Klo­ten ge­winnt oh­ne Spek­ta­kel

Jo­ren van Pot­tel­berg­he zeigt beim 1:0-Sieg des EHC in Lan­gen­thal ei­nen Shu­tout.

Zürcher Unterländer - - Vorderseite - Ro­land Jauch

Seit Sams­tag­abend ist der letz­te Fleck im Rein­heft des EHC Klo­ten ge­tilgt, nun sind die Ab­stei­ger «sau­ber». In ih­rem 33. Swis­sLe­ague-Spiel ka­men sie zum ers­ten Er­folg über Lan­gen­thal. Die Obe­ra­ar­gau­er wa­ren – mit ei­nem 4:1 und ei­nem 5:4 in den ers­ten zwei Du­el­len – das ein­zi­ge Team ge­we­sen, ge­gen das der EHC noch nicht ge­won­nen hat­te. Nun ist auch das er­le­digt. Auf der Re­sul­tat­ta­fel stand zwar nur ein 1:0 – der Sieg Klo­tens ge­riet ei­gent­lich nie in Gefahr.

Die Par­tie war ein Be­ne­fiz­spiel von Gre­enho­pe zu­guns­ten krebs­kran­ker Kin­der. Bei­de Mann­schaf­ten lie­fen in un­ge­wohn­ten Leib­chen auf. Ob­wohl die Klo­te­ner An­hän­ger von Blau, Weiss und Rot san­gen, trat ihr Team in Grün, Weiss und Rot auf. Das hin­der­te die Mann­schaft nicht am Sieg. Dass Marc Mar­chon der ein­zi­ge Tref­fer ge­lang, ent­behr­te nicht ei­ner ge­wis­sen Lo­gik. Der Stür­mer war wie ge­wohnt aggressiv un­ter­wegs und hat­te in der neun­ten Mi­nu­te mit ei­nem Pfos­ten­schuss Pech. Sein Tref­fer, den Adri­an Wet­li mit kon­se­quen­ter Wühl­ar­beit vor­be­rei­te­te, war der Lohn für das En­ga­ge­ment und be­reits das 12. Sai­son­goal des noch nicht 24-Jäh­ri­gen.

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter er­freut

«1:0-Sie­ge sind die schöns­ten im Eishockey», freu­te sich As­sis­tenz­trai­ner Walt­te­ri Im­mo­nen. Er ist ja schliess­lich auch zu­stän­dig für die Ver­tei­di­ger. Die ge­sam­te De­fen­siv­ab­tei­lung leis­te­te gu­te Ar­beit; sie ge­riet kaum ein­mal rich­tig un­ter Druck. Am ge­fähr­lichs­ten wur­de es aus­ge­rech­net dann, als sich Klo­ten nach vor­ne ori­en­tier­te. Ein­mal brach Fa­bi­an Ganz an der blau­en Li­nie im Po­wer­play der Stock, der Lan­gen­tha­ler Kon­ter en­de­te am Pfos­ten. Ein­mal traf in ähn­li­cher Po­si­ti­on Mar­chon die Schei­be nicht rich­tig.

«Es war ein ko­mi­sches Spiel.» Das sag­ten fast al­le – auch Trai­ner An­dré Rö­the­li. 5:4 hat­te die Schuss­bi­lanz im ers­ten Drit­tel ge­lau­tet. Die­se tie­fen Wer­te wa­ren ei­ner­seits das Re­sul­tat von Lan­gen­t­hals Be­mü­hen, kei­nen Tref­fer zu kas­sie­ren. Klo­ten mi­ni­mier­te das Ri­si­ko eben­falls. «Wir pass­ten uns ihnen zu sehr an», be­fand Ro­ma­no Lemm. «1:0 ha­be ich schon lan­ge nicht mehr ge­won­nen. Aber das Wich­tigs­te sind die drei Punk­te.» Der Match dau­er­te zwar nicht ein­mal zwei St­un­den, bot aber doch sehr we­nig Un­ter­hal­tung für den neu­tra­len Zu­schau­er (wenn es denn den am Sams­tag­abend ge­ge­ben hat un­ter den 2760).

Klo­ten hat mit den zwei letz­ten Sie­gen, den ers­ten im 2019, wie­der in die Spur ge­fun­den. Und spielt noch im­mer nur mit ei­nem Aus­län­der. Ryan MacMur­chy fehlt wei­ter­hin we­gen ei­ner Ge­hirn­er­schüt­te­rung. Mit Patrick Obrist muss­te ein phy­sisch star­ker Cen­ter pas­sen. Aber es reich­te Klo­ten den­noch. Bis zur 50. Mi­nu­te liess Rö­the­li al­le vier Li­ni­en spie­len; erst für die letz­te Pha­se re­du­zier­te er das Per­so­nal. Lan­gen­thal ver­such­te fast zwei Mi­nu­ten lang, den Aus­gleich oh­ne Go­a­lie zu be­werk­stel­li­gen. Jack Combs und Ro­ma­no Lemm ver­pass­ten ei­ni­ge Halb­chan­cen vor dem lee­ren Lan­gen­tha­ler Tor, das muss­te sie aber nicht är­gern. Die Uhr lief für Klo­ten.

Lan­gen­thal war zwar stolz auf ei­ne Leis­tungs­stei­ge­rung ge­gen­über dem Match ge­gen Ol­ten, aber die grosse Ener­gie für die Of­fen­si­ve brach­te die Mann­schaft nicht zu­sam­men. Der ehe­ma­li­ge Lea­der der Swiss Le­ague hat ei­nen un­gu­ten Weg hin­ter sich: Seit dem 24. No­vem­ber hat er nur noch ge­gen Win­ter­thur, Bias­ca und die GCK Li­ons ge­siegt, al­so nur noch ge­gen «Klei­ne» – wie einst Klo­ten auch. Da­mit rutsch­te Lan­gen­thal auf den sechs­ten Rang ab. Von den letz­ten elf Par­ti­en gin­gen nur drei an die Obe­ra­ar­gau­er.

Stets das ers­te Tor er­zielt

Klo­ten hat im neu­en Jahr zwar noch nicht ge­ra­de bril­liert, aber ei­ne für den EHC bei­na­he schon über­ra­schen­de Kon­stanz in ei­ner Dis­zi­plin ge­zeigt: In bis­her al­len fünf Par­ti­en des neu­en Jah­res er­ziel­te der EHC den ers­ten Tref­fer – zu­letzt reich­te das zu den zwei Sie­gen über La Chaux-deFonds und Lan­gen­thal.

Die Wo­che­n­end­run­de brach­te ei­nen Zu­sam­men­schluss an der Ta­bel­len­spit­ze. Ol­ten ver­lor in Win­ter­thur; La Chaux-de-Fonds kas­sier­te mit dem 0:4 vor ei­ge­nem Pu­bli­kum ge­gen Ajo­ie die drit­te Nie­der­la­ge in Fol­ge – das war ei­ne ne­ga­ti­ve Premiere für den ehe­ma­li­gen Lea­der. Zwi­schen Ol­ten und Platz 5 lie­gen nur fünf Punk­te. Wenn Klo­ten in den nächs­ten Matches sei­ne Pflicht­punk­te holt (ge­gen Win­ter­thur und GCK), dann ist ei­ne gu­te Ba­sis ge­legt für ei­nen Platz un­ter den ers­ten vier zum Play­off-Start.

Fo­to: Mar­cel Bie­ri

Ein en­ga­gier­ter Marc Mar­chon er­zielt sein 12. Sai­son­tor für Klo­ten und lässt da­bei Lan­gen­t­hals Go­a­lie Mar­co Ma­this kei­ne Chan­ce.

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