Sbb-spar­bil­let­te: Vie­le Pas­sa­gie­re sind be­nach­tei­ligt

Er­mäs­sig­te Ti­ckets sind in Zü­rich und der Ost­schweiz Man­gel­wa­re. Der Preis­über­wa­cher in­ter­ve­niert

SonntagsZeitung - - Vorderseit­e - Ma­thi­as Born

Bern Der Fix­preis beim Bahn­fah­ren ist pas­sé: Die SBB flu­ten der­zeit den Markt mit Spar­bil­let­ten. Je nach Stre­cke gibt es für bis zu 97 Pro­zent der Ver­bin­dun­gen ein Spar­ti­cket. Das zeigt ei­ne Da­ten­ana­ly­se der Sonn­tags­zei­tung.

Doch nicht übe­r­all pro­fi­tie­ren die Rei­sen­den glei­cher­mas­sen von der Ra­batt­schlacht im öf­fent­li­chen Ver­kehr. Der Haupt­grund: Für Fahr­ten in­ner­halb ei­nes Ta­rif­ver­bun­des wer­den kei­ne Ra­bat­te ge­währt. Im Kan­ton Zü­rich und der Ost­schweiz et­wa, wo die gros­sen Ver­bün­de Z-pass und Ost­wind die Ta­rif land­schaft prä­gen, sind Spar­an­ge­bo­te Man­gel­wa­re. So be­zahlt man für die Fahrt von Zü­rich nach Win­ter­thur, Wil, Schaff­hau­sen oder Glarus stets den Nor­mal­preis. In der West­schweiz hin­ge­gen – und ins­be­son­de­re in ver­bund­lo­sen Ge­bie­ten wie dem Wal­lis – gibt es Spar­bil­let­te à dis­cré­ti­on.

Un­gleich be­han­delt wer­den selbst Pas­sa­gie­re in­ner­halb des glei­chen Kan­tons: Auf der Stre­cke Bern–thun gibt es Spar­bil­let­te, auf der un­ge­fähr gleich lan­gen Stre­cke Bern–biel kei­ne. Es sei un­be­frie­di­gend, dass nicht al­le Rei­sen­den glei­cher­mas­sen von den Ra­bat­ten pro­fi­tier­ten, sagt Beat Nie­der­hau­ser, der Stell­ver­tre­ter des Preis­über­wa­chers.

«Es zeigt sich im­mer mehr, dass das In­stru­ment der Spar­an­ge­bo­te an sei­ne Gren­zen stösst.» Er for­dert die Ta­rif­ver­bün­de zum Han­deln auf. Sie müss­ten Spar­bil­let­te für Fern­ver­kehrs­ver­bin­dun­gen in­ner­halb des ei­ge­nen Ge­biets zu­las­sen. Und: Mit­tel­fris­tig müss­ten die Ta­ri­fe all­ge­mein ge­senkt wer­den.

Ab En­de Jahr gibt es auch für Grup­pen Spar­ra­bat­te

Mit den Spar­an­ge­bo­ten wird Geld an die Kun­din­nen und Kun­den zu­rück­er­stat­tet, wenn die SBB im Per­so­nen­ver­kehr zu viel ver­die­nen. So hat es der Preis­über­wa­cher mit dem na­tio­na­len Bahn­un­ter­neh­men ver­ein­bart. Selbst am Tag vor der Ab­fahrt sind oft noch vie­le ver­güns­tig­te Ti­ckets er­hält­lich. Wer frü­her bucht – oder Glück hat –, kann ei­nen Preis­nach­lass von bis zu 70 Pro­zent auf den Nor­mal­ta­rif er­gat­tern. Ei­ne Halb­tax-fahrt von Genf nach Zü­rich in der zwei­ten Klas­se et­wa kos­tet 13.20 statt 44 Fran­ken.

Die SBB wol­len das Spar­ti­cket-an­ge­bot wei­ter aus­bau­en: Ab dem nächs­ten Jahr kön­nen Be­sit­zer ei­nes Zweit­klass-ge­ne­ral­abos zum Ra­batt­preis in die ers­te Klas­se wech­seln. Und ab En­de Jahr wer­den Spar­bil­let­te für Grup­pen an­ge­bo­ten.

Fo­to: 13 Pho­to

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