Auf Si­ka lässt sich wet­ten

In­fi­con hält sich wa­cker – Ak­ti­en von Bos­sard schrau­ben sich hoch – Ver­lo­ckun­gen der Bank Swiss­quo­te – En­ga­ge­ment in Bar­rick Gold könn­te sich loh­nen

SonntagsZeitung - - GELD - Der Makt­schrei(b)er

Seit Mit­te ver­gan­ge­nen Jah­res ist Si­ka ei­ne ech­te Pu­bli­kums­ge­sell­schaft: Ein­heits­ak­tie, kein do­mi­nan­ter Ak­tio­när und kei­ne Vin­ku­lie­rung mehr, lau­ten die Stich­wor­te da­zu. Wie an­ge­kün­digt, hat der Bau­zu­lie­fe­rer seit­her in Sa­chen Wachs­tum noch ei­nen Gang hoch­ge­schal­tet. Sicht­bars­tes Zei­chen: Die am 8. Ja­nu­ar an­ge­kün­dig­te Über­nah­me des fran­zö­si­schen Mör­tel­her­stel­lers Par­ex aus Pri­va­te­equi­ty­hand. Da­mit ver­dop­pelt Si­ka den Um­satz in die­sem mar­gen­star­ken Ge­schäft auf ei­nen Schlag und wird glo­bal zu ei­nem der drei gröss­ten An­bie­ter. Die er­war­te­ten Sy­ner­gi­en wer­den mit 80 bis 100 Mil­lio­nen Fran­ken an­ge­

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Fran­ken Si­ka blie­ben. Der Um­satz­rück­gang von 8 Pro­zent zum Vor­jah­res­vier­tel und von 7,5 Pro­zent zum Som­mer­quar­tal be­legt: Der Va­ku­um­tech­nik­spe­zia­list hat den ne­ga­ti­ven Einf lüs­sen aus den sich ab­küh­len­den Märk­ten für Halb­lei­ter und Dis­plays gut ge­trotzt – dank viel­fäl­ti­gen An­wen­dungs­fel­dern und ei­ner brei­ten Kun­den­ba­sis. In­fi­con ist gut po­si­tio­niert, grund­so­li­de fi­nan­ziert und sehr pro­fi­ta­bel. Durch die ge­stei­ger­te In­no­va­ti­ons­kraft ist zu­dem der Wachs­tums­mo­tor ge­stärkt wor­den. Das ge­fällt mir. Ge­wis­se Be­den­ken zum Markt­um­feld blei­ben aber. Vom Halb­lei­ter­ und vom Dis­play­markt, zu­sam­men das be­deu­tends­te Kun­den­seg­ment, feh­len die be­ru­hi­gen­den Si­gna­le noch. Der Um­satz 2019 dürf­te da­her bes­ten­falls ver­hal­ten wach­sen. Vor ei­nem Kauf der Ak­ti­en möch­te ich des­halb erst ei­ne Ein­schät­zung des Ma­nage­ments ha­ben. Am 5. März wird es so weit sein. Bis da­hin gilt:

Ab­war­ten

Bos­sard, der Zu­ger An­bie­ter von Pro­dukt­lö­sun­gen und Di­enst­leis­tun­gen in der in­dus­tri­el­len Ver­bin­dungs­ und Mon­ta­ge­tech­nik, hat am Don­ners­tag ein­mal mehr ei­nen Re­kord­um­satz ver­mel­det. Mit dem Wachs­tum um 10,8 Pro­zent auf 871 Mil­lio­nen Fran­ken hat das Un­ter­neh­men die Er­war­tun­gen der Ana­lys­ten leicht über­trof­fen. Zu­letzt hat­te es Be­fürch­tun­gen ge­ge­ben, Bos­sard könn­te dar­un­ter lei­den, dass der Elek­tro­au­to­mo­bil­her­stel­ler Tes­la – ein wich­ti­ger Kun­de – für sein neu­es Mo­dell 3 we­ni­ger Kom­po­nen­ten beim Zu­ger Un­ter­neh­men be­zieht. Ich hielt die­se Be­fürch­tun­gen stets für über­trie­ben und füh­le mich nun durch die star­ken Wachs­tums­zah­len Bos­sards in den USA be­stä­tigt. Die Ak­ti­en ha­ben im ver­gan­ge­nen Jahr über 30 Pro­zent ver­lo­ren, seit Jah­res­be­ginn aber 14 Pro­zent zu­ge­legt. Die Stra­te­gie und die Qua­li­tät des Un­ter­neh­mens ge­fal­len mir, und ich glau­be an wei­te­res Auf­wärts­po­ten­zi­al. Kau­fen

Das Jahr 2018 war für die On­li­ne­bank Swiss­quo­te ein Re­kord­jahr, noch nie hat sie mehr ver­dient. Trotz­dem hielt sich die Freu­de an der Bör­se in Gren­zen, das Er­geb­nis fiel «le­dig­lich» im Rah­men der Er­war­tun­gen aus. Mich ha­ben die Eck­da­ten aber über­zeugt. Der Vor­steu­er­ge­winn klet­ter­te im Be­richts­ jahr 16 Pro­zent über den Ver­gleichs­wert von 2017. Das ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit bei Ban­ken. Ge­hol­fen hat der Han­del mit Kryp­towäh­run­gen, auch wenn er nach dem ers­ten Quar­tal zu­rück­ge­gan­gen ist und zum Ge­samt­er­geb­nis nur ei­nen klei­nen Bei­trag leis­tet. Für mich steht beim Han­del mit Bit­co­in und Co. oh­ne­hin et­was an­de­res im Vor­der­grund: Swiss­quo­te ist nach wie vor in­no­va­tiv. Als ers­te eu­ro­päi­sche On­li­ne­bank hat­te sie im Ju­li 2017 den Han­del mit Kryp­towäh­run­gen lan­ciert. In­ves­to­ren müs­sen al­ler­dings mit star­ken Schwan­kun­gen um­ge­hen kön­nen. En­de Sep­tem­ber wur­ 75.00 62.50 50.00 37.50 Fran­ken den die Swiss­quo­te­ak­ti­en noch zu mehr als 70 Fran­ken ge­han­delt, ak­tu­ell no­tie­ren sie gut ein Drit­tel nied­ri­ger. Mit ei­nem Kurs­ge­win­nVer­hält­nis von 13 für 2019 sind sie da­durch wie­der at­trak­tiv. Kau­fen

Wie­der­holt sich die Er­folgs­ge­schich­te von Rand­gold Resources bei Bar­rick Gold? Die Fra­ge stellt sich, nach­dem Bar­rick Rand­gold auf An­fang Jahr hin über­nom­men und Mark Bris­tow vom CEO­POS­ten bei Rand­gold auf den bei Bar­rick ge­wech­selt hat. Un­ter der Füh­rung von Bris­tow stei­ger­te Rand­gold die Marktkapitalisierung von 200 Mil­lio­nen Pfund beim Bör­sen­gang im Jahr 1997 auf 6,2 Mil­li­ar­den Pfund per 2018. Der 60­jäh­ri­ge Süd­afri­ka­ner er­reich­te das durch das Be­fol­gen we­ni­ger Prin­zi­pi­en: Kon­zen­tra­ti­on auf we­ni­ge, er­trag­rei­che Mi­nen, schlan­kes Ma­nage­ment, de­zen­tra­le Füh­rungs­struk­tu­ren, Ver­trau­en in ein­hei­mi­sches Per­so­nal. Bris­tow ge­denkt, die­se Prin­zi­pi­en auch bei Bar­rick, dem nun­mehr welt­gröss­ten Gold­för­de­rer, hoch­zu­hal­ten. Be­reits kün­dig­te er ei­ne Hal­bie­rung des Per­so­nal­be­stands am Haupt­sitz in To­ron­to an, und er stell­te den Ver­kauf zweit­ran­gi­ger Mi­nen in Aus­sicht. Ein En­ga­ge­ment in Bar­rick könn­te sich des­halb loh­nen. Das Kurs­ge­win­nVer­hält­nis für 2019 von 27 ist zwar hoch, aber im Ver­gleich zu den nächst­klei­ne­ren Kon­kur­ren­ten nicht aus­ser­ge­wöhn­lich. Das gilt auch für die ak­tu­el­le Di­vi­den­den­ren­di­te von 1,1 Pro­zent.

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