#Metoo ist mäch­ti­ger als Hans Ul­rich Obrist

SonntagsZeitung - - KULTUR -

Die «Po­wer 100»-Lis­te, das Ran­king der mäch­tigs­ten Men­schen in der in­ter­na­tio­na­len Kunst­welt, das all­jähr­lich von der Zeit­schrift «Art Re­view» ver­öf­fent­licht wird, war im­mer wie­der gut für ein pa­trio­ti­sches Räusch­chen: So vie­le von «uns» Schwei­zern wa­ren je­weils auf den vor­de­ren Plät­zen die­ser Lis­te. So ist das auch 2018: Der Ku­ra­tor Hans Ul­rich Obrist und die bei­den Ga­le­ris­ten Iwan und Ma­nue­la Wirth sind wie­der in den Top Ten. Neu hin­ge­gen ist, dass ei­ne po­li­ti­sche Be­we­gung auf­ge­nom­men wird: #Metoo, der Hash­tag ge­gen se­xu­el­len Macht­miss­brauch, ist als Neu­ein­stei­ger auf Platz drei der Lis­te. Die Be­we­gung «wä­re nicht so mäch­tig, wenn sie nicht ge­braucht wür­de», er­klär­te Mark Rap­polt, Her­aus­ge­ber der «Art Re­view». Es wä­re al­so durch­aus wün­schens­wert, dass die Hash­tag-be­we­gung so bald wie mög­lich aus der Lis­te – und mit ihr die Miss­stän­de aus der Welt – ver­schwän­de.

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