«Ar­mes rei­ches Kilchberg»

Zürichsee-Zeitung (Horgen) - - Region - Lin­da Deiss, Kilchberg

Zur Ab­stim­mung über den Gestal­tungs­plan Bahn­hof­stras­se und die Ge­neh­mi­gung des Bau­rechts­ver­tra­ges mit Co­op vom 25. No­vem­ber Nach der Ge­mein­de­ver­samm­lung vom 18.Sep­tem­ber zum pri­va­ten Gestal­tungs­plan Bahn­hof­stras­se und zum Bau­rechts­ver­trag mit Co­op muss­ten vie­le Kilch­ber­ger sich fra­gen: Kön­nen wir es uns wirk­lich nicht aus ei­ge­ner Kraft leis­ten, et­was rund­um Er­freu­li­ches zu bau­en? Ein Pro­jekt, das nicht nur die Um­welt, son­dern auch das Au­ge, das Mensch­li­che zu­frie­den­stellt? Sind wir auf ei­nen Gross­ver­tei­ler an­ge­wie­sen, den all das gar nicht in­ter­es­siert? Ru­fen wir uns die Aus­sa­gen der Be­für­wor­ter ins Ge­dächt­nis, so scheint es tat­säch­lich der Fall zu sein. Der Ge­mein­de­prä­si­dent gab an­ge­sichts der Op­po­si­ti­on sicht­lich ge­nervt von sich, wenn der Gestal­tungs­plan und das Co­op-Pro­jekt nicht an­ge­nom­men wür­den, wer­de halt nur das Nö­tigs­te ge­macht, wie die Werk­lei­tun­gen. Ein Gar­ten­bau­un­ter­neh­mer, der sich als Rich­ter am Bau­re­kurs­ge­richt zu er­ken­nen gab, droh­te gar, ein Re­kurs ge­gen das Pro­jekt ha­be kei­ne Chan­ce. Da­bei war es ihm wohl nicht be­wusst, dass er we­gen die­ser Äus­se­rung im Re­kurs­ver­fah­ren in den Aus­stand tre­ten müss­te. Und schliess­lich mein­te ei­ne ExGe­mein­de­rä­tin eher na­iv, über die Aus­ge­stal­tung des Pro­jekts lies­se sich si­cher noch mit Co­op dis­ku­tie­ren. Wohl kaum, wenn man die al­le­samt grau­en Klöt­ze an­de­rer Fi­lia­len be­trach­tet.

In Zol­li­kon hat das Volk sich wei­ser und mu­ti­ger ge­zeigt. Dort ist ein ähn­li­ches Pro­jekt des­sel­ben Gross­ver­tei­lers be­reits an der Ge­mein­de­ver­samm­lung ge­schei­tert. Wenn un­ser Kilchberg sich ei­ne auf­wen­di­ge Re­stau­rie­rung des Meier­hüs­lis für 3,9 Mil­lio­nen Fran­ken und mit 72 Pro­zent den nied­rigs­ten Steu­er­fuss des Kan­tons Zü­rich leis­ten kann, dann soll­te auch die ei­gen­hän­di­ge Rea­li­sie­rung ei­nes Pro­jekts die­ser Grös­se mög­lich sein. Dann kön­nen wir nichts an­de­res tun, als die­ses men­schen­un­freund­li­che Pro­jekt und den Gestal­tungs­plan an der Ur­ne ab­zu­leh­nen.

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