2018 ka­men mehr Bu­ben als Mäd­chen zur Welt

Zürichsee-Zeitung (Horgen) - - Vorderseite - Fa­bi­en­ne Senn­hau­ser

GE­BUR­TEN 1204 Ba­bys ka­men im Be­zirk Hor­gen letz­tes Jahr zur Welt. Wäh­rend das See-Spi­tal mehr Ge­bur­ten denn je ver­zeich­ne­te, re­gis­trier­te das Pa­ra­cel­su­s­Spi­tal Rich­ters­wil ei­nen Rück­gang.

507 Kin­der er­blick­ten 2018 im Pa­ra­cel­sus-Spi­tal Rich­ters­wil das Licht der Welt. Das sind 128 Ge­bur­ten we­ni­ger als im Re­kord­jahr 2017. Für Spi­tal­di­rek­tor Jens We­ber ist dies je­doch kein Grund zur Sor­ge: «Wir ha­ben ei­ne Ver­rin­ge­rung der Ge­bur­ten­zah­len er­war­tet, da ja nicht je­des Jahr ei­ne Stei­ge­rung mög­lich ist.» Zu­dem ver­mu­tet We­ber, dass die Pen­sio­nie­rung der lang­jäh­ri­gen Chef­ärz­tin An­ge­la Kuck auch mit ein Grund für den deut­li­chen Rück­gang der Ge­bur­ten­zahl ist. «Wir ha­ben zwar ein neu­es, kom­pe­ten­tes Team auf­ge­baut. Die­ses braucht be­züg­lich des Auf­baus von Kon­tak­ten und der Re­pu­ta­ti­on aber noch et­was Zeit.» Be­tref­fend das Ge­schlech­ter­ver­hält­nis mach­ten in Rich­ters­wil die Bu­ben (260) ge­gen­über den Mäd­chen (247) das Ren­nen.

Ba­by­boom dank Strom­aus­fall

Auch im See-Spi­tal Hor­gen/ Kilch­berg hat­ten die Kn­a­ben 2018 die Na­se vorn. Bei ins­ge­samt 697 Ge­bur­ten durf­ten sich die El­tern 357-mal über ei­nen Bu­ben freu­en. Im See-Spi­tal wur­de das bis­he­ri­ge Re­kord­jahr 2017 da­mit noch ein­mal um 16 Kin­der über­trof­fen. Ein Re­kord­jahr war 2018 auch für die Spi­tä­ler am rech­ten See­ufer. 2248 Säug­lin­ge wur­den im Spi­tal Zol­li­ker­berg auf die Welt ge­bracht. 1170 Bu­ben stan­den da- bei 1078 Mäd­chen ge­gen­über. In Män­ne­dorf wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 552 Ba­bys ge­bo­ren. Hier über­trumpf­ten die Mäd­chen (278) ganz knapp die Bu­ben (274).

Die Chef­ärz­tin der Gy­nä­ko­lo­gie im Spi­tal Män­ne­dorf, Mar­ga­ret Hüs­ler, kam bei der ge­naue­ren Ana­ly­se der Ge­bur­ten­zah­len zu ei­ner über­ra­schen­den Er­kennt­nis. «Der mit Ab­stand ge­bur­ten­reichs­te Mo­nat im letz­ten Jahr war der Au­gust. Knapp neun Mo­na­te da­vor kam es in Män­ne­dorf und Um­ge­bung gleich mehr­fach zu län­ge­ren Strom­aus­fäl­len.» Hüs­ler und ihr Team ge­hen fest da­von aus, dass die Strom­aus­fäl­le mit ein Grund für den Ba­by­boom im Au­gust wa­ren.

Sek­ti­o­ra­te als An­halts­punkt

Wich­ti­ger als die An­zahl Ge­bur­ten ist für die Spi­tä­ler aber die Kai­ser­schnit­tra­te. «Je tie­fer die Sek­ti­o­ra­te, des­to mehr kom­pli­ka­ti­ons­lo­se Ge­bur­ten gab es», er­klärt Mar­ga­ret Hüs­ler. Die Kai­ser­schnit­tra­te sei da­her ge­wis­ser­mas­sen ein Ab­bild der Team­leis­tung der Ärz­te und Heb­am­men.

Ent­spre­chend stolz ver­kün­det Hüs­ler die 27,5 Pro­zent für das Spi­tal Män­ne­dorf. «Seit 2012 konn­ten wir die Ra­te von da­mals 32 Pro­zent kon­ti­nu­ier­lich sen­ken.» We­ni­ger Kai­ser­schnit­te wur­den am Zü­rich­see ein­zig im Pa­ra­cel­sus-Spi­tal Rich­ters­wil durch­ge­führt. Dort wur­de knapp in je­dem fünf­ten Fall ei­ne Sek­tio an­ge­wen­det. Am höchs­ten ist die Kai­ser­schnit­tra­te am Spi­tal Zol­li­ker­berg. Dort wur­den 2018 36,6 Pro­zent al­ler Ge­bur­ten mit­tels ope­ra­ti­ven Ein­griffs vor­ge­nom­men. Am See-Spi­tal gibt es noch kei­ne Zah­len be­tref­fend die Sek­ti­o­ra­te.

NA­MEN Kurz, mit mög­lichst vie­len Vo­ka­len: Sol­che Na­men sind mo­men­tan in der Schweiz in. Auch die El­tern rund um den Zü­rich­see kön­nen sich die­sen Trends nicht ent­zie­hen.

Die Chan­cen ste­hen gut, dass in künf­ti­gen Schul­klas­sen in den Be­zir­ken Hor­gen und Mei­len meh­re­re Em­mas sit­zen wer­den. Der Na­me ge­hör­te letz­tes Jahr näm­lich zu den be­lieb­tes­ten für Neu­ge­bo­re­ne, wie ei­ne Um­fra­ge bei den Spi­tä­lern in der Re­gi­on zeigt. Im Spi­tal Zol­li­ker­berg et­wa wur­den 11 Mäd­chen von 1078 auf die­sen Na­men ge­tauft. Da­mit la­gen ih­re El­tern voll im Trend, ran­gier­te Em­ma doch in der Deutsch­schweiz von 2011 bis 2017 im­mer auf den ers­ten bei­den Rän­gen. Dies zei­gen die Sta­tis­ti­ken des Bun­des. Da­mit dürf­te «Tan­te Em­ma» wohl bald mehr so alt­ba­cken klin­gen. Im Pa­ra­cel­sus-Spi­tal Rich­ters­wil war bei den Mäd­chen 2018 Elin der be­lieb­tes­te Na­me. Da­bei han­delt es sich um die skan­di­na­vi­sche Va­ri­an­te von He­le­na.

Ein bi­bli­scher Na­me

Ei­ni­ge der klei­nen Mäd­chen, die in Rich­ters­wil auf die Welt ka­men, dürf­ten sich ei­ni­ge Wit­ze über «Ron­ja Räu­ber­toch­ter» an­hö­ren müs­sen, wenn sie äl­ter sind. Aber die ist im­mer­hin ein gu­tes Vor­bild. Zeich­net sich As­trid Lind­grens Kin­der­buch­hel­din doch durch Mut und Cle­ver­ness aus. Bei den Kn­a­ben war Noah in der Deutsch­schweiz von 2014 bis 2017 stets der be­lieb­tes­te Na­me. In der Re­gi­on al­ler­dings schaff­te der alt­tes­ta­men­ta­ri­sche Na­me es nur in Män­ne­dorf un­ter die Top drei. Ob­wohl der Trend all­ge­mein hin zu kur­zen Na­men geht, war der Na­me Alex­an­der in der Zü­rich­see­re­gi­on letz­tes Jahr auch sehr be­liebt. Im Spi­tal Zol­li­ker­berg zum Bei­spiel be­legt er mit 9 Na­mens­ge­bun­gen den ers­ten Platz. Aber viel­leicht pla­nen die El­tern, ih­re Spröss­lin­ge im All­tag kurz und knapp Alex zu ru­fen.

Vo­ka­le sind im Trend

Of­fen­bar ist die En­dung O bei den frisch­ge­ba­cke­nen El­tern um den Zü­rich­see be­liebt: Sie ha­ben ih­re Söh­ne häu­fig Die­go, Mat­teo, Leo oder Ni­no ge­nannt. Wie die Zür­nicht cher Na­mens­for­sche­rin Si­mo­ne Berch­told Schiestl er­klärt, lie­gen vo­kal­rei­che Na­men zur­zeit im Trend. «Na­men, bei de­nen ein Vo­kal an der Sil­ben­gren­ze auf ei­nen wei­te­ren Vo­kal trifft – wie et­wa bei Mi-a oder Ma-tte-o – gel­ten zu­dem als be­son­ders wohl­klin­gend.» Mia schaff­te es hier­zu­lan­de in den letz­ten sechs Jah­ren denn auch stets in die Top zwei der Sta­tis­tik. Und auch Mat­teo war in der glei­chen Zeit im­mer un­ter den elf be­lieb­tes­ten Na­men zu fin­den.

Im Pa­ra­cel­sus-Spi­tal Rich­ters­wil war bei den Mäd­chen 2018 Elin der be­lieb­tes­te Na­me.

Wie be­liebt ein Na­me über die Jahr­zehn­te war, kann man auf fol­gen­der Open­Da­ta­Platt­form nach­schau­en: vor­na­men.open­da­ta.ch .

Ar­chiv­fo­to: Ma­nue­la Matt

1204 Ba­bys er­blick­ten im ver­gan­ge­nen Jahr im Be­zirk Hor­gen das Licht der Welt.

Fo­to: Glenn Po­vey

Fri­da war das ers­te Ba­by, das 2019 am Zü­rich­see das Licht der Welt er­blick­te. Mit der Aus­wahl des zwei­sil­bi­gen, vo­kal­rei­chen Vor­na­mens lie­gen Fri­das El­tern voll im Trend.

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