Für ein gu­tes Kli­ma

Tages Anzeiger - - Debatte -

Zwar hat die «New York Ti­mes» kei­ne Om­buds­stel­le mehr. Mar­ga­ret Sul­li­van, die letz­te Amts­in­ha­be­rin, schreibt heu­te ei­ne Kolumne für die «Wa­shing­ton Post». Doch auch in ih­rer neu­en Funk­ti­on agiert sie als Pres­se­kri­ti­ke­rin, so et­wa nach der Pu­bli­ka­ti­on des neus­ten Be­richts des Welt­kli­ma­ra­tes (IP­CC). «Der Pla­net ist auf der Schnell­stras­se zur Zer­stö­rung», steht über ih­rer Kolumne: «Die Me­di­en müs­sen dar­über be­rich­ten, als ob es das ein­zig wich­ti­ge The­ma sei.»

Es sei we­nig wahr­schein­lich, meint Sul­li­van, dass die Me­di­en ih­ren Rat be­folg­ten und die Öf­fent­lich­keit den War­nun­gen der Kli­ma­for­scher Ge­hör schen­ke. Doch so wie sich die Welt um ein En­de der Erd­er­wär­mung be­mü­hen müs­se, hät­ten auch Jour­na­lis­ten und Me­di­en welt­weit ih­re Ein­stel­lung zum Kli­ma­schutz ra­di­kal zu än­dern: «Das The­ma muss ins Zen­trum der Be­richt­er­stat­tung rü­cken.»

Mar­ga­ret Sul­li­vans Mah­nung gilt auch den Zei­tun­gen von Ta­me­dia. Ein ra­scher Blick in «Tages-an­zei­ger», «Bund» und «Sonn­tags­zei­tung» der letz­ten Wo­chen zeigt, dass das Res­sort Wis­sen nä­her am The­ma ist als ver­mu­tet, wer des­sen Ar­ti­kel nur ge­le­gent­lich liest.

Seit dem 24. Sep­tem­ber sind meh­re­re län­ge­re Ar­ti­kel er­schie­nen, die sich in der ei­nen oder an­de­ren Form mit den The­men Kli­ma und Um­welt be­schäf­ti­gen. Un­ter ih­nen war auch, auf der Front an­ge­kün­digt, ein ganz­sei­ti­ger Bei­trag zum alar­mie­ren­den Re­port des IP­CC. Der Ti­tel: «Ein hal­bes Grad mehr kann zu viel sein.» Mar­ga­ret Sul­li­van wä­re zu­frie­den. Zu we­nig be­rich­tet wird kaum – ein­ge­denk des frü­he­ren Ta-mot­tos «Wir blei­ben dran».

Ignaz Staub Der un­ab­hän­gi­ge Om­buds­mann von Ta­me­dia be­rich­tet an die­ser Stel­le re­gel­mäs­sig über Be­an­stan­dun­gen.

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