«Ir­ri­tie­ren­des aus dem Fuss­ball»

Zürcher Unterländer - - Forum - Tho­mas All­men­din­ger, Glatt­brugg

Zu «Ein per­fek­tes Bei­spiel» Aus­ga­be vom 1. De­zem­ber Über­rascht war ich nicht, nur ir­ri­tiert, als im Un­ter­ti­tel zum Ar­ti­kel über den GC-Fuss­bal­ler Ne­dim Ba­j­ra­mi der Aus­druck «Ge­schäfts­mo­dell» zu fin­den war. Die­ses be­ste­he dar­in, jun­ge Spie­ler aus­zu­bil­den und sie für viel Geld zu ver­kau­fen.

Was ir­ri­tiert dar­an, ja muss ir­ri­tie­ren? Ei­gent­lich soll­te man mei­nen, es ge­he hier um ei­nen Ver­ein und nicht um ei­ne Fir­ma. Ein Ver­ein je­doch soll­te ide­el­len Zwe­cken die­nen – hier Fuss­ball – und nicht kom­mer­zi­el­len. Dass es ju­ris­tisch mög­lich ist, ei­nen Ver­ein als Ak­ti­en­ge­sell­schaft zu be­trei­ben – wie dies bei GC ja der Fall ist –, ist mir schlei­er­haft. Of­fen­sicht­lich ist frei­lich, dass Pro­fi­fuss­bal­ler längst zu Skla­ven de­gra­diert wor­den sind, wel­che un­ter dem Deck­na­men «Spie­ler­trans­fer» ver­kauft und ge­kauft wer­den kön­nen.

Wenn es so wei­ter­geht, wird GC je­doch nicht mehr in der obers­ten Li­ga mit­mi­schen, wenn das neue Fuss­ball­sta­di­on end­lich fer­tig ist, denn da­für ist der Markt in Zü­rich zu klein. Hin­ter dem Sta­di­onun­ter­fan­gen wird dann wohl le­dig­lich noch der Ver­merk ste­hen «ban­ca rot­ta». Kon­se­quen­ter­wei­se ist fer­ner die Fi­fa als rein kom­mer­zi­el­les Un­ter­neh­men zu klas­si­fi­zie­ren, mit Aus­wir­kun­gen auf den Steu­er­an­satz. Dies wie­der­um wird sie ver­mut­lich da­zu be­we­gen, ih­ren Haupt­sitz von Zü­rich nach Ka­tar zu ver­le­gen. Dort winkt oh­ne­hin ein voll­kli­ma­ti­sier­tes Sta­di­on, so­dass der Kli­ma­wan­del be­deu­tungs­los wird.

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