Ein Arzt wehrt sich, ein an­de­rer tritt ab

Zürichsee-Zeitung (Horgen) - - Region -

Der Brief­wech­sel zwi­schen dem Be­leg­arzt­ver­ein und dem See-Spi­tal wirft ho­he Wel­len. Weil die Brie­fe den Weg zur «NZZ am Sonn­tag» fan­den, tritt der Prä­si­dent des Be­leg­arzt­ver­eins zu­rück. Ein Be­leg­arzt­ver­tre­ter im Stif­tungs­rat des Spi­tals ver­sucht der­weil, die Wo­gen zu glät­ten.

Christoph Ri­ni­ker ist auf­ge­bracht. Der Be­leg­arzt sitzt seit 2017 im Stif­tungs­rat des SeeSpi­tals und war zu­vor Prä­si­dent des Be­leg­arzt­ver­eins See-Spi­tal. Die Be­richt­er­stat­tung der «NZZ am Sonn­tag» sei «ein­sei­tig» und für al­le Mit­ar­bei­ter des Spi­tals «schwer zu ver­dau­en». Der Arzt schreibt auf An­fra­ge: «Es liegt kein Zer­würf­nis vor zwi­schen den Be­leg­ärz­ten und der Spi­tal­lei­tung, viel­mehr sind bei­de Gre­mi­en be­sorgt, dass durch ei­ne ten­den­ziö­se Be­richt­er­stat­tung grund­los der gu­te Ruf der me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung mit per­sön­li­cher Be­treu­ung durch die Be­leg­ärz­te am See-Spi­tal Kilch­berg ge­fähr­det wird.» Er hält in sei­ner Stel­lung­nah­me fest, dass an der Ge­ne­ral­ver­samm­lung der Be­leg­ärz­te 2018 nur fest­ge­stellt wur­vom de, «dass Spar­mass­nah­men und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Lü­cken zu ei­ner Ge­fähr­dung der me­di­zi­ni­schen Be­treu­ung der Pa­ti­en­ten am Stand­ort Kilch­berg füh­ren könn­ten». Von ei­ner Ge­fähr­dung der Pa­ti­en­ten­si­cher­heit sei nie die Re­de ge­we­sen. Der Ar­ti­kel in der «NZZ am Sonn­tag» sei durch ei­ne «un­glück­lich ge­wähl­te For­mu­lie­rung» aus­ge­löst wor­den. Die Brie­fe an den Stif­tungs­rats­prä­si­den­ten, ge­schrie­ben vom heu­ti­gen Prä­si­den­ten des Be­leg­arzt­ver­eins, Chris­ti­an Roth, wei­chen – so be­stä­tigt es der Spre­cher des See-Spi­tals – in ih­rem Wort­laut In­halt der Dis­kus­si­on an der GV des Be­leg­arzt­ver­eins ab. Dass Ri­ni­ker ver­sucht, den Ball flach zu hal­ten, er­staunt nicht. Ri­ni­kers Wahl in den Stif­tungs­rat soll­te nach den Que­re­len im Spi­tal 2015 und 2016 ei­ne Art Neu­an­fang be­deu­ten. «Die Wahl von Christoph Ri­ni­ker ist auch ein Er­geb­nis der Ge­sprä­che zwi­schen Ver­tre­tun­gen von Spi­tal­lei­tung und Be­leg­ärz­te­schaft und Aus­druck der Ent­schlos­sen­heit, das See-Spi­tal ge­mein­sam wei­ter zu ent­wi­ckeln», wur­de die Er­nen­nung Ri­ni­kers da­mals vom SeeSpi­tal kom­men­tiert. Am See-Spi­tal herr­sche «kein Auf­ruhr», schreibt Ri­ni­ker zu den ak­tu­el­len Vor­komm­nis­sen wei­ter. Der jet­zi­ge Prä­si­dent des Be­leg­arzt­ver­eins, Chris­ti­an Roth, ha­ben, denn auch der Ge­sund­heits­di­rek­ti­on ge­gen­über in die­sen Ta­gen an­ge­ge­ben, dass «kei­ne Ge­fähr­dung von Pa­ti­en­ten vor­liegt». Ri­ni­ker schreibt, Roth ha­be ar­gu­men­tiert, dass er sich aber seit lan­gem für ei­ne brei­te­re me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung am Stand­ort Kilch­berg ein­set­ze «und sei­nem emo­tio­na­len Tem­pe­ra­ment ent­spre­chend auch die Wort­wahl emo­tio­nal ge­wählt hat». Chris­ti­an Roth selbst will zur Sa­che nicht mehr viel sa­gen, be­stä­tigt aber, dass Ri­ni­ker im Be­sitz sei­nes Brie­fes an die Ge­sund­heits­di­rek­ti­on ist. Er selbst ha­be sich aus dem Me­di­zin­ge­schäft zu­rück­ge­zo­gen. Kon­kret heisst das: Weil die in­ter­ne Kri­tik an den Stif­tungs­rats­prä­si­den­ten des SeeSpi­tals von ei­ner Dritt­per­son an die NZZ wei­ter­ge­ge­ben wur­de, tritt Roth als Prä­si­dent des Be­leg­arzt­ver­eins zu­rück. Ge­gen­über der ZSZ sagt er da­zu: «So kann man nicht mehr kon­struk­tiv für ein Ziel kämp­fen.»

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