Po­li­tohr

SonntagsZeitung - - SCHWEIZ -

Die Selbst­be­stim­mungs­in­itia­ti­ve ver­lei­tet Ro­ger Köp­pel, Chef­re­dak­tor, wie­der ein­mal zu eher ver­krampf­ten phi­lo­so­phi­schen Aus­schwei­fun­gen: «Was aber, wenn mich auch das frem­de Ge­richt ab­weist?», fragt er die Au­to­rin ei­nes Be­richts über ein As­be­stop­fer, das vor dem Ge­richts­hof für Men­schen­rech­te recht be­kam. «An wel­ches Ge­richt ge­lan­ge ich dann? USA? Russ­land? Tür­kei? Das Jüngs­te Ge­richt? Gott him­s­elf?», fragt der Svp-na­tio­nal­rat wei­ter. Statt ei­ner Ant­wort ge­ben wir Herrn Köp­pel hier ei­nen Tipp zur Ent­span­nung: Ver­ges­sen Sie für ei­nen Abend die frem­den Rich­ter, wen­den Sie sich hin zu ei­ge­nen Ge­rich­ten, zum Bei­spiel Zürcher Ge­schnet­zel­tem. Ge­nies­sen Sie es, und sei­en Sie froh, kein As­be­stop­fer zu sein.

Die Ju­sos ha­ben sich die­se Wo­che selbst ein gros­ses Ei ge­legt: Sie woll­ten be­wei­sen, wie schlimm So­zi­al­de­tek­ti­ve sind. Als Ver­suchs­ka­nin­chen muss­te Svp­na­tio­nal­rat Erich Hess her­hal­ten. Die lin­ken Schnüff­ler ha­ben den Ber­ner Pro­vo­ka­teur ob­ser­viert und fein säu­ber­lich pro­to­kol­liert, was er den lie­ben lan­gen Tag so un­ter­nimmt. Doch was macht dann die­ser Hess zum Ent­set­zen der Jung­so­zia­lis­ten? Er strahl­te vor Freu­de, weil er wie­der ein­mal vor ei­ner Ka­me­ra ste­hen durf­te.

Die Te­le­fon­rech­nung des Gen­fer Cvp-stadt­ra­tes Guil­lau­me

Ba­raz­zo­ne eig­net sich aus­ge­zeich­net als Rech­nungs­auf­ga­be für 5.-Kläss­ler. Der Po­li­ti­ker hat­te 2017 für 17000 Fran­ken auf Staats­kos­ten te­le­fo­niert, wie die Fi­nanz­kon­trol­leu­re die­se Wo­che her­aus­fan­den. Wie vie­le Stun­den, lie­be Kin­der, hat Ba­raz­zo­ne 2017 te­le­fo­niert, wenn wir ei­nen Mi­nu­ten­ta­rif von 30 Rap­pen an­neh­men? Lö­sung: Es sind 944,5 Stun­den. Was ihr, lie­be 5.-Kläss­ler, aber vor al­lem von Ba­raz­zo­ne ler­nen soll­tet: Man kann sehr viel Geld spa­ren, wenn man ein güns­ti­ges Abo kauft und nicht ta­ge­lang an der Strip­pe hängt.

Die BDP fei­er­te ges­tern in Zü­rich, schön zwi­schen Chur und Bern, ihr 10-Jahr-ju­bi­lä­um. Al­les, was in der Par­tei Rang und Na­men hat, trat auf. Auf der Büh­ne nah­men die Alt-bun­des­rä­te Eve­li­ne Wid­mer­schlumpf und Sa­mu­el Schmid auf ei­nem So­fa Platz. Auch Grün­dungs­prä­si­dent Hans Grun­der und Noch­prä­si­dent Mar­tin Lan­dolt durf­ten nicht feh­len. Nie­mand hät­te sich ge­wun­dert, wenn gleich auch noch Tho­mas Gott­schalk die Talk­run­den ge­lei­tet hät­te. Wet­ten, dass er in 10 Jah­ren kommt?

Ste­fan Mül­ler-al­ter­matt, Cvp-na­tio­nal­rat, ist be­kannt als aus­ge­spro­chen lie­bens­wür­di­ger Mensch. Doch selbst sol­che Men­schen ha­ben zu­wei­len ein paar Feind­bil­der. Bei Mül­ler-al­ter­matt sind es min­des­tens de­ren zwei: Po­pu­lis­ten in Wahl­kämp­fen und Re­stau­rants mit klei­ner Spei­se­kar­te. Nun ge­lang es dem Sprach­vir­tuo­sen, in ei­nem ein­zi­gen Satz zu be­schrei­ben, wie sei­ne bei­den doch recht un­ter­schied­li­chen Feind­bil­der zu­ein­an­der ste­hen. Er teil­te mit: «Die Wahl­ab­sich­ten von nach Auf­merk­sam­keit gei­fern­den Rechts­aus­sen sind für die Bun­des­rats­wah­len et­wa so re­le­vant wie die Me­nüaus­wahl im Par­la­ments­re­stau­rant.»

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