Pro­fes­so­ren sol­len Füh­rungs­kur­se be­su­chen

Tages Anzeiger - - Zürich -

Der neue ETH-PRÄ­si­dent Jo­ël Me­sot re­agiert auf die Fäl­le von Macht­miss­brauch durch Pro­fes­so­ren an der ETH Zü­rich und an Uni­ver­si­tä­ten, die in den letz­ten Mo­na­ten pu­blik ge­wor­den sind. «Ich möch­te, dass al­le Pro­fes­so­ren Per­so­nal­füh­rungs­kur­se be­su­chen», sag­te er in ei­nem In­ter­view mit der «NZZ am Sonn­tag». «In die­se Rich­tung ent­wi­ckeln wir neue Mo­del­le in­ner­halb der Hoch­schu­le.» Er ha­be sol­che Kur­se be­reits als Di­rek­tor am Paul-scher­rer-in­sti­tut ein­ge­führt.

Me­sot, der die ETH seit An­fang Jahr lei­tet, steht mit dem Ruf nach mehr Füh­rungs­aus­bil­dung an Hoch­schu­len nicht al­lein da. Am Frei­tag ha­ben die Rek­to­ren der Schwei­zer Uni­ver­si­tä­ten Mass­nah­men dis­ku­tiert, um die Füh­rungs­kom­pe­tenz der Pro­fes­so­ren zu ver­bes­sern, schreibt die Sonn­tags­zei­tung wei­ter. Mi­cha­el Hen­gart­ner, Prä­si­dent des Hoch­schul­ver­bands Swiss­uni­ver­si­ties und Rek­tor der Uni­ver­si­tät Zü­rich, sagt: «Es be­steht ein gros­ses In­ter­es­se an ei­nem na­tio­nal ko­or­di­nier­ten An­ge­bot für Ma­nage­ment­füh­rung an Uni­ver­si­tä­ten.»

Pro­fes­so­ren sei­en zwar gu­te For­scher und Leh­rer, doch das Füh­ren lern­ten sie heu­te noch zu oft durch Ver­such und Irr­tum, sag­te Hen­gart­ner wei­ter. «Ei­ne pro­fes­sio­nel­le Füh­rungs­aus­bil­dung wä­re da­her sehr hilf­reich.» Die Uni­ver­si­tä­ten Zü­rich und St. Gal­len si­gna­li­sier­ten Be­reit­schaft, ein sol­ches An­ge­bot auf­zu­bau­en.

An­ge­spro­chen auf die Miss­brauchs­fäl­le an der ETH, sag­te Me­sot im In­ter­view: «Se­hen Sie, an der ETH ar­bei­ten hoch­in­tel­li­gen­te Men­schen zu­sam­men, Do­zie­ren­de wie Stu­die­ren­de. Sie al­le sind er­folgs­ge­trie­ben.» Das sei ei­ne Si­tua­ti­on, die man gut steu­ern müs­se.

ETH für al­le Ma­tu­ran­den

Im wei­te­ren will Me­sot, dass die ETH auch künf­tig al­len Ma­tu­ran­den aus der Schweiz of­fen­steht. «Die gym­na­sia­le Ma­tu­ri­täts­quo­te in der Schweiz ist mit rund 20 Pro­zent be­reits sehr tief. Und schon heut sinkt der An­teil der Stu­die­ren­den, die aus nicht uni­ver­si­tä­ren Fa­mi­li­en stam­men.» Wür­de die ETH zu­sätz­li­che Hür­den ein­bau­en, be­stün­de die Ge­fahr, dass es für die Jun­gen aus bil­dungs­fer­nen Fa­mi­li­en noch schwie­ri­ger wür­de. Me­sot strebt al­ler­dings an, die Aus­fall­quo­te im ers­ten Jahr an der ETH von heu­te 35 Pro­zent zu sen­ken. «Dar­um bie­ten wir in Zu­kunft Vor­ge­sprä­che für an­ge­hen­de Stu­den­ten an.

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