0:3 – Deutsch­lands Kri­se spitzt sich zu

SonntagsZeitung - - FUSSBALL -

Nach der Nie­der­la­ge ge­gen Hol­land ist der Fehl­start in die Na­ti­ons Le­ague per­fekt – es dürf­te die Dis­kus­si­on um Trai­ner Joa­chim Löw be­feu­ern

In der 86. Mi­nu­te das 2:0. In der 93. das 3:0 – Hol­land spiel­te sich in der Schluss­pha­se des zwei­ten Grup­pen­spiels der Na­ti­ons Le­ague in ei­nen Rausch. An­ders­rum aus­ge­drückt: Deutsch­land brach in die­ser Schluss­pha­se kom­plett aus­ein­an­der. Und schlit­ter­te im 41. Du­ell mit dem klei­nen Nach­barn und Erz­ri­va­len seit 1910 in die höchs­te Nie­der­la­ge. Dem Team von Joa­chim Löw droht nach zwei Spie­len oh­ne Tor der Ab­stieg aus der Liga A.

Und das 0:3 traf die Deut­schen un­er­war­tet. Nach dem Spiel sag­te Ab­wehr­chef Mats Hum­mels ei­ni­ger­mas­sen kon­ster­niert: «Das war ein Spiel, das wir ge­win­nen müs­sen, weil wir zwei, drei, vier To­re schies­sen müs­sen. Aber so läuft es manch­mal. Wir wer­den da­für auf die Fres­se krie­gen.»

Bal­lacks Kri­tik an Löw – und des­sen Är­ger dar­auf

Seit dem frü­hen Aus an der WM in Russ­land sieht sich das Team und ins­be­son­de­re Trai­ner Löw reich­lich Kri­tik aus­ge­setzt. «Ich war wie vie­le an­de­re Leu­te über­rascht, dass er sei­nen Job be­hal­ten hat», hat­te et­wa der lang­jäh­ri­ge Na­tio­nal­spie­ler Micha­el Bal­lack ge­sagt und da­mit Löw hör­bar ver­är­gert: «Er kann ger­ne was sa­gen, das ist mir völ­lig egal. Ich ha­be an­de­re Ge­dan­ken.» Und er be­teu­er­te trot­zig: «Ich bin jetzt seit 2006 Na­tio­nal­trai­ner. War­um soll­te ich mehr Druck ha­ben als sonst?» Der Auf­tritt in Ams­ter­dam könn­te die Kri­tik an sei­ner Per­son aber ak­zen­tu­ie­ren – und am Di­ens­tag ist in Paris Eu­ro­pa­meis­ter Frank­reich der nächs­te Geg­ner.

Zu Recht be­klag­ten die Deut­schen hin­ter­her ih­re man­gel­haf­te Chan­cen­aus­wer­tung, so hät­te Tho­mas Mül­ler in der 18. Mi­nu­te das 1:0 er­zie­len müs­sen. Statt­des­sen war es we­nig spä­ter das Heim­team, das nach ei­nem Feh­ler von Tor­hü­ter Ma­nu­el Neu­er durch ei­nen Kopf­ball Vir­gil van Di­jks in Füh­rung ging.

Die Deut­schen do­mi­nier­ten nach der Pau­se, er­ar­bei­te­ten sich je­doch nur ei­ne wirk­lich gros­se Mög­lich­keit. Der kurz vor­her ein­ge­wech­sel­te Le­roy Sa­né zog sei­nen Schuss nach 64 Mi­nu­ten aus bes­ter Po­si­ti­on am Pfos­ten vor­bei.

Die Hol­län­der ka­men ganz zu­letzt zu sehr viel Platz, den sie für ei­ni­ge gu­te Kon­ter nutz­ten. Nach ei­nem Ball­ver­lust von Ju­li­an Drax­ler führ­te ein Ge­gen­stoss zum 2:0 durch Mem­phis De­pay. Und die Re­si­gna­ti­on der Deut­schen nutz­te Ge­or­gi­nio Wi­j­nal­d­um nach ei­nem So­lo zum 3:0.

Fo­to: Get­ty Images

30. Mi­nu­te, das 1:0 für Hol­land: Vir­gil van Di­jk (Mit­te) trifft

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