Wild­nis­park büsst Bi­ker

Zürichsee-Zeitung (Horgen) - - Vorderseite - Pas­cal Jäg­gi

SIHLWALD Wer in der Kern­zo­ne des Sihl­walds mit dem Ve­lo oder dem Ross auf dem fal­schen Weg un­ter­wegs ist, wird zur Kas­se ge­be­ten. 530 Fran­ken kos­ten Bus­se und Ge­büh­ren. 15 Per­so­nen hat der Statt­hal­ter 2018 so ab­ge­straft.

SIHLWALD Nun wird es ernst im Sihlwald: 2018 gab es zum ers­ten Mal Bus­sen ge­gen Bi­ker und Rei­ter, die sich auf ver­bo­te­nen Pfa­den be­weg­ten. Das dürf­te sich noch zu­spit­zen, wenn nächs­tes Jahr die be­lieb­te Bach­te­l­en­stras­se ge­sperrt wird.

Velo­fah­ren kann teu­er wer­den. 250 Fran­ken zah­len Bi­ker, aber auch Rei­ter, wenn sie heu­te im Sihlwald an der fal­schen Stel­le un­ter­wegs sind. Das ist gleich teu­er, wie bei Rot über ei­ne Kreu­zung zu fah­ren und da­bei ge­blitzt zu wer­den. Jetzt zeigt sich: Die Wild­nis­park-Ran­ger mah­nen nicht mehr nur, son­dern zei­gen auch Velo­fah­rer an. Meh­re­re Po­li­ti­ker aus der Re­gi­on be­rich­ten ge­gen­über der «Zü­rich­seeZei­tung», dass es ver­mehrt An­zei­gen ge­gen Fehl­ba­re ge­ge­ben ha­ben soll. Da­bei sol­len die An­ge­zeig­ten mehr als 500 Fran­ken be­zahlt ha­ben. Statt­hal­ter Ar­min St­ein­mann (SVP) be­stä­tigt, in die­sem Jahr bis­her 15 Ver­fah­ren ge­führt zu ha­ben.

Be­son­ders auf­fäl­lig da­bei: In frü­he­ren Jah­ren hat der Statt­hal­ter kein ein­zi­ges Ver­fah­ren ge­führt. Dass Fehl­ba­re 500 Fran­ken oder mehr nur für ei­ne Bus­se be­zahlt ha­ben, kann er nicht be­stä­ti­gen. Das Ver­ge­hen wer­de mit ei­ner Bus­se von 250 Fran­ken be­straft. Al­ler­dings dür­fen die Ge­büh­ren nicht ver­ges­sen wer­den. So kön­nen auch die 530 Fran­ken er­klärt wer­den, die ein Ge­büss­ter zah­len muss­te: 250 Fran­ken Bus­se, 250 für Ge­büh­ren und 30 Fran­ken für ge­mach­te Fo­tos.

Po­li­zei un­ter­stützt

Der Ablauf der Ver­fah­ren ist et­was kom­pli­ziert. Die Ran­ger des Wild­nis­parks er­stat­ten An­zei­ge, wie Mar­tin Kil­chen­mann, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­ant­wort­li­cher des Wild­nis­parks, er­klärt. Die An­zei­gen wer­den von der Po­li­zei auf­ge­nom­men und an den Statt­hal­ter wei­ter­ge­lei­tet. Nach Mög­lich­keit un­ter­stützt die Po­li­zei ent­spre­chen­de Kon­trol­len. So hat die Kan­tons­po­li­zei 2018 an zwei Ak­tio­nen im Sihlwald teil­ge­nom­men, die zu­sam­men mit Ge­mein­de­po­li­zei­en und den Ran­gern durch­ge­führt wur­den, wie Ka­po-Me­dien­spre­cher Ralph Hirt sagt.

Bei den Ver­stös­sen han­delt sich nicht um Fäl­le, die mit ei­ner ein­fa­chen Ord­nungs­bus­se ab­ge­han­delt wer­den. Der Tat­be­stand lau­tet «Un­be­rech­tig­tes Be­fah­ren von Land­schafts­schutz­ge­biet» be­zie­hungs­wei­se Miss­ach­ten der Ver­bots­ta­fel, die auf die Zo­ne hin­weist, in der das Bi­ken oder das Rei­ten ver­bo­ten sind.

To­le­ranz bei neu­er Sper­rung

Mar­tin Kil­chen­mann vom Wild­nis­park kann in ei­ner ers­ten Re­ak­ti­on noch nicht be­stä­ti­gen, dass die Ran­ger zu­letzt ver­mehrt Velo­fah­rer und Rei­ter kon­trol­liert und an­ge­zeigt ha­ben. Re­gel­mäs­si­ge Kon­trol­len in der Kern­zo­ne ge­be es schon län­ger. Mit den Re­cher­chen der ZSZ kon­fron­tiert, muss Kil­chen­mann zu­ge­ben, dass er da­von kei­ne Kennt­nis hat­te. Ob die Ran­ger ei­ne Stra­te­gie­än­de­rung vor­ge­nom­men ha­ben, konn­te der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­ant­wort­li­che ges­tern nicht in Er­fah­rung brin­gen. Kil­chen­mann be­tont al­ler­dings, dass es den Ran­gern vor al­lem um Auf­klä­rung ge­he. Wenn je­mand zum ers­ten Mal be­ob­ach­tet wer­de, wer­de der Person er­klärt, war­um an die­ser Stel­le das Velo­fah­ren nicht er­laubt sei. An­zei­gen ge­be es in der Re­gel erst, wenn die­sel­be Person mehr­fach er­wischt wor­den sei. Wenn ab Ja­nu­ar vor­aus­sicht­lich ein Teil der Bach­te­l­en­stras­se ge­sperrt wer­de, wer­de das nicht an­ders sein. Der Wild­nis­park wol­le klar kom­mu­ni­zie­ren, was sich dann än­de­re. Zu Beginn wür­den die Ran­ger ver­mehrt auf die­sem Ab­schnitt an­zu­tref­fen sein, so Kil­chen­mann. Doch auch da­bei ge­he es in ers­ter Li­nie nicht um Be­stra­fung, son­dern dar­um, den Sinn der Mass­nah­me zu er­klä­ren.

Fo­to: Patrick Gu­ten­berg

Bis zu 530 Fran­ken muss­ten Velo­fah­rer und Rei­ter schon zah­len, weil sie auf für sie ge­sperr­ten We­gen im Sihlwald un­ter­wegs wa­ren. Die Schon­zeit ist wohl vor­bei.

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