Fat­to in San Gal­lo

Der gros­se Test, wer den bes­ten Pa­net­to­ne der Schweiz macht, en­de­te mit ei­ner Über­ra­schung

SonntagsZeitung - - KULINARIK - Ni­na Ko­belt und Da­ni­el Bö­ni­ger

Kommt der bes­te Schwei­zer Pa­net­to­ne aus dem Tes­sin? Mit­nich­ten, er wird in St. Gal­len ge­ba­cken. Bä­cker Pie­tro Ca­pel­li ist im Os­ten des Lan­des so et­was wie ei­ne Le­gen­de, der Pa­net­to­ne-kö­nig, so­gar mit po­li­ti­schen Am­bi­tio­nen – er woll­te einst ins ita­lie­ni­sche Par­la­ment. Sei­ne Back­stu­be ist ein Ort, zu dem auch Aus­wär­ti­ge pil­gern. Jetzt, so kurz vor Weih­nach­ten, muss man al­ler­dings erst ein­mal Schlan­ge ste­hen, um sich das sai­so­na­le Back­werk zu er­gat­tern. All das wuss­ten wir noch nicht, als wir hin­ter den sie­ben Pa­net­to­ne-ber­gen sas­sen. Bei der Blind­de­gus­ta­ti­on war je­doch schnell klar, wer un­ser Sie­ger wer­den wür­de.

Das süs­se Weih­nachts­ge­bäck hat sei­nen Ur­sprung üb­ri­gens in Mai­land. Wie und wann es ge­nau ent­stan­den ist, dies bleibt je­doch im lom­bar­di­schen Win­ter­ne­bel ver­bor­gen. Kla­rer ist, dass die Bä­cker erst ei­nen Sau­er­teig an­set­zen müs­sen, da­mit ih­re Pa­net­to­ni wie Kup­peln aus ih­ren For­men her­aus­wach­sen.

Dar­an rie­chen ge­hört eben­so da­zu wie ein Cü­pli

Und wie de­gus­tiert man Pa­net­to­ne? Man isst ihn – viel­leicht so­gar mit ei­nem Glas Schaum­wein ne­ben­her. Na­tür­lich erst nach­dem man sei­ne Na­se an das wohl rie­chen­de Ge­bäck ge­hal­ten und tief ein­ge­at­met hat. Wir leg­ten den Fo­kus bei un­se­ren sie­ben Schwei­zer Ex­em­pla­ren auf Ge­ruch, Krus­te, Luf­tig­keit und die mit­ge­ba­cke­nen ge­trock­ne­ten Früch­te. Nur et­was lies­sen wir aus­ser Acht: die Ein­weg­pa­pier­back­form. Sie sieht bei al­len gleich aus.

Kon­di­to­rei Con­fi­se­rie Cared­da, 35.50 Fr. (750 g), Zü­rich

Die Krus­te be­kommt schon mal die Höchst­punkt­zahl: per­fekt. Der Ge­ruch, der Zi­tro­ni­ges, Ru­mund Röst­no­ten ver­eint, ge­fällt eben­falls. Und nach dem Auf­schnei­den passt es, wie luf­tig die­se Spe­zia­li­tät da­her­kommt (was man nicht un­be­dingt sieht). Lei­der ist der Ge­schmack dann et­was gar zu­rück­hal­tend, auch bei den Ro­si­nen wur­de, so denkt man, ge­spart.

Be­wer­tung von (sehr schlecht) bis (sehr gut)

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