Über­grif­fe nicht er­wie­sen

Die Ge­mein­de Hombrechtikon bud­ge­tiert für 2019 ei­nen Ge­winn von 1,9 Mil­lio­nen Fran­ken. Grund da­für sind die Ein­nah­men aus dem Fi­nanz­aus­gleich. Der Steu­er­fuss soll un­ver­än­dert blei­ben.

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Vorderseite - Re­né Pfis­ter

Ein Mann aus Ad­lis­wil ist de­fi­ni­tiv vom Vor­wurf der Ver­ge­wal­ti­gung frei­ge­spro­chen wor­den. Sei­ne Nich­te hat­te ihn meh­re­rer Über­grif­fe be­zich­tigt, die sich vor rund zehn Jah­ren ab­ge­spielt ha­ben sol­len. Das Zürcher Ober­ge­richt und das Bun­des­ge­richt muss­ten sich je zwei­mal mit dem Fall aus­ein­an­der­set­zen. Ob­wohl ein Psych­ia­ter es für wahr­schein­li­cher hält, dass die Über­grif­fe statt­ge­fun­den ha­ben, als dass die jun­ge Frau ge­lo­gen hat, kom­men die Rich­ter je­weils zu ei­nem Frei­spruch. Die Aus­sa­gen des an­geb­li­chen Op­fers sei­en ins­ge­samt zu we­nig glaub­haft ge­we­sen. paj

Der Vor­an­schlag der Ge­mein­de Hombrechtikon für das kom­men­de Jahr weist ei­nen Er­trags­über­schuss von 1,9 Mil­lio­nen Fran­ken aus, wie der Ge­mein­de­rat be­kannt ge­ge­ben hat. Da­mit strebt die Ge­mein­de erst­mals seit vier Jah­ren wie­der schwar­ze Zah­len an. Für das lau­fen­de Jahr rech­net sie noch mit ei­nem De­fi­zit von rund 350 000 Fran­ken; in den drei Vor­jah­ren va­ri­ier­te das bud­ge­tier­te Mi­nus zwi­schen 1,6 und 2,6 Mil­lio­nen.

Der Grund für die po­si­ti­ve Ent­wick­lung ist der Fi­nanz­aus­gleich, wie Fi­nanz­vor­stand Da­ni­el Wen­ger (FDP) be­stä­tigt. Kon­kret sieht es so aus, dass der Fi­nanz- aus­gleich nächs­tes Jahr knapp 11,6 Mil­lio­nen Fran­ken in die Kas­se spü­len dürf­te. Das sind rund 5,5 Mil­lio­nen mehr als im lau­fen­den Jahr. Für die Be­rech­nung des Fi­nanz­aus­gleichs sind neu­er­dings, wie in al­len Ge­mein­den des Kan­tons, die ak­tu­el­len Bud­gets mass­geb­lich, mit den je­wei­li­gen Steu­er­füs­sen und Steu­er­er­trä­gen. Neh­men die­se ab, kön­nen die Emp­fän­ger­ge­mein­den mit hö­he­ren Bei­trä­gen rech­nen – und um­ge­kehrt.

Sin­ken­de Steu­er­er­trä­ge

Die or­dent­li­chen Steu­er­er­trä­ge in Hombrechtikon wer­den für 2019 auf 24 Mil­lio­nen Fran­ken ver­an­schlagt. Da­mit ge­hen sie im Ver­gleich zum Vor­jahr um rund 1,5 Mil­lio­nen zu­rück. Da­zu kom­men die Grund­stück­ge­winn­steu­ern, die auf 3,6 Mil­lio­nen be­zif­fert wer­den, wo­mit sie eben­falls et­was tie­fer aus­fal­len als im Bud­get fürs lau­fen­de Jahr. Der An­teil der Grund­stück­ge­winn­steu­ern am Steu­er­er­trag liegt nun bei 13 Pro­zent.

Die Steu­er­er­trä­ge sind schon seit 2015 rück­läu­fig, als sie noch 28 Mil­lio­nen er­reich­ten. 2017 bra­chen sie um fast 7 Mil­lio­nen ein, mut­mass­lich auch, weil der in der Zwi­schen­zeit ver­stor­be­ne Un­ter­neh­mer An­dy Rihs die Ge­mein­de ver­liess. Ge­mäss Fi­nanz­vor­stand Wen­ger ist die sin­ken­de Ten­denz auf ver­schie­de­ne Fak­to­ren zu­rück­zu­füh­ren: Da­zu ge­hört ne­ben dem Weg­zug von po­ten­ten Steu­er­zah­lern die Zu­wan­de­rung von we­ni­ger be­gü­ter­ten Leu­ten oder Rent­nern – und vor al­lem der ver­gleichs­wei­se ho­he Steu­er­fuss, der bei 119 Pro­zent liegt und auch 2019 auf die­sem Ni­veau blei­ben soll. Die Be­völ­ke­rungs­zahl nimmt ge­mäss Wen­ger nach wie vor zu und liegt bei rund 9000 Ein­woh­nern.

«Kein Leis­tungs­ab­bau»

Die Fi­nanz­la­ge be­ur­teilt der Ge­mein­de­rat trotz bud­ge­tier­tem Über­schuss nach wie vor als an­ge­spannt. Des­halb will man laut Wen­ger am Spar­kurs fest­hal­ten und bei je­der neu­en In­ves­ti­ti­on ge­nau prü­fen, ob sie wirk­lich nö­tig ist. «Ein Leis­tungs­ab­bau steht aber nicht zur Dis­kus­si­on», be­tont er. Kommt da­zu, dass die Ein­nah­men aus dem Fi­nanz­aus­gleich laut Wen­ger künf­tig nicht mehr so hoch sein dürf­ten wie 2019, wenn auch im­mer noch hö­her als in den Vor­jah­ren. Es sei klar, dass man wei­ter­hin spar­sam mit den Mit­teln um­ge­hen wer­de.

Die In­ves­ti­tio­nen für 2019 wer­den den seit meh­re­ren Jah­ren be­ste­hen­den Pla­fond von vier Mil­lio­nen Fran­ken pro Jahr den­noch über­stei­gen: Sie wer­den auf 8,4 Mil­lio­nen be­zif­fert, wo­von knapp die Hälf­te den Ge­mein­de­wer­ken zu­gu­te­kommt. Da­ne­ben fliesst das Geld vor al­lem in den Bau und Un­ter­halt von Ge­mein­de­stras­sen, wäh­rend im über­nächs­ten Jahr grös­se­re In­ves­ti­tio­nen im Schul­be­reich ge­plant sind. Mit den Mehr­aus­ga­ben wür­den aber vor al­lem auf­ge­scho­be­ne In­ves­ti­tio­nen aus­ge­gli­chen, er­klärt Wen­ger, mit­tel­fris­tig und im Durch­schnitt wol­le man den In­ves­ti­ti­ons­pla­fond von vier Mil­lio­nen ein­hal­ten.

Ar­chiv­fo­to: And­reas Fa­ess­ler

Bes­se­re Aus­sich­ten: In Hombrechtikon geht es mit Blick auf das Ge­mein­de­bud­get wie­der auf­wärts.

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