Im­ple­nia-ka­der warnt vor Pro­ble­men im Schwei­zer Ge­schäft

SonntagsZeitung - - WIRTSCHAFT - Gret Heer

Beim Bau­kon­zern rech­net ein Ma­na­ger mit wei­te­ren Wert­be­rich­ti­gun­gen. An­de­re Ka­der­mit­glie­der sor­gen sich um das Tief­bau­ge­schäft

«Nun geht es los. Af­fen­tran­ger weg, und die Bla­se platzt.» Das schreibt ein ehe­ma­li­ger Im­ple­nia-ma­na­ger und Chef ei­nes Gross­un­ter­neh­mens die­se Wo­che an sei­ne Kol­le­gen. In der Tat: Der neue Im­ple­nia-chef An­dré Wyss, der im Ok­to­ber An­ton Af­fen­tran­ger ab­ge­löst hat, muss­te letz­ten Mon­tag ei­ne Ge­winn­war­nung ab­ge­ben. Die Ak­tie stürz­te seit­her um 29 Pro­zent ab.

Statt ei­nes Be­triebs­ge­winns von 130 Mil­lio­nen Fran­ken rech­net Wyss für die­ses Jahr nur noch mit 40 bis 60 Mil­lio­nen. Als Grund da­für gibt er Wert­be­rich­ti­gun­gen von 70 bis 90 Mil­lio­nen Fran­ken auf dem in­ter­na­tio­na­len Ge­schäft an, vor­ab in Nor­we­gen, aber auch in Po­len und Süd­deutsch­land. Das Seg­ment Schweiz da­ge­gen wür­de sich im Rah­men der Er­war­tun­gen ent­wi­ckeln.

Sor­gen­kind ist auch das Flä­chen­ge­schäft in der Schweiz

Die Wert­be­rich­ti­gun­gen dürf­ten aber wei­ter­ge­hen, meint ein Im­ple­nia-ka­der­mit­glied. Er ver­weist ne­ben dem in­ter­na­tio­na­len Ge­schäft auf das Flä­chen­ge­schäft in der Schweiz, al­so den Stras­sen-, Tun­nel- und Tief­bau. Die­ses ist schon seit län­ge­rem ein Sor­gen­kind des Kon­zerns. So wur­de im Fe­bru­ar 2017 das Ge­schäft in der Deutsch- und in der West­schweiz un­ter Af­fen­tran­gers Füh­rung zu­sam­men­ge­legt. Bis­her konn­te Im­ple­nia aber kei­ne Zah­len vor­wei­sen, die ei­ne we­sent­li­che Ver­bes­se­rung zei­gen. «Der Ef­fekt aus den Op­ti­mie­rungs­mass­nah­men im Stras­sen- und Tief­bau in der Deutsch­schweiz ist noch nicht voll er­sicht­lich», hiess es im letz­ten Halb­jah­res­be­richt. Ein an­de­res Ka­der­mit­glied be­stä­tigt die Pro­ble­me im Flä­chen­ge­schäft: «Das ist ein bein­har­tes Ge­schäft mit ho­hem Wett­be­werbs­druck und Über­ka­pa­zi­tä­ten im Markt.» Der Ma­na­ger will wie sei­ne an­de­ren an­ge­frag­ten Kol­le­gen im obers­ten Ma­nage­ment nicht ge­nannt wer­den.

Ein drit­tes Mit­glied in der obers­ten Füh­rungs­eta­ge er­war­tet kei­ne wei­te­ren Wert­be­rich­ti­gun­gen. Der neue Chef Wyss ha­be si­cher da­für ge­sorgt, dass nun al­les auf den Tisch kom­me, meint er. Die Be­wer­tung ei­nes Pro­jekts sei im­mer auch ei­ne Er­mes­sens­fra­ge, und Bau­pro­jek­te sei­en mit gros­sen Ri­si­ken ver­bun­den.

Gleich­zei­tig ver­weist der Ma­na­ger aber auf das ak­tu­el­le Ge­schäft, was auf hor­chen lässt: «Auch in der Schweiz läuft es nicht so gut.» De­tails da­zu woll­te er nicht nen­nen. Die Zie­le sei­en sehr am­bi­ti­ös. Mit­tel­fris­tig er­war­tet das neue Ma­nage­ment ei­ne Ren­di­te vor Zin­sen, Steu­ern und Ab­schrei­bun­gen zwi­schen 5,25 und 5,75 Pro­zent. Ver­gan­ge­nes Jahr be­trug sie le­dig­lich 4,5 Pro­zent.

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