SO WARS!

Der Na­tio­na­le Wan­der­tag in Ar­bolds­wil war ein vol­ler Er­folg – die Bil­der.

Schweizer Familie - - VORDERSEITE - — Text Susanne Ro­then­ba­cher und Ste­fa­nie Wer­ner Fotos Jor­ma Mül­ler

Ar­bolds­wil, ei­ne Ort­schaft im Ba­sel­bie­ter Ju­ra, hat 570 Ein­woh­ner. Am ver­gan­ge­nen Sams­tag ström­ten 3500 Men­schen in das be­zau­bern­de Dörf­chen – mehr als das Sechs­fa­che der ein­hei­mi­schen Be­völ­ke­rung. Bei strah­len­dem Son­nen­schein be­gin­gen die Ar­bolds­wi­ler gemeinsam mit den zahl­rei­chen Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher den 11. Na­tio­na­len Wan­der­tag der «Schwei­zer Fa­mi­lie».

Vie­le zog es nicht nur we­gen der lieb­li­chen Hü­gel­land­schaft, des weit­um be­kann­ten Aus­sichts­punk­tes Cha­s­te­len­flue oder Hoch­pro­zen­ti­gem wie dem aus re­gio­na­len Chrie­si ge­brann­ten Schnaps in die nord­west­li­che Ecke der Schweiz. Es lock­ten auch Wan­de­run­gen mit drei pro­mi­nen­ten Schwei­zer Per­sön­lich­kei­ten. Mun­dart­sän­ger Trauf­fer, Srf-wet­ter­mann Tho­mas Bu­che­li so­wie «Schwei­zer Fa­mi­lie»-ko­lum­nis­tin und Mu­si­ke­rin Frö­lein Da Ca­po be­glei­te­ten drei Tou­ren mit un­ter­schied­li­chen Schwie­rig­keits­gra­den.

Vor al­lem die kür­zes­te Wan­de­rung mit Marc Trauf­fer zog die Men­schen in Mas­sen an. Ein 400 Me­ter lan­ger Tat­zel­wurm folg­te Marc Trauf­fer, wäh­rend er lo­cker plau­dernd die ers­te kur­ze Stei­gung in An­griff nahm. Vie­le Fans wa­ren an ih­rem «Trauf­fer»-t-shirt zu er­ken­nen, das sie ex­tra für die­sen be­son­de­ren Tag an­ge­zo-

gen hat­ten. Un­ter ih­nen auch Ron­ny Ge­rig aus dem so­lo­thur­ni­schen Neu­en­dorf. Der Koch hat­te bei sei­nem Ar­beit­ge­ber be­reits vor Mo­na­ten ei­nen Fe­ri­en­tag ein­ge­ge­ben, um mit sei­nen bei­den klei­nen Söh­nen Yan­nick und Mar­cel ihr Idol in Ar­bolds­wil zu tref­fen. «Wir ha­ben schon sie­ben Kon­zer­te von Trauf­fer be­sucht, Yan­nick durf­te so­gar ein­mal zu ihm auf die Büh­ne – aber mit ihm zu wan­dern, das ist et­was total an­de­res, ein­fach ein­ma­lig.»

Auch Marc Trauf­fer zeig­te sich von dem Er­leb­nis über­wäl­tigt. «Dass mir ei­ne solch grosse Hor­de Men­schen folgt, ist mir noch nie pas­siert», scherz­te er. Ob­wohl er al­le paar Schrit­te für ei­nen Sel­fiestopp an­hal­ten muss­te, ge­noss er es, mit so vie­len ver­schie­de­nen Men­schen, jun­gen wie al­ten, in ei­ner Land­schaft un­ter­wegs zu sein, die er bis­lang nur mit dem Au­to durch­quert hat­te: «Das ist fan­tas­tisch, rich­tig cool.»

Nicht an­ders er­ging es Ire­ne Brüg­ger ali­as Frö­lein Da Ca­po. «Rü­dig guet» ge­fie­len ihr die Be­geg­nun­gen mit den Leu­ten, die sich ih­rer Grup­pe an­ge­schlos­sen hat­ten. Ob­wohl im Grun­de kein Wan­der-

«Mit Trauf­fer zu wan­dern, das ist et­was total an­de­res, ein­fach ein­ma­lig.» Ron­ny Ge­rig

vo­gel, ent­schied sich das Frö­lein für die mit­tel­schwe­re Rou­te. Auf der über drei­stün­di­gen Tour be­wun­der­te sie die Aus­sicht auf das ro­man­tisch an­mu­ten­de Na­tur­schutz­ge­biet Wil­den­stein mit sei­nem 500-jäh­ri­gen Ei­chen­hain und lug­te in ei­nes der drei Erd­häu­ser, die an der Stre­cke lie­gen. Die Tour emp­fand Ire­ne Brüg­ger, die «am liebs­ten gera­de­aus wan­dert», üb­ri­gens als «durch­aus hu­man».

Zu­rück auf dem Fest­platz in Ar­bolds­wil, liess sie es sich gemeinsam mit ih­rer in cor­po­re auf­mar­schier­ten Fa­mi­lie gut ge­hen – nebst ih­rem Mann und ih­ren Kin­dern war auch ih­re Schwes­ter so­wie de­ren Jung­mann­schaft mit da­bei. Tau­sen­de an­de­re ta­ten es dem Brüg­ger-clan gleich, stärk­ten sich mit fei­nen Weiss­würs­ten, Bre­zeln, Steaks oder Cer­ve­lats oder schlen­der­ten an den Markt­stän­den ent­lang, wo es haus­ge­mach­te Spe­zia­li­tä­ten aus der Re­gi­on zu pro­bie­ren gab: ge­dörr­te Ap­fel­stück­li im Schog­gi­man­tel, fei­ne Si­rups, Säf­te, Tees, Rö­te­li, Most und Back­wa­ren. Bei den Stän­den der Spon­so­ren gab es span­nen­de Wett­be­wer­be zum Teil­neh­men, und wer sei­ne mü­den Füs­se aus­ru­hen woll­te, mach­te es sich im Zelt der «Schwei­zer Fa­mi­lie» ge­müt­lich. Die kleins­ten Be­su­cher ver­gnüg­ten sich im gröss­ten Sand­kas­ten der Nord­west­schweiz, im Gum­pischloss und beim Ro­deo. Und wer noch im­mer nicht mü­de war, tanz­te im Fest­zelt zur fet­zi­gen Mu­sik der Schwiizer Kid­dies.

Der­weil war Tho­mas Bu­che­li mit sei­ner Grup­pe noch im­mer un­ter­wegs. Der Srf-wet­ter­mann be­stritt die längs­te und steils­te Wan­de­rung, die in über vier St­un­den um den Schuf­le­berg über Gag­sen bis auf die Was­ser­fal­len führ­te. «Der Na­tio­na­le Wan­der­tag ist ei­ne gu­te Ge­le­gen­heit, mein Pu­bli­kum per­sön­lich ken­nen­zu­ler­nen»,

«Der Wan­der­tag ist ei­ne gu­te Ge­le­gen­heit, mein Pu­bli­kum per­sön­lich ken­nen­zu­ler­nen.» Tho­mas Bu­che­li, Srf-wet­ter­mann

sag­te er. Und schon sprach ihn Ire­ne Gloor aus Gret­zen­bach SO an: «Ich bin sel­ber ein Wet­ter­frosch», liess sie ihn wis­sen. «Zwei Ta­ge be­vor es reg­net, ha­be ich je­weils un­bän­di­gen Durst und trin­ke li­ter­wei­se Blö­ter­li­was­ser.»

Von der Was­ser­fal­len gibt es meh­re­re Mög­lich­kei­ten, ins Tal zu­rück­zu­keh­ren. Zu Fuss, mit der ein­zi­gen Gon­del­bahn der Nord­west­schweiz oder mit dem Trot­ti- nett. Wäh­rend die meis­ten Wan­de­rer die Gon­del­bahn be­stie­gen, schnapp­te sich Bu­che­li spon­tan ein Trot­ti und saus­te mit ei­ni­gen Aben­teu­er­lus­ti­gen im Ge­fol­ge den Berg hin­un­ter.

Ge­müt­li­che Wan­de­rer hin­ge­gen nah­men sich die Zeit, an ei­ner der Grill­stel­len ent­lang der Rou­ten ei­ne Wurst zu brä­teln. Wie­der an­de­re stürz­ten sich ins bun­te Trei­ben auf dem Fest­ge­län­de. Dort ging es

am Nach­mit­tag Schlag auf Schlag. «Schwei­zer Fa­mi­lie»-wan­der­ko­lum­nist Tho­mas Wid­mer be­ant­wor­te­te Fra­gen sei­ner Le­se­rin­nen und Le­ser, Trauf­fer gab ge­dul­dig Au­to­gram­me, Miss Hel­ve­tia be­geis­ter­te mit ih­rem Mix aus Folk­lo­re und Pop, und als et­was Ru­he ein­kehr­te, be­tra­ten Da­ni­el Dun­kel, Chef­re­dak­tor der «Schwei­zer Fa­mi­lie», und der Ar­bolds­wi­ler Ge­mein­de­prä­si­dent Jo­han­nes Sut­ter die Büh­ne. Da­ni­el Dun­kel zeig­te sich be­ein­druckt von dem, was die Ar­bolds­wi­ler auf die Bei­ne ge­stellt hat­ten, und dank­te Jo­han­nes Sut­ter mit den Wor­ten: «Die klei­ne Ge­mein­de hat Gross­ar­ti­ges ge­leis­tet und es ge­schafft, 3500 Men­schen ei­nen wun­der­ba­ren Tag zu be­rei­ten.»

Da­für, sag­te Jo­han­nes Sut­ter, sei tat­säch­lich das gan­ze Dorf auf den Bei­nen ge­we­sen. 570 Ein­woh­ner hat Ar­bolds­wil – 420 Hel­fe­rin­nen und Hel­fer sorg­ten da­für, dass der Na­tio­na­le Wan­der­tag im Ba­sel­biet zum un­ver­gess­li­chen Event wur­de.

Über hun­dert Tor­ten und Ku­chen, ver­riet Jo­han­nes Sut­ter, hat­ten die Frau­en – und si­cher auch ei­ni­ge Män­ner – des Dor­fes für den An­lass ge­ba­cken. Als sich all­mäh­lich die Däm­me­rung über den Fest­platz senk­te, war der Vor­rat noch längst nicht er­schöpft.

Ein Stück Rüe­b­li- oder Schwarz­wäl­der­t­or­te schlem­men, Fran­ci­ne Jor­di zu­hö­ren, das Feu­er­werk be­stau­nen, das we­gen der Wald­brand­ge­fahr am 1. Au­gust nicht ab­ge­hal­ten wer­den konn­te und nun nach­ge­holt wur­de, und zu spä­ter St­un­de zur be­schwing­ten Volks­mu­sik der Fa­mi­li­en­for­ma­ti­on Oesch’s die Drit­ten ein Tänz­chen wa­gen – schö­ner hät­te der 11. Na­tio­na­le Wan­der­tag der «Schwei­zer Fa­mi­lie» in Ar­bolds­wil nicht aus­klin­gen kön­nen.

«Ar­bolds­wil hat es ge­schafft, 3500 Men­schen ei­nen wun­der­ba­ren Tag zu be­rei­ten.» Da­ni­el Dun­kel, Chef­re­dak­tor

Mun­dart­sän­ger Trauf­fer mit Fan Ron­ny Ge­rig und des­sen Söh­nen Yan­nick und Mar­cel (rechts im Bild).

Mu­si­ke­rin und Ko­lum­nis­tin Ire­ne Brüg­ger ali­as Frö­lein Da Ca­po (Mit­te) nimmt die mit­tel­schwe­re Rou­te in An­griff.

Re­dak­to­rin An­ge­la Lem­bo wan­dert mit Srf-wet­ter­mann Tho­mas Bu­che­li.

Die Schwiizer Kid­dies, die jüngs­te Mun­d­art­band der Schweiz, le­gen los wie die Gros­sen.

Or­ga­ni­sa­to­ren und Spon­so­ren des Na­tio­na­len Wan­der­tags: Oth­mar Cu­e­ni, Prä­si­dent Wan­der­we­ge bei­der Ba­sel, Alexandra und Micha­el Fur­ler von Fur­ler Pro­duc­tions, Kristina Ian­not­ti, Lei­te­rin Mar­ke­ting Sport 2000, Ro­bert Hor­ba­ty, Vi­ze­prä­si­dent Wan­der­we­ge bei­der Ba­sel, Jé­rô­me Keller, Ge­biets­ver­ant­wort­li­cher Hag­l­öfs, Chef­re­dak­tor Da­ni­el Dun­kel, Andre­as Kilch­herr, Lei­ter Mar­ke­ting von Ap­pen­zel­ler Bier, Jo­han­nes Sut­ter, Ge­mein­de­prä­si­dent Ar­bolds­wil (v. l.).

An Markt­stän­den wer­den re­gio­na­le Köst­lich­kei­ten an­ge­bo­ten. Das ein­la­den­de Fest­ge­län­de bie­tet Platz für al­le. Kin­der ver­gnü­gen sich beim Ro­deo – nur ei­ne der At­trak­tio­nen für die Klei­nen.

Im vol­len Fest­zelt herrscht aus­ge­las­se­ne Stim­mung.

Zur Volks­mu­sik von Oesch’s die Drit­ten wird bis spät in den Abend ge­tanzt.

Sän­ge­rin Miss Hel­ve­tia be­geis­tert mit ih­rem Mix aus Folk und Pop.

Sän­ge­rin Fran­ci­ne Jor­di be­zau­bert mit ih­rer Stim­me und ih­rer Ele­ganz.

Je spä­ter der Abend, des­to schö­ner das Fest.

Chef­re­dak­tor Da­ni­el Dun­kel (M.) über­gibt den Wan­der­stab Or­lan­do Ber­ga­min, Ge­schäfts­füh­rer der Fe­ri­en­re­gi­on Hei­di­land. Links: Jo­han­nes Sut­ter, Ge­mein­de­prä­si­dent von Ar­bolds­wil.

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