SCHON ÖTZI NUTZTE MOO­SE

Schweizer Familie - - WISSEN -

Moo­se wur­den nie als Nah­rungs­pflan­zen kul­ti­viert. Trotz­dem nüt­zen sie uns auf viel­fäl­ti­ge Wei­se. So mel­de­ten erst vor kur­zem For­schen­de der Uni­ver­si­tät Bern und der ETH Zü­rich, dass sie aus ei­nem Le­ber­moos ei­nen Stoff ex­tra­hiert hät­ten, der ähn­lich wir­ke wie das Can­na­bis-pro­dukt THC. Der Stoff heisst Per­rot­te­ti­nen und ist be­reits seit 1994 be­kannt. Doch erst die Schwei­zer For­scher stell­ten fest, dass Per­rot­te­ti­nen we­ni­ger psy­cho­ak­tiv ist als THC, je­doch ei­ne stär­ke­re ent­zün­dungs­hem­men­de Wir­kung hat. Be­reits in der St­ein­zeit ha­ben die Men­schen Moos als Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al be­nutzt. Ötzi, der be­rühm­tes­te St­ein­zeit­jä­ger, trug sei­nen Pro­vi­ant in Moos ein­ge­wi­ckelt bei sich. Zu­dem fan­den sich bei ihm auch Spu­ren ei­nes Torf­moo­ses. Weil Torf­moo­se ex­trem saug­fä­hig sind, dien­ten sie zahl­rei­chen Völ­kern wäh­rend Jahr­hun­der­ten als Win­deln, Bin­den oder auch als Toi­let­ten­pa­pier. Vor al­lem aber deck­ten die Men­schen da­mit auch Wun­den ab. Noch im Ers­ten Welt­krieg ha­ben die Al­li­ier­ten in ih­ren La­za­ret­ten mit Torf­moo­sen ge­füll­te Wund­ver­bän­de ein­ge­setzt. Vom Ka­na­di­schen Ro­ten Kreuz ist be­kannt, dass es je­den Mo­nat über 200 000 die­ser Wund­ver­bän­de ver­brauch­te. Sie wur­den von Haus­frau­en in Heim­ar­beit her­ge­stellt. Torf­moo­se sau­gen we­gen ih­rer spe­zi­el­len Ana­to­mie nicht nur das 25-Fa­che ih­res Tro­cken­ge­wichts auf. Sie ha­ben auch ei­ne Pil­ze und Bak­te­ri­en tö­ten­de Wir­kung.

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