im Herbst Mit­glie­der von Tür zu Tür und von Wäh­le­rin zu Wäh­ler zu schi­cken. «Wir wer­den zu­hö­ren und mit den Leu­ten über die Pro­ble­me re­den, die sie be­schäf­ti­gen.» Sie sel­ber be­schäf­ti­ge, dass in der Po­li­tik zu­neh­mend Un­ter­schie­de be­wirt­schaf­tet wür­den, statt dass man Ge­mein­sam­kei­ten su­che. Ei­ne sol­che Po­la­ri­sie­rung dür­fe es in der Schweiz nicht ge­ben. «Un­ser Er­folgs­mo­dell be­ruht dar­auf, dass wir bei al­len Un­ter­schie­den im­mer ei­nen Kon­sens fin­den», sag­te Pe­tra Gös­si.

Sei­nen Ab­schied von der Par­tei­ba­sis nahm alt Bun­des­rat Jo­hann Schnei­derAm­mann. «Es war mir ei­ne Eh­re, mich für die­ses Land, für un­ser Pe­tit Pa­ra­dis, zu en­ga­gie­ren», sag­te der Ber­ner. Die De­le­gier­ten wür­dig­ten den ehe­ma­li­gen Ma­gis­tra­ten für sein En­ga­ge­ment mit ste­hen­den Ova­tio­nen.

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