Am­herd kämpft wei­ter um Geld

Vio­la Am­herd setzt auch als Bun­des­rä­tin ih­ren Ge­richts­pro­zess fort, bei dem es um ei­nen ho­hen Geld­be­trag geht.

Zürcher Unterländer - - Schweiz - Fa­bi­an Renz

Über 250 000 Fran­ken sol­len Vio­la Am­herd und ih­re Schwes­ter der Al­piq In­tec West AG zu­rück­zah­len. So ent­schied es ein Ge­richt im Wal­lis vor ei­ni­gen Mo­na­ten – und be­scher­te der CVPPo­li­ti­ke­rin da­mit ei­ne bö­se Nie­der­la­ge. Die Er­ben­ge­mein­schaft Am­herd hat­te dem­nach von der Toch­ter des Al­piq-Kon­zerns über vie­le Jah­re ei­ne zu ho­he Lie­gen­schafts­mie­te ein­ge­zo­gen. Der Fall, über den der «Wal­li­ser Bo­te» erst­mals be­rich­te­te, ist beim Wal­li­ser Kan­tons­ge­richt hän­gig, da die Am­herd-Schwes­tern ge­gen das Ur­teil re­kur­rier­ten.

Fragt sich: Wie ge­denkt Vio­la Am­herd mit der Sa­che jetzt, wo sie als Bun­des­rä­tin ge­wählt ist, um­zu­ge­hen? Ge­mäss Ant­wort der Bun­des­kanz­lei (die bis zu Am­herds Amts­an­tritt al­le An­fra­gen an die Neu­ge­wähl­te be­treut) soll die Pro­zess­ma­schi­ne­rie of­fen­bar un­ver­än­dert wei­ter­lau­fen. Die Er­ben­ge­mein­schaft Am­herd wer­de sich in die­sem Fall wie bis­her vom Ad­vo­ka­ten Ur­ban Car­len ver­tre­ten las­sen.

Dass ein am­tie­ren­des Mit­glied des Bun­des­rats als Pri­vat­per­son vor Ge­richt um ei­nen ho­hen Geld­be­trag strei­tet, ist un­ge­wöhn­lich. Ver­gleich­ba­re Fäl­le sind aus jün­ge­rer Zeit nicht be­kannt. Be­son­ders pi­kant näh­me sich vor die­sem Hin­ter­grund aus, wenn Am­herd Che­fin des Um­welt­und Ener­gie­de­par­te­ments (Uvek) wür­de: Hier trifft sie Ent­schei­de, die für Strom­kon­zer­ne wie Al­piq – der teil­wei­se über­dies der öf­fent­li­chen Hand ge­hört – von un­mit­tel­ba­rer Re­le­vanz sind. «Das lau­fen­de Ver­fah­ren ist kein Hin­de­rungs­grund für die Über­nah­me des Uvek», hält dem­ge­gen­über die Bun­des­kanz­lei fest. Selbst­ver­ständ­lich wer­de sich Am­herd an die «gel­ten­den Aus­stands­pflich­ten» bei Bun­des­rats­ge­schäf­ten hal­ten.

Et­was ent­schärft wird die Kon­stel­la­ti­on al­len­falls da­durch, dass die ehe­ma­li­ge Al­piq In­tec West AG heu­te dem fran­zö­si­schen Bouy­gues-Kon­zern ge­hört. Al­piq ist seit Ok­to­ber auch aus dem Fir­men­na­men ver­schwun­den: Boy­gues Ener­gies & Ser­vices In­tec, so nennt sich Am­herds Ge­gen­spie­le­rin in­zwi­schen. Doch Ge­gen­spie­le­rin bleibt sie, wie sie klar­stellt. «Bouy­gues Ener­gies & Ser­vices gra­tu­liert Frau Am­herd zu ih­rer Wahl zur Bun­des­rä­tin; wahr­lich ein tol­ler Er­folg!», teilt ein Fir­men­spre­cher mit. Am lau­fen­den Ver­fah­ren än­de­re Am­herds Kar­rie­re­sprung aber «nichts».

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