«Lich­ter­ket­ten ge­hö­ren zur Weih­nachts­zeit»

Zürcher Unterländer - - Samstag Extra -

IZu­ge­ge­ben, ich ver­die­ne Geld mit Weih­nachts­be­leuch­tun­gen. Doch reicht das, um da­für zu sein? Ich fin­de nicht. Mei­ne Mo­ti­va­ti­on ist pri­mär die mehr­heit­lich po­si­ti­ve Re­ak­ti­on der Be­völ­ke­rung. Im­mer, wenn un­se­re Fir­ma in den Bäu­men der Bül­a­cher Alt­stadt die Lich­ter­ket­ten mon­tiert, mer­ken wir, dass sich die Leu­te auf das Lich­ter­meer freu­en. Beim Auf­bau der Weih­nachts­de­ko­ra­tio­nen in den Ein­kaufs­zen­tren und Ge­schäf­ten blei­ben die Leu­te ste­hen und sind ge­spannt, was wir die­ses Jahr in­sze­nie­ren. Ja, Lich­ter­ket­ten ge­hö­ren zur Weih­nachts­zeit. Klar wä­ren Ker­zen schö­ner, aber in der Pra­xis ist das nicht zu hand­ha­ben.

«Mit fi­li­gra­nen Lich­ter­ket­ten be­stück­te Bäu­me, die an ei­nen Ster­nen­him­mel er­in­nern, sind wun­der­schön.»

Wenn im­mer mög­lich ver­su­che ich, die Kun­den für ei­ne mass- und sinn­vol­le Weih­nachts­be­leuch­tung zu mo­ti­vie­ren. Zum Bei­spiel, dass sie nicht zu früh ein­ge­schal­tet wird. Es reicht, wenn kurz vor dem ers­ten Ad­vent die Lich­ter er­strah­len. Auch mich stört es, wenn Ein­kaufs­zen­tren schon im Ok­to­ber auf Weihnachten ma­chen. Und so­bald sich die Stras­sen und Gas­sen in der Nacht lee­ren, soll­te aus­ge­schal­tet wer­den. Un­nö­ti­ge Licht­ver­schmut­zung ist ein Är­ger­nis und hat nichts mit Weihnachten zu tun. Über­füll­te Pri­vat­gär­ten mit Tie­ren in den un­ter­schied­lichs­ten Far­ben sind gräss­lich. Da­ge­gen sind mit fi­li­gra­nen Lich­ter­ket­ten be­stück­te Bäu­me, die an ei­nen Ster­nen­him­mel er­in­nern, wun­der­schön. We­ni­ger ist mehr! Gut, sind die heu­ti­gen LED-Lich­ter­ket­ten kei­ne Strom­fres­ser mehr. Auch sind sie ex­trem lang­le­big, man spricht bei sorg­fäl­ti­ger Be­hand­lung von bis zu 20 Jah­ren Le­bens­dau­er.

Ich plä­die­re für de­ko­ra­ti­ve Weih­nachts­be­leuch­tun­gen. Wenn ei­ne Ge­mein­de oder ei­ne Stadt ei­ne Be­leuch­tung an­schafft, wird das Pro­jekt lei­der oft tech­nisch und nicht ge­stal­te­risch an­ge­gan­gen. Zu se­hen sind so im­mer wie­der Me­tall­rah­men an Stras­sen­la­ter­nen, die aus­se­hen wie of­fe­ne Schran­ken an Bahn­über­gän­gen. Und wenn sie dann beim Ein­dun­keln ein­ge­schal­tet wer­den, kom­men kalt­weis­se Or­na­men­te zum Vor­schein, die nur mit viel Fan­ta­sie über­haupt et­was mit Weihnachten zu tun ha­ben. Scha­de ums Geld, fin­de ich da. Es gilt: Egal wo, bei Weih­nachts­be­leuch­tun­gen gilt es, re­spekt­voll auf die Um­ge­bung ein­zu­ge­hen und da­für ne­ben Tech­ni­kern auch Gestal­tungs­fach­leu­te bei­zu­zie­hen.

Zu­sam­men­fas­send ge­sagt: Ei­ne schö­ne Weih­nachts­be­leuch­tung soll nicht be­leuch­ten, son­dern leuch­ten, um in der kal­ten und trü­ben Jah­res­zeit die Menschen zu er­freu­en. Sie soll be­rüh­ren. So bin ich voll da­für.

Chris­toph Ha­ge­dorn De­kop­lus, Eglisau

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