Zahl der In­fi­zier­ten steigt sprung­haft an

Tages Anzeiger - - Vorderseit­e -

Co­ro­na­vi­rus In Chi­na sorgt ein neu­es Sys­tem zur Zäh­lung von In­fek­ti­ons­fäl­len für Ver­wir­rung. Die Zahl neu­er In­fek­tio­nen mit dem Co­ro­na­vi­rus ver­sie­ben­fach­te sich im Ver­gleich zu den Ta­gen da­vor: Rund 15 000 Fäl­le ka­men in Fest­land-chi­na hin­zu. Lan­des­weit stieg die Zahl der Fäl­le auf fast 60 000. Die Zahl der To­des­fäl­le er­höh­te sich auf mehr als 1300. Die Eu-ge­sund­heits­mi­nis­ter ha­ben sich der­weil bei ei­nem Son­der­tref­fen in Brüs­sel dar­auf ge­ei­nigt, dass Pas­sa­gie­re aus Ge­bie­ten mit dem Co­ro­na­vi­rus bei der Ein­rei­se nach Eu­ro­pa dem­nächst nach mög­li­chen In­fek­ti­ons­ri­si­ken be­fragt wer­den kön­nen. Bis­her gibt es in Eu­ro­pa nur we­ni­ge Fäl­le – in Deutsch­land sind es 16, in Frank­reich 11.

In­do­ne­si­en Es klingt, als ver­ei­ne der Staat die In­seln der Se­li­gen. Ja­kar­ta hat bis­lang kei­nen ein­zi­gen Co­ro­na­vi­rus-fall ge­mel­det. Ganz an­ders als die um­lie­gen­den Staa­ten, wo es Dut­zen­de Er­krank­te gibt. Thai­land, Ma­lay­sia, Phil­ip­pi­nen, Sin­ga­pur, kei­nes die­ser Län­der blieb ver­schont, wes­halb Ex­per­ten den an­geb­li­chen Null-be­fund in In­do­ne­si­en be­son­ders ver­blüf­fend fin­den. Es wächst die Sor­ge, dass sich längst Men­schen auch in In­do­ne­si­en in­fi­ziert ha­ben, die Fäl­le wo­mög­lich aber gar nicht erst auf­ge­deckt wer­den. In­do­ne­si­ens Ge­sund­heits­sys­tem weist jen­seits der grossen Städ­te und auf ent­le­ge­nen In­seln über­all ge­wal­ti­ge Lü­cken auf.

Ge­sund­heits­mi­nis­ter Te­ra­wan Agus Pu­tran­to stemmt sich ge­gen sol­che Skep­sis und ver­si­chert, sein Land ha­be nichts zu ver­ber­gen. In­zwi­schen wur­de je­doch be­kannt, dass ein chi­ne­si­scher Tou­rist aus Wu­han, der sich vom 22. bis zum 28. Ja­nu­ar noch auf Ba­li auf­ge­hal­ten hat­te, nach dem Rück­flug nach Shang­hai po­si­tiv auf das Vi­rus ge­tes­tet wur­de, wie die «Ja­kar­ta Post» be­rich­te­te. Das Blatt be­ruft sich auf ei­ne of­fi­zi­el­le Qu­el­le in Chi­na, in­do­ne­si­sche Be­hör­den wie­gel­ten in­des ab und nann­ten den Fall ein «Ge­rücht».

Die Sor­gen kon­zen­trie­ren sich nicht al­lein, aber vor al­lem auch auf die be­lieb­te Fe­ri­en­in­sel Ba­li, wo seit Ja­nu­ar ei­ni­ge Tau­send chi­ne­si­sche Tou­ris­ten we­gen ge­can­cel­ter Flü­ge fest­sit­zen. Ei­ni­ge schei­nen so­gar froh dar­über zu sein, denn es er­spart ih­nen erst ein­mal die Rück­kehr in die Vi­ren­ge­bie­te der Hei­mat. Chi­ne­si­sche Ur­lau­ber stel­len nach den Aus­tra­li­ern die zweit­gröss­te Tou­ris­ten-grup­pe auf der tro­pi­schen Vul­kan­in­sel, die auch ger­ne von Us-ame­ri­ka­nern und Eu­ro­pä­ern an­ge­steu­ert wird.

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