GRIPPEIMPFUNG: SICH UND AN­DE­RE SCHÜT­ZEN!

Wie­so soll­te sich je­mand ge­gen Grip­pe imp­fen las­sen? Der Rot­punkt Apo­the­ker Ma­thi­as Reb­sa­men gibt Aus­kunft: «Die Ant­wort ist ganz ein­fach: Vor­beu­gen ist bes­ser als hei­len», er­klärt der Ge­schäfts­füh­rer der Pil­ger­brun­nen Rot­punkt Apo­the­ke in Zü­rich.

Schweizer Familie - - GESUNDHEIT -

«Vor­beu­gen ist auch bil­li­ger als be­han­deln. Und zu­dem an­ge­neh­mer: Denn ein klei­ner Piecks ist ei­ne loh­nens­wer­te In­ves­ti­ti­on im Ver­gleich zum Los, zu Hau­se das Bett hü­ten zu müs­sen.» Plötz­lich auf­tre­ten­des ho­hes Fie­ber, schwe­re Glie­der­schmer­zen und ein aus­ge­präg­tes Krank­heits­ge­fühl sei­en die An­zei­chen, dass es sich nicht um ei­ne ba­na­le Er­käl­tung (grip­pa­ler In­fekt) hand­le, son­dern um ei­ne ech­te Grip­pe (In­flu­en­za). «Zwar ge­hen die Grip­pe­sym­pto­me auch oh­ne Imp­fung nach drei bis sie­ben Ta­ge zu­rück», er­klärt der Apo­the­ker. «Aber ei­ne ech­te Grip­pe legt ei­nen für ei­ne Woche bis zehn Ta­ge ins Bett.»

Imp­fen schützt am bes­ten

«Ei­ner Grip­pe kann man aber eben­falls mit ver­schie­de­nen Me­tho­den vor­beu­gen», er­klärt Ma­thi­as Reb­sa­men. «Häu­fi­ges Hän­de­wa­schen ist sehr wich­tig. Für Per­so­nen, die mit dem ÖV un­ter­wegs sind, emp­fiehlt es sich zu­dem, mehr­mals am Tag die Hän­de mit ei­nem ge­eig­ne­ten Mit­tel zu des­in­fi­zie­ren. Um an­de­re vor ei­ner Tröpf­chen­in­fek­ti­on zu schüt­zen, soll­te im­mer in die Arm­beu­ge ge­niest oder ge­hus­tet wer­den. Hilf­reich ist auch, das Im­mun­sys­tem zu stär­ken, bei­spiels­wei­se mit Vit­amin C, ei­nem Son­nen­hut­prä­pa­rat oder Zink. Doch al­le die­se Mass­nah­men wir­ken nicht so gut wie ei­ne Grippeimpfung. Kurz: Die Imp­fung ist die bes­te und wirk­sams­te Art, sich vor ei­ner Grip­pe zu schüt­zen.»

Auch an­de­re schüt­zen

Ei­ne Grippeimpfung ma­che nicht nur ei­nen selbst we­ni­ger an­fäl­lig für die Grip­pe­er­kran­kung. «Wer sich ge­gen Grip­pe imp­fen lässt, schützt auch an­de­re Men­schen vor ei­ner An­ste­ckung», er­klärt der Apo­the­ker. «Je mehr Per­so­nen in un­se­rer Be­völ­ke­rung ge­gen Grip­pe ge­impft sind, des­to we­ni­ger kön­nen die Grip­pe­vi­ren zir­ku­lie­ren. Das heisst: Je­der, der sich ge­gen Grip­pe imp­fen lässt, leis­tet auch ei­nen Bei­trag da­zu, dass es kei­ne grosse Grip­pe­wel­le gibt. Dar­über hin­aus ver­min­dert die Grippeimpfung das Ri­si­ko für teil­wei­se schwe­re Kom­pli­ka­tio­nen. Die­se kön­nen ent­ste­hen, wenn Bak­te­ri­en ei­ne zu­sätz­li­che In­fek­ti­on – ei­ne Su­per­in­fek­ti­on – aus­lö­sen. Sehr oft kommt es dann zu schwe­ren Ent­zün­dun­gen im Hals-, Na­sen­und Oh­ren­be­reich oder gar zu ei­ner Lun­gen­ent­zün­dung.»

Wer sich ge­gen Grip­pe imp­fen las­sen soll­te

«Ei­ne Grippeimpfung lohnt sich für al­le, die ge­sund durch den Win­ter kom­men möch­ten», sagt Ma­thi­as Reb­sa­men. «Dar­über hin­aus emp­fiehlt das Bun­des­amt für Ge­sund­heit BAG die Imp­fung für spe­zi­el­le Ri­si­ko­grup­pen. Zu die­sen ge­hö­ren Per­so­nen über 65 und schwan­ge­re Frau­en. Aber auch Per­so­nen ab dem 6. Al­ter­s­mo­nat mit ei­nem er­höh­ten Kom­pli­ka­ti­ons­ri­si­ko – bei­spiels­wei­se mit ei­ner chro­ni­schen Grun­d­er­kran­kung wie ei­ner Lun­gen- oder Herz-kreis­lauf-er­kran­kung, Asth­ma, Blut­hoch­ruck oder Dia­be­tes.» Laut An­ga­ben des BAG wer­den in je­der Grip­pe­sai­son in der Schweiz 1000 bis 5000 Per­so­nen hos­pi­ta­li­siert. Und rund 1500 Per­so­nen ster­ben in ei­ner mit­tel­schwe­ren bis schwe­ren Grip­pe­sai­son an Grip­pe; im Jahr 2015 wa­ren es gar 2500.

Imp­fen in Apo­the­ken

In im­mer mehr Kan­to­nen kön­nen die Grip­pe­imp­fun­gen zu­sätz­lich in Apo­the­ken durch­ge­führt wer­den. Dies ent­las­tet nicht nur die Arzt­pra­xen, auch Impf­wil­li­ge pro­fi­tie­ren von die­ser Re­ge­lung. Ma­thi­as Reb­sa­men: «In den Apo­the­ken kann man die Grippeimpfung oh­ne Vor­an­mel­dung ma­chen las­sen, oh­ne War­te­zei­ten und dis­kret in ei­nem se­pa­ra­ten Sprech­zim­mer. Zu­erst wer­den an­hand ei­nes stan­dar­di­sier­ten Fra­ge­bo­gens Ri­si­ken und Kon­tra­in­di­ka­tio­nen ab­ge­klärt. Wenn nichts ge­gen die Imp­fung spricht, kön­nen wir ge­sun­de Er­wach­se­ne ab 16 Jah­ren ge­gen Grip­pe imp­fen. Die Imp­fung in Apo­the­ken wird von spe­zi­ell aus­ge­bil­de­ten Impf­apo­the­kern aus­ge­führt, die von ei­ner kan­to­na­len Be­hör­de wie der Heil­mit­tel­kon­trol­le Zü­rich ei­ne spe­zi­el­le Impf­be­wil­li­gung er­hal­ten ha­ben.»

Den bes­ten Zeit­punkt nicht ver­pas­sen

Wel­che Stäm­me der In­flu­en­za­vi­ren in den Impf­stoff ge­hö­ren, de­fi­niert die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO je­des Jahr neu. Weil sich das Grip­pe­vi­rus sehr schnell ver­än­dert, schützt ei­ne Grippeimpfung nicht hun­dert­pro­zen­tig. Der bes­te Zeit­punkt für ei­ne Imp­fung sind die letz­ten zwei Ok­to­ber- und die ers­ten zwei No­vem­ber­wo­chen. Warum dies so ist, er­klärt Ma­thi­as Reb­sa­men: «Es braucht et­wa zwei Wo­chen, bis der voll­stän­di­ge Impf­schutz auf­ge­baut ist: Die­ser hält vier bis sechs Mo­na­te an. Da die Grip­pe­wel­le in Eu­ro­pa meist ab der zwei­ten De­zem­ber­hälf­te aus­bricht, ver­fügt man recht­zei­tig über den idea­len Schutz, und der reicht dann, bis die Grip­pe­wel­le vor­über ist.»

«Die Kun­den schät­zen be­son­ders, dass sie sich für die Grippeimpfung nicht an­mel­den müs­sen.» sagt Ma­thi­as Reb­sa­men. Ger­ne über­neh­men sie die ge­rin­gen Kos­ten für den Impf­ser­vice, da sie sich nicht erst in ei­ner Arzt­pra­xis an­mel­den und dort ver­mut­lich lan­ge war­ten müs­sen. Auch ge­sun­de Per­so­nen, die Kon­takt mit Ri­si­ko­pa­ti­en­ten ha­ben, las­sen sich bei uns imp­fen. Wir ha­ben aber auch Impf­wil­li­ge, die sa­gen: ‹Ich ha­be ei­nen stren­gen Job und kann es mir nicht leis­ten, ei­ne Woche lang krank zu sein› oder ‹Ich ge­he ger­ne Ski­fah­ren: Ich will nicht we­gen ei­ner Grip­pe sie­ben Ta­ge zu Hau­se im Bett lie­gen müs­sen.› Die­se Ar­gu­men­te soll­ten nicht un­ter­schätzt wer­den.» Text­quel­le: Sa­na­t­rend

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