Ge­org Fi­scher wird so­li­der und at­trak­ti­ver

Der Elek­tro­tech­ni­ker Schaff­ner ist sehr gut un­ter­wegs – Im­ple­nia baut im in­ter­na­tio­na­len Ge­schäft Mist – Orell Füss­li kämpft an vie­len Fron­ten

SonntagsZeitung - - GELD - Der Markt­schrei(b)er

Ge­org Fi­scher wird klei­ner, aber fei­ner. Die In­dus­trie­grup­pe trennt sich von 15 Pro­zent des letzt­jäh­ri­gen Um­sat­zes resp. von 40 Pro­zent des Ver­kaufs­er­lö­ses der Di­vi­si­on GF Cas­ting So­lu­ti­ons (frü­her GF Au­to­mo­ti­ve). Ver­kauft wer­den zwei er­trags­schwa­che Ei­sen­gies­se­rei­en in Deutsch­land mit zu­sam­men 620 Mil­lio­nen Fran­ken Um­satz. Über­nom­men wer­den sie von

1400 1000 600 200

Fran­ken Ge­org Fi­scher sich se­hen. Der Be­triebs­ge­winn ver­dop­pel­te sich, die Mar­ge be­trug 7,7 Pro­zent. Das Un­ter­neh­men pro­fi­tier­te da­von, dass die Kern­märk­te für Pro­duk­te für ef­fi­zi­en­te An­triebs­sys­te­me (+27 Pro­zent) und für Bahn­tech­nik (+30 Pro­zent) sehr dy­na­misch wuch­sen. Be­kannt ist das Un­ter­neh­men vor al­lem für seine Fil­ter für die elek­tro­ma­gne­ti­sche Ver­träg­lich­keit. Sie sor­gen et­wa da­für, dass das Au­to­ra­dio nicht zu rau­schen be­ginnt, wenn der Fahr­zeug­mo­tor ge­star­tet wird. Mit die­sen Fil­tern ist Schaff­ner Welt­markt­füh­rer. Pro­ble­me hat das Un­ter­neh­men noch mit der Di­vi­si­on Po­wer Ma­gne­tics. Die Re­struk­tu­rie­rung macht aber ge­mäss Un­ter­neh­mens­chef Marc Ae­schli­mann «gros­se Fort­schrit­te», so­dass nächs­tes Jahr die Ge­winn­schwel­le er­reicht wer­den soll. Ri­si­ko­fä­hi­ge An­le­ger wet­ten auf den Tur­naround. Der Ein­stiegs­zeit­punkt ist ide­al, nach­dem die Ak­ti­en die­ses Jahr 15 Pro­zent ver­lo­ren ha­ben. Mit ei­nem Kur­sGe­winn­ver­hält­nis für 2019 von 13 sind die Ti­tel denn auch güns­ tig be­wer­tet. Die Di­vi­den­den­ren­di­te be­trägt 2,5 Pro­zent. Kau­fen

Auf­räu­men und rei­ni­gen. Wenn das in ei­nem Un­ter­neh­men pas­siert, vor al­lem durch ei­nen neu­en Chef, stel­le ich mir die Fra­ge, ob das der rich­ti­ge Zeit­punkt für ein In­vest­ment ist. Denn in ei­ner sol­chen Pha­se häu­fen sich meist schlech­te Nach­rich­ten, der Ak­ti­en­kurs lei­det, und die Er­war­tun­gen des Mark­tes sind auf ei­nem Tief­punkt, was ei­ne gu­te Ba­sis für Er­folg und stei­gen­de Kur­se dar­stellt. Doch das ist nicht im­mer so. Da­her mei­de ich jetzt auch die Ak­ti­en von Im­ple­nia, die al­lein in der letz­ten Wo­che ein Drit­tel an Wert ver­lo­ren ha­ben und nun rund 50 Pro­zent un­ter dem Jah­res­hoch no­tie­ren. Grund ist, dass der Bau­kon­zern im in­ter­na­tio­na­len Ge­schäft mit Schwer­punkt Nor­we­gen 85 65 45 25 Fran­ken 2018 F A J A ho­he Wert­be­rich­ti­gun­gen vor­nimmt. Dies im Zu­ge ei­ner Über­prü­fung, die der seit Ok­to­ber am­tie­ren­de Chef An­dré Wyss vor­ge­nom­men hat. Er be­kam ge­mäss ei­ge­ner Darstel­lung den Ein­druck, dass sich die Pro­ble­me im Seg­ment In­ter­na­tio­nal be­schleu­nigt hat­ten. Ich glau­be nicht, dass er Im­ple­nia über­trie­ben schlecht­re­det, um ein­fa­cher Er­fol­ge zu er­zie­len, son­dern dass die Pro­ble­me tief sit­zen und nicht schnell aus der Welt zu schaf­fen sind. Mei­den

Orell Füss­li mel­de­te ver­gan­ge­ne Wo­che ei­nen Wech­sel an der Un­ter­neh­mens­spit­ze: Chef Mar­tin Buyle wird die Han­dels­ und In­dus­trie­ge­sell­schaft per En­de Sep­tem­ber 2019 nach fünf Jah­ren ver­las­sen. Der Ab­gang kommt uner­war­tet, denn Orell Füss­li be­fin­det sich mit­ten in ei­ner Trans­for­ma­ti­on. Die de­fi­zi­tä­re Toch­ter At­lan­tic Zei­ser wird auf Druck von In­ves­to­ren teil­wei­se ver­kauft. Nach der Ve­räus­se­rung soll sie ren­ta­bel sein. Gleich­zei­tig muss Orell Füss­li die aus­lau­fen­den Gross­auf­trä­ge von zwei No­ten­ban­ken, ei­ne da­von ist die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank, er­set­zen. Ein Um­satz­rück­gang ist wahr­schein­lich, so­bald die Emis­si­on der Bank­no­ten­se­ri­en der SNB 2019 ab­ge­schlos­sen sein wird. Neue Auf­trä­ge dürf­ten we­ni­ger ho­he Mar­gen brin­gen. Schliess­lich kämpft das Un­ter­neh­men im Buch­han­del mit dem struk­tu­rel­len Wan­del. An­ge­sichts der Bau­stel­len ist nicht klar, wie das Un­ter­neh­men in den kom­men­den Jah­ren Um­satz­ und Ge­winn­wachs­tum er­wirt­schaf­ten kann. Mei­den

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