Po­li­zei darf neu ge­gen stal­ken­de Nach­barn vor­ge­hen

Kan­tons­rat Po­li­zei­li­che Kon­takt- und Rayon­ver­bo­te sind im Kan­ton Zü­rich künf­tig auch mög­lich, wenn Tä­ter und Op­fer kei­ne Be­zie­hung ha­ben.

Tages Anzeiger - - Vorderseit­e - Li­lia­ne Mi­nor

Wenn ei­nem der Nach­bar im­mer wie­der Zet­tel mit un­flä­ti­gen Wor­ten in den Brief­kas­ten legt, wenn der Ex den neu­en Part­ner sei­ner Ver­flos­se­nen mit SMS be­läs­tigt, dann sind der Po­li­zei im Kan­ton Zü­rich der­zeit die Hän­de ge­bun­den. An­ders in be­ste­hen­den oder auf­ge­lös­ten Paar­be­zie­hun­gen: In die­sem Fall kann die Po­li­zei schon heu­te den Tä­ter für 14 Ta­ge mit ei­nem Kon­takt- oder Rayon­ver­bot be­le­gen oder ihn wenn nö­tig aus der Woh­nung wei­sen.

Ab dem 1. Ju­li 2020 soll die Po­li­zei nun auf glei­che Wei­se ge­gen Stal­ker vor­ge­hen kön­nen, die nie ei­ne Be­zie­hung zum Op­fer hat­ten. Der Zürcher Kan­tons­rat hat sich ges­tern gross­mehr­heit­lich mit ei­ner ent­spre­chen­den Ge­set­zes­än­de­rung ein­ver­stan­den ge­zeigt – ein­zig die Grü­nen, ein Teil der AL so­wie ein­zel­ne Svp-par­la­men­ta­ri­er spra­chen sich ge­gen die Er­wei­te­rung der po­li­zei­li­chen Kom­pe­ten­zen aus. Stal­king sei kein Ka­va­liers­de­likt, fan­den die Be­für­wor­ter, der Lei­dens­druck für die Op­fer sei oft sehr hoch. Die Geg­ner ar­gu­men­tier­ten, die Op­fer könn­ten schon heu­te bei den Be­zirks­ge­rich­ten Schutz­mass­nah­men wie Kon­takt­ver­bo­te und der­glei­chen be­an­tra­gen.

Auch der Weg über die Be­zirks­ge­rich­te wird ab dem 1. Ju­li ein­fa­cher, das hat das Bun­des­par­la­ment schon vor ei­nem Jahr be­schlos­sen. Un­ter an­de­rem dür­fen die Ge­rich­te den Op­fern kei­ne Kos­ten mehr auf­er­le­gen.

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