DA­HEIM AN DEI­NER SEI­TE

Schweizer Familie - - WISSEN - — Text Su­san­ne Ro­then­ba­cher Fo­tos Re­né Ru­is

Fi­des Gloor, 55, über Ami­go

Für 75 Tie­re such­te die «Schwei­zer Fa­mi­lie» im ver­gan­ge­nen Jahr ein Zu­hau­se. Zwei Drit­tel von ih­nen fan­den ei­nes und neue Lieb­lings­men­schen als Be­glei­ter da­zu. Drei Kat­zen und drei Hun­de ha­ben wir be­sucht.

Kin­der­gärt­ne­rin, Rei­n­ach AG

Ich ha­be Ami­go ex­trem gern. Ob­wohl er mich vor meh­re­re Pro­ble­me stellt. Doch mein Ge­fühl sagt mir, dass wir die­se ge­mein­sam meis­tern wer­den.

Vor vier Jah­ren konn­te ich ei­nen Traum ver­wirk­li­chen und ein al­tes Bau­ern­haus kau­fen. Für mich, mei­ne zwei Pfer­de, drei Po­nys und zwei Hun­de. Dann starb der ei­ne Hund. Smi­le, die an­de­re Hün­din, trau­er­te lan­ge um ih­ren Freund. Im letz­ten Som­mer war sie be­reit für ei­nen neu­en Kol­le­gen. Als mir mei­ne Nach­ ba­rin die ‹Schwei­zer Fa­mi­lie› mit dem Por­trät von Ami­go zeig­te, dach­te ich, der könn­te pas­sen.

Be­reits die Fahrt nach Hau­se war ei­ne Her­aus­for­de­rung. Ami­go he­chel­te so auf­ge­regt, dass sich die Schei­ben des Au­tos be­schlu­gen. Zu­dem wur­de ihm schlecht. Zu Hau­se an­ge­kom­men, merk­te ich, dass er nicht stu­ben­rein ist. Das be­ka­men wir schnell in den Griff. Am meis­ten Sor­gen be­rei­tet mir sein Jagd­trieb. Ich woll­te nie ei­nen Hund, der jagt. Mei­ne Hun­de sind im­mer bei mir, wenn ich den Stall mis­te, Holz samm­le, die Pfer­de­äp­fel auf der Wei­de zu­sam­men­neh­me. Auf Ami­go muss ich da­bei dau­ernd auf­pas­sen. Sieht er ei­nen Vo­gel oder ei­ne Kat­ze, ist er weg. Lus­ti­ger­wei­se ist er ganz in der Nä­he auf die Welt ge­kom­men. Ich ha­be die Züch­ter be­sucht. Er war sie­ben Mo­na­te dort, be­vor er plat­ziert wur­de und kurz dar­auf im Tier­heim lan­de­te. Zu se­hen, wie er auf­ge­wach­sen ist, half mir, ihn bes­ser zu ver­ste­hen. Er durf­te den lie­ben lan­gen Tag tun und las­sen, was er woll­te. Viel Schlau­es hat er da­bei nicht ge­lernt.

Na­tür­lich hoff­te ich, dass Smi­le bei sei­ner Er­zie­hung hel­fen wür­de. Ei­ner­seits tut sie das. An­de­rer­seits scheint sie Spass dar­an zu ha­ben, wie Ami­go auf­zu­dre­hen. Sie zeigt Flau­sen, die sie frü­her nicht hat­te. Ich ha­be ein kla­res Ziel. Ich möch­te Ami­go frei lau­fen las­sen kön­nen, oh­ne dass er aus­büxt. Dann kann ich ihn auch mit­neh­men, wenn ich aus­rei­te. Wir sind noch lan­ge nicht so weit. Aber wie ge­sagt – ich glau­be an uns. Wir wer­den das schaf­fen.

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