Nach­rich­ten Pro­fes­so­rin wehrt sich mit Auf­sichts­be­schwer­de

Tages Anzeiger - - Zürich - (mth)

Die Pro­fes­so­rin des ehe­ma­li­gen In­sti­tuts für As­tro­no­mie an der ETH Zü­rich wehrt sich ge­gen das Kün­di­gungs­ver­fah­ren, das die Hoch­schu­le we­gen an­geb­lich schwer­wie­gen­den Fehl­ver­hal­tens ge­gen sie ein­ge­lei­tet hat. Wie ihr An­walt mit­teil­te, hat die Pro­fes­so­rin ei­ne Be­schwer­de ge­gen das Kün­di­gungs­ver­fah­ren ein­ge­reicht und Auf­sichts­be­schwer­de beim ETH-RAT er­ho­ben. In der Be­schwer­de wird dem Eth-prä­si­den­ten vor­ge­wor­fen, die Ver­fü­gung oh­ne vor­he­ri­ge An­hö­rung der Be­trof­fe­nen er­las­sen zu ha­ben. Er ha­be da­mit ge­gen den Grund­satz ver­stos­sen, dass be­hörd­li­che An­ord­nun­gen erst nach An­hö­rung der Be­trof­fe­nen ver­fügt wer­den dür­fen. Zu­dem stüt­ze sich die ETH auf ei­nen «of­fen­sicht­lich un­ge­nü­gen­den» Schluss­be­richt der Ad­mi­nis­tra­ti­v­un­ter­su­chung. Zwei Jah­re herrsch­te Dis­har­mo­nie in der re­for­mier­ten Kir­che Fällanden. Zwei Pfar­re­rin­nen strit­ten sich um die Ar­beits­tei­lung, die Kir­chen­pfle­ge griff ein, ein Coa­ching or­te­te de­ren Füh­rungs­män­gel. Ge­gen die Kir­chen­pfle­ge, des­sen Prä­si­den­ten Huld­rych Tho­mann so­wie ge­gen ein wei­te­res Mit­glied wur­de ein Ad­mi­nis­tra­tiv­ver­fah­ren er­öff­net. Bei­de wur­den sus­pen­diert.

Nun liegt der Un­ter­su­chungs­be­richt der ex­ter­nen Ju­ris­ten vor. Sie ent­las­tet die Kir­chen­pfle­ge und de­ren Mit­glie­der, wie die re­for­mier­te Kir­che des Kan­tons Zü­rich in ei­ner Mit­tei­lung schreibt. So­mit darf Tho­mann sei­ne Prä­si­den­ten­tä­tig­keit auf An­fang 2019 wie­der auf­neh­men.

Huld­rych Tho­mann wur­de vor­ge­wor­fen, er ha­be mit sei­nem Füh­rungs­stil die Kirch­ge­mein­de ge­spal­ten. Der ehe­ma­li­ge Fran­zö­sisch­leh­rer war vor sei­ner Tä­tig­keit als Kirch­ge­mein­de­prä­si­dent Pro­rek­tor am Li­ter­ar­gym­na­si­um Rä­mi­bühl, Vor­ste­her der Zunft Hot­tin­gen und Prä­si­dent der SVP Fällanden ge­we­sen. Tho­manns Ak­tio­nen in der Kirch­ge­mein­de aber wa­ren um­strit­ten und hat­ten für Un­frie­den ge­sorgt.

Dro­hun­gen ge­gen Pfar­re­rin

So hat­te er bei­spiels­wei­se im «Chi­le­brief» pu­blik ge­macht, dass ei­ne der Pfar­re­rin sich wei­ge­re, ih­re Ar­beits­stun­den zu er­fas­sen. In der Fol­ge wur­de die Pfar­re­rin wie­der­holt be­lei­digt und er­hielt Dro­hun­gen. An ei­ner Kirch­ge­mein­de­ver­samm­lung ver­bat Tho­mann Verun­glimp­fun­gen, schritt aber nicht ein, als ge­gen die Pfar­re­rin sol­che ge­äus­sert wur­den. Huld­rych Tho­mann selbst hat die Vor­fäl­le in der Ver­gan­gen­heit mehr­mals als «auf­ge­bauscht» be­zeich­net.

Der Be­richt der Ju­ris­tin ist um­fang­reich. Er legt dar, dass es in der Kirch­ge­mein­de und in der Kir­chen­pfle­ge in «un­ter­schied­li­chen Be­rei­chen ei­ne Viel­zahl von De­fi­zi­ten» ge­ge­ben ha­be.

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