Kle­be­band fürs Le­ben

Schmer­zen Knie, Kopf oder Rü­cken, kön­nen Ki­ne­sio-tapes die Be­schwer­den lin­dern. Die Bän­der, auf die Haut ge­klebt, lö­sen ver­spann­te Mus­keln, the­ra­pie­ren Ent­zün­dun­gen und ver­bes­sern die Durch­blu­tung.

Schweizer Familie - - INHALT - — Text An­net­te Wirth­lin Fotos Rai­sa Du­ran­di

Ki­ne­sio­tapes lin­dern Schmer­zen

Im Som­mer, wenn die Men­schen viel nack­te Haut zei­gen, sieht man sie be­son­ders oft: die bun­ten, pflas­ter­ar­ti­gen Strei­fen auf Schul­ter­blät­tern und Kni­en, ent­lang von Wir­bel­säu­len oder quer über son­nen­ge­bräun­te Bäu­che. Als an der Olym­pia­de 2004 die ers­ten Ex­em­pla­re auf den Kör­pern von Leis­tungs­sport­lern auf­tauch­ten, wur­den sie noch als mo­di­sches Ac­ces­soire be­lä­chelt. Un­ter­des­sen ha­ben sich die Phy­sio-tapes auch in der Nor­mal­be­völ­ke­rung als ernst zu neh­men­des und von Kran­ken­kas­sen an­er­kann­tes Me­di­zin­pro­dukt eta­bliert. Ei­nes, das un­ter an­de­rem Mus­keln stärkt, die Be­weg­lich­keit ver­bes­sert und Ver­let­zun­gen ku­riert. Und dies nicht nur in der war­men Jah­res­zeit.

Wie der Phy­sio­the­ra­peut Ste­phan Mo­gel mit Pra­xis in Wet­tin­gen AG be­zeugt, fra­gen Pa­ti­en­ten im­mer öf­ter von sich aus nach den the­ra­peu­ti­schen Kle­be­bän­dern, weil sie et­wa bei ei­nem Kol­le­gen mit den glei­chen Be­schwer­den ge­nützt hät­ten. Tapes wer­den aber auch von Haus­ärz­ten ver­ord­net, et­wa in Er­gän­zung zu ei­ner Phy­sio­the­ra­pie. Als Grün­der der Fir­ma Ki­ne­sio Schweiz bil­det Ste­phan Mo­gel je­des Jahr an die 1000 Me­di­zi­ner, Mas­seu­re, Os­teo­pa­then, Er­go­the­ra­peu­ten und Sport­wis­sen­schaft­ler in der Ta­ping-tech­nik aus. Der 42-Jäh­ri­ge sagt: «Die An­wen­dungs­ge­bie­te sind sehr zahl­reich – da­zu ge­hö­ren et­wa die Sport­trau­ma­to­lo­gie, die Or­tho­pä­die, die in­ne­re Me­di­zin, die Rheu­ma­to­lo­gie und so­gar die Gy­nä­ko­lo­gie.» Ori­gi­nal heis­sen die Strei­fen Ki­ne­sio-tapes – von «Ki­ne­sio­lo­gie», was so viel wie Be­we­gungs­wis­sen­schaft be­deu­tet.

Ki­ne­sio-tapes von gu­ter Qua­li­tät be­ste­hen aus Baum­woll­ge­we­be, Elast­an­fä­den und Acryl­kleb­stoff. Acryl des­we- gen, weil die­ses im Ge­gen­satz zu La­tex kaum all­er­gi­sche Re­ak­tio­nen aus­löst. Die Dehn­bar­keit der Bän­der ist der­je­ni­gen der äus­se­ren Haut­schicht nach­emp­fun­den, da­mit sie dem Trä­ger wie ei­ne zwei­te Haut vor­kom­men. Weil man sie kaum wahr­nimmt, ist es nicht leicht nach­zu­voll­zie­hen, über wel­chen Mecha­nis­mus die Strips ih­re Wir­kung ent­fal­ten.

Ein Schubs in die rich­ti­ge Rich­tung

Der Grund­ge­dan­ke beim Ta­ping ist, dass bei vie­len Hei­lungs­pro­zes­sen mo­de­ra­te Be­we­gung för­der­lich ist. Im Ge­gen­satz zu ei­nem nor­ma­len Stütz­ver­band wird der Be­we­gungs­spiel­raum des Pa­ti­en­ten durch das hoch­e­las­ti­sche Ta­pe nicht ein­ge­schränkt. Ver­letz­te oder über­be­an­spruch­te Mus­keln wer­den ge­schont, je­doch wei­ter­hin leicht be­an­sprucht. Ste­phan Mo­gel er­klärt: «Die Re­zep­to­ren in der äus­sers­ten Haut­schicht er­hal­ten von dem Band ei­nen kon­ti­nu­ier­li­chen me­cha­ni­schen Reiz und mel­den ans Ge­hirn: Hier, die­sen Mus­kel musst du ak­ti­vie­ren!» Gleich­zei­tig wer­den Ge­len­ke über den Zug des Tapes in ei­ne bes­se­re Po­si­ti­on ge­bracht, was die Be­weg­lich­keit ver­bes­sert und den Schmerz lin­dert. Zu­dem wird die Haut durch das Band mi­nim an­ge­ho­ben und beim Be­we­gen ge­gen das dar­un­ter­lie­gen­de Ge­we­be ver­scho­ben. «Das för­dert die Durch­blu­tung und da­mit die Ver­tei­lung von ent­zün­dungs­hem­men­den Stof­fen über die kleins­ten Blut­ge­fäs­se», so Ste­phan Mo­gel. Nicht zu­letzt wir­ken Phy­sio-tapes – wie die Bän­der auch heis­sen – ab­schwel­lend, denn sie re­gen die Pump­funk­ti­on in den Ve­nen und Lym­ph­bah­nen an.

Sind die Tapes nicht auch ein­fach des­halb ef­fekt­voll, weil der Trä­ger an ih­re Wir­kung glaubt? «Klar», sagt Ste­phan Mo­gel, «Au­to­sug­ges­ti­on ist mit im Spiel, wie­so auch nicht?» Denn wenn ein Ta­pe den Pa­ti­en­ten 50-mal am Tag da­ran er­in­ne­re, sich auf­zu­rich­ten, dann ver­bes­se­re sich die Hal­tung tat­säch­lich, und die Schmer­zen wür­den nach­las­sen. «Das Ta­pe ak­ti­viert ein kör­per­ei­ge­nes Selbst­hei­lungs­sys­tem, in­dem es uns ei­nen Schubs in die rich­ti­ge Rich­tung gibt.»

Er­fun­den hat das Ta­ping der ja­pa­ni­sche Chi­ro­prak­ti­ker Ken­zo Ka­se. Er mach­te in den 1970er-jah­ren in sei­ner Pra­xis im­mer wie­der die glei­che Be­ob­ach­tung: Zog er ei­nem Pa­ti­en­ten et­wa ei­ne zu weit nach vor­ne hän­gen­de Schul­ter ganz sanft nach hin­ten, sag­te die­ser: «Wow, das fühlt sich gut an. Kön­nen Sie mir nicht Ih­re Hand mit nach Hau­se ge­ben?» Die selbst­kle­ben­den Tapes, die Ken­zo Ka­se dar­auf zu ent­wi­ckeln be­gann, wa­ren ein Ver­such, den The­ra­pie­ef­fekt über die Be­hand­lung hin­aus zu ver­län­gern – den In­put sei­ner Hand qua­si dau­er­haft zu ma­chen. Ein Ta­pe kann bis zu ei­ner Wo­che durch­ge­hend ge­tra­gen wer­den, bis es be­ginnt, sich ab­zu­lö­sen.

Die Wirk­sam­keit von Ki­ne­sio-tapes wur­de in un­ter­schied­lichs­ten Stu­di­en nach­ge­wie­sen. Dar­un­ter auch ei­ne, die Ste­phan Mo­gel selbst durch­ge­führt hat: Für sei­ne Ab­schluss­ar­beit an der Uni Salzburg liess er 110 Pro­ban­den ver­schie­de­ne Kraft- und Deh­nungs­übun­gen aus­füh­ren – ein­mal mit und ein­mal oh­ne Ta­pe auf der hin­te­ren Ober­schen­kel­mus­ku­la­tur. Sei­ne Kraft- und Be­weg­lich­keits­mes­sun­gen er­ga­ben, dass fast al­le Teil­neh­mer (so­wohl Sport­ler als auch Nicht-sport­ler) mit Kle­be­strei­fen bes­ser ab­schnit­ten als oh­ne die­se. Oh­ne die «Mit­ar­beit» des Pa­ti­en­ten wird ein the­ra­peu­ti­sches Ta­pe al­ler­dings kei­ne Hei­lung er­zie­len. «Es ist im­mer ei­ne Teil­mass­nah­me in­ner­halb ei­ner Be­hand­lung, et­wa ei­ner klas­si­schen Phy­sio­the­ra­pie», sagt Ste­phan Mo­gel. Die Lis­te der Pro­ble­me, bei de­nen sich Ta­ping an­bie­tet, ist lang. Be­son­ders Er­folg ver­spre­chend ist es et­wa

«Ein Ta­pe ge­hört nicht zwin­gend auf die Stel­le, wo der Schmerz sitzt.» Ste­phan Mo­gel, Phy­sio­the­ra­peut

bei den fol­gen­den: Mus­kel­zer­run­gen und Ver­span­nun­gen, Rü­cken­schmer­zen, aus­ge­ku­gel­te Schul­ter (Lu­xa­ti­on), Ten­nis­ell­bo­gen, Seh­nen­schei­den­ent­zün­dun­gen, He­xen­schuss, Kreuz­band­ver­let­zun­gen, Über­las­tung der Achil­les­seh­ne, Hüft­im­pin­ge­ment (Eng­pass im Ge­lenk), Wachs­tums­stö­run­gen im Fuss und die Schräg­ze­he (Hal­lux).

Ak­ti­vie­ren statt ru­hig stel­len

Ta­ping kommt aber auch bei Ar­thro­se zum Zug: Die chro­ni­sche Ge­len­ker­kran­kung ent­steht zum Bei­spiel in der Hüf­te, wenn die Ge­säss­mus­ku­la­tur nicht rich­tig ar­bei­tet. Die Bän­der und Seh­nen müs­sen das Ge­lenk dann al­lei­ne hal­ten. Um Sta­bi­li­tät zu ver­mit­teln, raf­fen sie sich zu­sam­men, was Druck auf die Ge­lenkk­nor­pel aus­übt. Die­se be­gin­nen sich ab­zu­bau­en. Weil das Ge­lenk jetzt noch in­sta­bi­ler wird, ver­en­gen sich Seh­nen und Bän­der um­so mehr. «Ein Ta­pe kann die­sen Teu­fels­kreis un­ter­bre­chen, in­dem es die Mus­ku­la­tur an­regt, wie­der ih­ren Job zu ma­chen», er­klärt Ste­phan Mo­gel. «Der Druck im Ge­lenk lässt nach, der Knor­pel kann wie­der wach­sen, die Be­schwer­den neh­men ab.»

Hel­fen kann ein Ta­pe auch beim Schleu­der­trau­ ma. Durch die Über­deh­nung bei ei­nem Un­fall wird ein Mus­kel ge­schwächt, was er zu kom­pen­sie­ren ver­sucht, in­dem er sich ver­spannt. Oft emp­feh­len Ärz­te dann, den ver­krampf­ten Mus­kel mög­lichst ru­hig zu stel­len. Ein Feh­ler, wie Ste­phan Mo­gel fin­det: «Mit ei­nem Ta­pe an der rich­ti­gen Stel­le kann man den be­trof­fe­nen Mus­kel wie­der ak­ti­vie­ren und kräf­ti­gen.» Auch ein mi­grä­ne­ar­ti­ger Ver­span­nungs­kopf­schmerz in­klu­si­ve Seh­stö­run­gen kön­ne weg­g­e­ta­ped wer­den, sagt der Ex­per­te, so­fern er durch ei­ne Fehl­hal­tung aus­ge­löst wur­de. Wenn wir zu­sam­men­ge­sun­ken im Bü­ro­stuhl sit­zen und das Kinn Rich­tung Bild­schirm schie­ben, ent­steht Druck im Na­cken. «Die­sen neh­me ich weg, in­dem ich der Wir­bel­säu­le mit ei­nem Ta­pe den Im­puls zur Auf­rich­tung ge­be.»

Auf den Un­ter­leib auf­ge­bracht, kön­ne ein Kle­be­band so­gar Mens­trua­ti­ons­be­ schwer­den zu Lei­be rü­cken, sagt Ste­phan Mo­gel. «Wenn sich die Ge­bär­mut­ter zu­sam­men­krampft, ver­ur­sacht dies Zug auf die Bän­der, wel­che sie hal­ten. Das schmerzt.» Mit dem Ta­pe ver­sucht der Phy­sio­the­ra­peut das zu imi­tie­ren, was Frau­en in­tui­tiv ge­gen den Schmerz tun: das Bauch­ge­we­be mit der Hand nach oben hin zu stüt­zen. Auf ähn­li­che Wei­se kann auch ein Ba­by mit Drei­mo­nats­ko­li­ken von sei­nen Bauch­schmer­zen er­löst wer­den. «Es geht dar­um, das Bauch­fell zu ent­span­nen, da­mit der Darm mehr Platz kriegt und die Ver­dau­ungs­ga­se ent­wei­chen kön­nen», sagt Ste­phan Mo­gel.

Fach­kennt­nis­se sind ge­fragt

Phy­sio­tapes kom­men auch zum Ein­satz, be­vor sich Schmer­zen be­merk­bar ma­chen. Et­wa dann, wenn sich je­mand im­mer wie­der in ei­ner buck­li­gen Hal­tung er­tappt, beim Jä­ten im Gar­ten schnell ei­nen mü­den Rü­cken be­kommt oder auf Flug­rei­sen. «An­stel­le von Stütz­strümp­fen kann man ei­ner Throm­bo­se mit ei­nem Ta­pe ent­ge­gen­wir­ken, wenn man es vor dem Flug an­bringt», sagt Ste­phan Mo­gel. Und bei Sport­lern las­se sich die Funk­ti­on be­stimm­ter Mus­keln im Hin­blick auf ein neu­es Trai­nings­ziel ge­zielt sti­mu­lie­ren.

Sturz­pro­phy­la­xe ist ein wei­te­res Stich­wort für den Ta­ping­spe­zia­lis­ten. Das be­trifft nicht nur im­mo­bi­le äl­te­re Men­schen, son­dern auch jun­ge, die ei­ne Ope­ra­ti­on hin­ter sich ha­ben oder aus­ge­präg­te Couch­po­ta­toes sind. Denn die schnell zu­cken­den Mus­kel­fa­sern, die uns dank ra­scher Kon­trak­tio­nen vor Stür­zen be­wah­ren kön­nen, bil­den sich im­mer zu­erst zu­rück. «Sie ver­schwin­den aber nicht, sie ge­hen viel­mehr ver­ges­sen», sagt Ste­phan Mo­gel. «Mit Tapes auf dem Ober­schen­kel, Ge­säss oder Rumpf kann ich ih­nen für ein paar Wo­chen ei­nen Reiz set­zen, da­mit sie wie­der ak­tiv wer­den und schnel­ler re­agie­ren», er­klärt Mo­gel. «Kom­bi­niert mit pas­sen­den Gym­nas­tik­übun­gen.»

Das kor­rek­te Plat­zie­ren ei­nes Tapes er­for­dert spe­zi­fi­sche Fach­kennt­nis­se und ge­hört des­halb in die Hän­de ei­ner aus­ge­

«Das Ta­pe ak­ti­viert ein kör­per­ei­ge­nes Selbst­hei­lungs­sys­tem.» Ste­phan Mo­gel, Phy­sio­the­ra­peut

bil­de­ten Per­son. Mit ei­ner spe­zi­el­len Un­ter­su­chungs­tech­nik muss die­se für je­den Pa­ti­en­ten in­di­vi­du­ell her­aus­fin­den, wo das Ta­pe auf­ge­klebt wer­den muss. «Denn es ge­hört nicht zwin­gend auf die Stel­le, wo der Schmerz sitzt», sagt Ste­phan Mo­gel. Ein Schleu­der­trau­ma et­wa kön­ne sei­nen Ur­sprung in der Na­cken-, aber eben­so gut in der Bauch­mus­ku­la­tur ha­ben. Je nach ge­wünsch­ter Wir­kung gibt der Ex­per­te Zug auf das Band oder nicht. Aus­ser­dem kom­men ver­schie­de­ne Schnitt­tech­ni­ken zur An­wen­dung. Ein so­ge­nann­tes I-ta­pe (ge­ra­der Strei­fen) eig­net sich für die Mus­kel­ak­ti­vie­rung, ein Y-ta­pe (ein­mal ein­ge­schnit­ten) bei Schwel­lun­gen oder Nar­ben, und ein Fä­cher­tape (mehr­fach ein­ge­schnit­ten) regt das ve­nö­se Sys­tem an der Ober­flä­che an. Nach ge­nau­er In­struk­ti­on durch den Pro­fi kann der Pa­ti­ent das nächs­te Ta­pe zu Hau­se sel­ber an­kle­ben oder sich von ei­nem Fa­mi­li­en­mit­glied hel­fen las­sen. Mitt­ler­wei­le sind in Apo­the­ken oder übers In­ter­net Tapes von über 40 An­bie­tern er­hält­lich, die je nach Qua­li­tät zwi­schen 9 und 25 Fran­ken kos­ten. Ka­putt ma­chen kann man durch ein falsch po­si­tio­nier­tes Ta­pe nichts. Schlimms­ten­falls zeigt es nicht die ge­woll­te Wir­kung. «So, wie ein Ta­pe Be­we­gung und Kraft un­ter­stüt­zen kann, kann es sie auch hem­men», sagt Ste­phan Mo­gel.

Kraft för­dern: Phy­sio­the­ra­peut Ste­phan Mo­gel über­prüft die Wir­kung des Tapes.

Kopf­weh weg­ta­pen: Wird bei ver­spann­ter Mus­ku­la­tur ge­macht.

Gut plat­ziert: Das Ta­pe wird an der rich­ti­gen Stel­le an­ge­bracht. Zu­erst aber muss der Pa­ti­ent von ei­ner spe­zi­ell aus­ge­bil­de­ten Fach­per­son un­ter­sucht wer­den.

Ein­satz im Spit­zen­sport: Die ukrai­ni­sche Hoch­sprin­ge­rin Ka­te­ry­na Ta­baschnyk setz­te En­de Au­gust bei Welt­klas­se Zü­rich auf Ki­ne­sio­tapes.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.