Ge­spräch zur Zeit

Er mo­de­riert am Fern­se­hen und schreibt Kas­per­li-hör-cds: Nik Hart­mann hat Jobs, die ihn er­fül­len. Trotz­dem lei­det er zu­wei­len un­ter Selbst­zwei­feln.

Schweizer Familie - - INHALT - — In­ter­view Ro­land Falk

Nik Hart­mann, Mo­de­ra­tor

Was ha­ben Sie heu­te vor?

Ich ha­be mei­nen Putz­tag und stel­le das Haus auf den Kopf. Das funk­tio­niert bes­tens, weil die Fa­mi­lie mo­men­tan nicht zu Hau­se ist und ich über­all freie Bahn ha­be.

Kürz­lich ha­ben Sie Ih­re zehn­te HÖR-CD mit Ge­schich­ten um Kas­per­li ver­öf­fent­licht. Was reizt Sie an die­ser Froh­na­tur?

Die Lust, die Hör­spielt­ra­di­ti­on für Kin­der auf zeit­ge­mäs­se Art fort­zu­set­zen. Ich mer­ke im­mer wie­der, dass die The­men­welt von Kas­per­li sehr uni­ver­sell ist und auf spas­sigs­te Wei­se mo­dern-alt­mo­disch.

Der Kas­per­li der Na­ti­on war der 2015 ver­stor­be­ne Schau­spie­ler Jörg Schnei­der. Er mach­te sich un­ver­gess­lich in die­ser Rol­le. Wol­len Sie ihm den Rang ab­lau­fen?

Auf kei­nen Fall. Mei­ne drei Mit­spre­cher und ich wol­len das Ori­gi­nal auch nicht ko­pie­ren. Was wir tun, ist eher ei­ne Ver­beu­gung vor al­len, die sich schon um Kas­per­li ver­dient ge­macht ha­ben.

Kas­per­li ist ei­ne Fi­gur, die sich in je­des Aben­teu­er stürzt. Was war Ih­re bis­her mu­tigs­te Ak­ti­on?

Ich ha­be ei­ne Fa­mi­lie ge­grün­det. Bei al­lem Wun­der­schö­nen: Wenn man bei der Pla­nung wüss­te, was al­les auf ei­nen zu­kommt, wä­re die Mensch­heit längst aus­ge­stor­ben.

Sie sind als TV- und Ra­dio-mo­de­ra­tor na­he­zu dau­er­prä­sent, und Sie schrei­ben. Wo­her neh­men Sie die Ener­gie?

In Sa­chen Prä­senz de­cken sich Fremd­wahr­neh­mung und Ist­zu­stand nicht ganz. Bei Ra­dio SRF 3 bei­spiels­wei­se bin ich nur noch punk­tu­ell. Al­les ist zu­dem ei­ne Fra­ge der Ein­tei­lung. Ei­ne Kas­per­li-ge­schich­te tip­pe ich an ei­nem Tag, wenn ich die Idee da­zu ha­be.

Die Zei­tung «Blick» hat der neu­en Srf-di­rek­to­rin Nat­ha­lie Wapp­ler ans Herz ge­legt, Sie noch in­ten­si­ver als bis­her zu be­schäf­ti­gen. Ist das auch Ihr Wunsch?

Der «Blick» hat das oh­ne Ab­spra­che mit mir ge­schrie­ben. Ich brau­che kei­ne Zei­tung als Per­so­nal­be­ra­ter. Aber ich freue mich na­tür­lich, dass nichts für mich Nach­tei­li­ges ge­for­dert wur­de.

Hat­ten Sie je­mals das Ge­fühl, ir­gend­wo zu kurz zu kom­men?

Kei­nes­wegs. Mein Mot­to heisst: «Mach nicht die anderen für dein Glück ver­ant­wort­lich.» Was mich manch­mal aber plagt, ist das un­be­stimm­te Ge­fühl, mei­nen An­sprü­chen und je­nen des Jobs nicht zu ge­nü­gen. Wo­her die­se Zwei­fel stam­men und wie be­grün­det sie sind, kann ich nicht deu­ten.

Ha­ben Sie ein Pro­jekt in der Schublade, mit dem Sie sich un­sterb­lich ma­chen möch­ten?

Dan­ke für den Tipp, vi­el­leicht müss­te ich mir da was über­le­gen. Im Ernst: Ich wer­de von die­ser Welt einst so still und lei­se ver­schwin­den, wie ich ge­kom­men bin.

«Wenn man bei der Pla­nung ei­ner Fa­mi­lie wüss­te, was al­les auf ei­nen zu­kommt, wä­re die Mensch­heit längst aus­ge­stor­ben.»

Wann kön­nen wir Ih­re Me­moi­ren le­sen?

Ga­ran­tiert nie. Ich mu­te dem Pu­bli­kum durch mei­ne Prä­senz am Fern­se­hen schon ge­nug zu. Und ich schaue vor­zugs­wei­se vor­wärts und nur sel­ten zu­rück.

Wer­den Sie künf­tig je­de Sen­dung mit ei­nem mun­te­ren «Tri­tra­trallal­la» be­gin­nen?

Ich blei­be bei mei­nem «Grüe­zi mit­en­and». Kas­per­li ist ei­ne wun­der­vol­le Kunst­fi­gur, ich aber ver­su­che, so echt wie mög­lich zu wir­ken.

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