Si­cher über die Al­bis­stras­se

Zürichsee-Zeitung (Horgen) - - Vorderseite -

Zwei Fuss­gän­ger­strei­fen que­ren die Stras­se an heik­len Stel­len, je­doch nur tem­po­rär.

Die Fra­ge, wie Kilch­bergs Zen­trum beim Bahn­hof künf­tig aus­se­hen soll, bringt vie­le Kilch­ber­ger da­zu, sich ak­tiv in die Dis­kus­si­on ein­zu­brin­gen, sei es in den Stras­sen Kilch­bergs, sei es in den so­zia­len Me­di­en oder in den Le­ser­brief­spal­ten. Das ist er­freu­lich. We­ni­ger er­freu­lich ist, dass Be­für­wor­ter und Geg­ner des Gestal­tungs­plans Bahn­hof­stras­se nach wie vor Mü­he ha­ben, mit­ein­an­der ins Ge­spräch zu kom­men.

Vor die­sem Hin­ter­grund war es ei­ne gu­te Idee, zu ei­nem ge­mein­sa­men Dis­kus­si­ons­abend ein­zu­la­den. Die­ser hat statt­ge­fun­den, es wur­de auch durch­aus en­ga­giert dis­ku­tiert, doch die Be­für­wor­ter blie­ben fern. Dar­um ist das Vor­ha­ben bei al­lem gu­ten Wil­len gründ­lich schief­ge­gan­gen. Fragt sich: War­um? Ganz ein­fach: Mit der EVP hat der fal­sche Ak­teur ein­ge­la­den. Es wä­re, mit Ver­laub, am Ge­mein­de­rat ge­we­sen, noch ein­mal die Hand aus­zu­stre­cken. Nicht an der Klein­par­tei, de­ren Rol­le in der gan­zen De­bat­te nicht klar ist mit dem Wech­sel von der Be­für­wor­te­rin zur Geg­ne­rin zur Brü­cken­baue­rin.

Der Ge­mein­de­rat und mit ihm die gros­sen Par­tei­en Kilch­bergs stel­len sich auf den Stand­punkt, die Zeit der Dis­kus­sio­nen sei vor­bei. For­mell mag das stim­men. Seit zehn Jah­ren hat sich der Ge­mein­de­rat für die Zen­trum­s­ent­wick­lung ein­ge­setzt, und da­mit ist nur die ak­tu­el­le Pla­nungs­run­de ge­meint. Es gab ei­nen In­for­ma­ti­ons­abend, es gab die Mög­lich­keit, Ein­wen­dun­gen zu ma­chen, ein Teil da­von wur­de be­rück­sich­tigt. So ge­se­hen ist die Vor­la­ge reif für die Ab­stim­mung. Das Er­fül­len der for­ma­len Kri­te­ri­en ge­nügt in die­sem für Kilchberg so wich­ti­gen Fall aber nicht. Der Ge­mein­de­rat ver­mit­telt den An­schein, er ha­be sei­ne Pflicht er­füllt. Das hat er, und mehr als das. Aber Über­zeu­gungs­ar­beit müss­te er auch leis­ten. Sonst droht ein Scher­ben­hau­fen. Denn die Geg­ner sind mit Herz­blut da­bei.

Ei­ne klä­ren­de Dis­kus­si­on im Vor­feld der Ab­stim­mung hat nicht statt­ge­fun­den. Klä­rung wird nun erst der Ab­stim­mungs­sonn­tag vom 25. No­vem­ber brin­gen. Dass da al­les mög­lich ist, hat das knap­pe Re­sul­tat an der Ge­mein­de­ver­samm­lung im Sep­tem­ber ge­zeigt.

Si­byl­le Sa­xerRe­dak­to­rin

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