1941 ES STAND IN DER «SCHWEI­ZER FA­MI­LIE»

HEIM­LI­CHE WÜN­SCHE ZUM JAH­RES­WECH­SEL

Schweizer Familie - - MENSCHEN -

4. Ja­nu­ar 1941 Zum Jah­res­be­ginn ver­öf­fent­lich­te die «Schwei­zer Fa­mi­lie» un­ter dem Ti­tel «Mit wem möch­ten Sie den Jah­res­be­ginn fei­ern?» ei­ne Um­fra­ge über heim­li­che und un­heim­li­che Wün­sche zum Jah­res­wech­sel. Hier ei­ni­ge Ant­wor­ten: «Nein, was heu­te die­se Zei­tungs­leu­te ei­nen al­les fra­gen», meint der ers­te Be­frag­te lä­chelnd. «Ich als Buch­hal­ter ha­be an­de­re Sor­gen, als dar­über nach­zu­den­ken, mit wem ich den Neu­jahrs­abend ver­brin­gen will. Ich seh­ne mich nach Ru­he, nach an­ge­neh­mer, schwei­gen­der Ge­sell­schaft. Ei­ne Frau, so ei­ne rich­tig net­te, hüb­sche Frau wä­re mir schon ganz recht. Ja, jetzt ha­be ich es – mit Mo­na Li­sa möch­te ich das neue Jahr be­gin­nen.» «La­chen Sie mich nicht aus: ich ha­be ei­nen heim­li­chen Wunsch, und wenn er in Er­fül­lung geht – mein Gott, wä­re das schön!», er­klärt die jun­ge Tän­ze­rin. «Ich möch­te in ei­nem klei­nen, ru­hi­gen Kaf­fee­haus in ei­ner ver­steck­ten Ecke dem Schau­spie­ler Ro­bert Tay­lor ge­gen­über­sit­zen.» «Na­tür­lich mit zwei jun­gen Da­men», sagt der ei­li­ge Ge­schäfts­rei­sen­de. «Sie brau­chen sich dar­über ab­so­lut nicht zu wun­dern, mein Lie­ber. Die­se zwei Da­men sind näm­lich mei­ne ei­ge­ne klei­ne Frau und mein Fräu­lein Toch­ter.»

«Ich bin ei­ne al­te, ein­sa­me Frau. Für mich ist ein Jahr wie das an­de­re», sagt die Apo­the­ker­s­wit­we. «Mein ein­zi­ges Ver­gnü­gen ist ein mo­nat­li­cher Film­be­such, und da se­he ich mir am liebs­ten die Fil­me mit die­ser klei­nen Shir­ley Temp­le an. Das Kind­chen ist so her­zig, so freu­des­pen­dend. Ja, no­tie­ren Sie es ru­hig – mit der klei­nen Shir­ley Temp­le möch­te ich am Neu­jahrs­abend spie­len.»

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