La­wi­nen for­dern wei­te­re Op­fer

In Ös­ter­reich sind drei Ski­wan­de­rer bei ei­nem La­wi­nen­ab­gang ums Le­ben ge­kom­men. In der Schweiz sind meh­re­re Fahr­zeu­ge von ei­ner La­wi­ne ver­schüt­tet wor­den.

Tages Anzeiger - - Vorderseite -

Die La­wi­nen­ge­fahr hat in den letz­ten Ta­gen im ge­sam­ten Al­pen­raum deut­lich zu­ge­nom­men. Ges­tern ka­men im ös­ter­rei­chi­schen Lech drei deut­sche Ski­wan­de­rer bei ei­nem La­wi­nen­ab­gang ums Le­ben. In den fran­zö­si­schen Al­pen star­ben zwei Pis­ten­wär­ter beim Ver­such, ei­ne La­wi­ne vor­sorg­lich zu spren­gen. In ei­nem deut­schen Win­ter­sport­ort im All­gäu sit­zen nach ei­ner La­wi­ne 1300 Ein­woh­ner und Tou­ris­ten fest. In der Schweiz ist we­gen ei­ner La­wi­ne die Stras­se zwi­schen An­der­matt und Re­alp im Kan­ton Uri bis auf wei­te­res ge­sperrt. Die Rhä­ti­sche Bahn hat meh­re­re Li­ni­en ein­ge­stellt. Das In­sti­tut für Schnee­ und La­wi­nen­for­schung hat die La­wi­nen­ge­fahr in ein­zel­nen Ge­bie­ten auf die höchs­te Stu­fe an­ge­ho­ben.

Der ex­tre­men Wet­ter­la­ge in die­sem Win­ter sind wei­te­re Men­schen zum Op­fer ge­fal­len: Im ös­ter­rei­chi­schen Lech ka­men drei deut­sche Ski­wan­de­rer bei ei­nem La­wi­nen­ab­gang ums Le­ben. Ein vier­ter Deut­scher wur­de noch ver­misst, wie die Po­li­zei ges­tern be­rich­te­te. Nach An­ga­ben der ös­ter­rei­chi­schen Po­li­zei wa­ren die vier Deut­schen am Sams­tag von ei­ner La­wi­ne er­fasst und ver­schüt­tet wor­den, als sie zu ei­nem Ta­ges­aus­flug per Ski un­ter­wegs wa­ren. Die Lei­chen von drei Män­nern im Al­ter von 32, 36 und 56 Jah­ren wur­den am Sams­tag­abend ge­fun­den. Der vier­te Deut­sche – ein 28-Jäh­ri­ger – wur­de ges­tern noch ver­misst.

In Bay­ern ist nach ei­nem La­wi­nen­ab­gang der Win­ter­sport­ort Bal­der­schwang im Ober­all­gäu seit ges­tern von der Aus­sen­welt völ­lig ab­ge­schnit­ten. Der Ried­berg­pass wur­de bis auf wei­te­res ge­sperrt. Rund 1300 Ein­woh­ner und Tou­ris­ten sit­zen nach An­ga­ben der Po­li­zei Oberst­dorf im Ort fest, die Ver­sor­gung sei je­doch ge­si­chert. Im Ski­ort Mo­ril­lon in den fran­zö­si­schen Al­pen ka­men ges­tern zwei Pis­ten­wär­ter ums Le­ben, die vor­sorg­lich ei­ne La­wi­ne spren­gen woll­ten. Nach An­ga­ben der Berg­ret­tung lös­ten sie den Spreng­stoff ver­se­hent­lich zu früh aus.

Im Kan­ton Uri hat ges­tern ei­ne La­wi­ne vier Fahr­zeu­ge auf der Stras­se zwi­schen Ho­spen­tal und Re­alp ver­schüt­tet. Die Fahr­zeu­ge sei­en teil­ver­schüt­tet wor­den, konn­ten aber in kur­zer Zeit aus dem Schnee be­freit wer­den. Die In­sas­sen konn­ten da­nach selbst aus­stei­gen und wei­ter­fah­ren. Die Auf­räum­ar­bei­ten dürf­ten aber län­ge­re Zeit in An­spruch neh­men. Der Au­to­ver­lad am Fur­ka wur­de ein­ge­stellt. In Grau­bün­den muss- te ges­tern die Rhä­ti­schen Bahn auf meh­re­ren Stre­cken den Ver­kehr ein­stel­len.

Es schneit hef­tig wei­ter

Bis Mon­tag­abend fal­len vom öst­li­chen Ber­ner Ober­land bis in den Alpstein, im nörd­li­chen Ober­wal­lis und in der Sil­vret­ta wei­te­re 60 bis 100 cm Schnee, heisst es in ei­ner Mit­tei­lung des In­sti­tuts für Schnee- und La­wi­nen­for­schung (SLF) von ges­tern. Das SLF hob des­halb die La­wi­nen­ge­fahr in fol­gen­den Ge­bie­ten auf die höchs­te Stu­fe 5 an: En­gel­berg, Gad­mer­tal, Glar­ner Voral­pen, Grim­sel­pass, Gr­in­del­wald, Gut­tan­nen, Has­li­berg-ro­sen­laui, Jung­frau-schil­t­horn, Lau­ter­brun­nen, Lin­thal, Ma­de­ra­ner­tal, Mei­en­tal, Melch­tal, Muo­ta­tal, nörd­li­ches Urs­ern­tal, Schreck­horn, Schä­chen­tal, Sernf­tal, Uri Rot­s­tock, west­li­che Sil­vret­ta, öst­li­che Sil­vret­ta. Im Nord­os­ten der Schweiz lie­ge ver­brei­tet das 1,5bis 2-Fa­che der sonst üb­li­chen Schnee­men­gen. Es wür­den des­halb vie­le, zum Teil ex­trem gros­se La­wi­nen er­war­tet.

Fo­to: Kan­tons­po­li­zei Uri

Die Fur­ka­stras­se wird vom Schnee be­freit.

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