Vor­run­de un­ter der Lu­pe

96 Par­ti­en ha­ben die neun Dritt­li­gis­ten der Zü­rich­see­re­gi­on in die­ser Sai­son in der Vor­run­de be­strit­ten. Zwei Nach­trags­spie­le ste­hen am Wo­chen­en­de noch aus. Zeit für ein ers­tes Fa­zit.

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Vorderseite -

Eben hat in der 3. Li­ga die Win­ter­pau­se be­gon­nen. Neun Equi­pen kämp­fen in der Zü­rich­see­re­gi­on in die­ser Spiel­klas­se um Punk­te. Nach Ab­schluss der Vor­run­de ha­ben Ver­eins­ver­tre­ter ih­re ei­ge­nen Leis­tun­gen der ver­gan­ge­nen Mo­na­te ana­ly­siert. Zum Teil wur­de die ge­mach­te Ar­beit selbst­kri­tisch be­ur­teilt so wie in Zol­li­kon und Küs­nacht. mw

Kein Team vom Zü­rich­see ziert die Rang­lis­ten­spit­ze der Grup­pe 1, 3 oder 6. Aber: Platz 1 ist na­tür­lich nicht das ein­zi­ge Kri­te­ri­um, um mit der ers­ten Zwi­schen­bi­lanz zu­frie­den zu sein.

Mit ei­nem gu­ten Ge­fühl auf die Hin­run­de schaut Kilch­ber­gRüsch­li­kon-Trai­ner Da­vi­de Mo­li­na­ro, des­sen Team in der Grup­pe 1 mit 20 Punk­ten aus 10 Par­ti­en den 4. Platz be­legt und im FVRZ-Cup noch da­bei ist, zu­rück. «Wir ha­ben uns ge­gen­über dem letz­ten Jahr ent­wi­ckelt und konn­ten er­neut ei­ge­ne Spie­ler er- folg­reich ins Fa­ni­onteam in­te­grie­ren», be­grün­det der Coach sei­ne Zuf­rie­den­heit. Über­mor­gen Sonn­tag be­strei­tet Kilch­ber­gRüsch­li­kon noch ein Nach­trags­spiel ge­gen Ober­rie­den. «Wenn wir die­se Par­tie ge­win­nen, dann wä­re ich mit un­se­ren Leis­tun­gen in den ver­gan­ge­nen Wo­chen so­gar sehr zu­frie­den», fügt der Coach an.

Eben­falls po­si­tiv ge­stimmt ist Trai­ner Da­ni­el Gurt von Wä­dens­wils zwei­ter Mann­schaft, die in der Grup­pe 1 Rang 9 mit 12 Punk­ten aus 10 Spie­len be­legt. «Als Auf­stei­ger mit ei­ner jun­gen Equi­pe sind wir mit un­se­rer Ent­wick­lung zu­frie­den», er­ör­tert er. Co-Trai­ner Tho­mas Krau­er ver­weist zu­dem auf die er­freu­li­che Tat­sa­che, «dass wir durch- schnitt­lich mit 18 Spie­lern trai­nie­ren und da­mit die Trai­nings­in­ten­si­tät hoch­hal­ten kön­nen». Kein Wun­der, konn­te Wä­dens­wil 2 wäh­rend der Vor­run­de so­gar Ta­bel­len­füh­rer Wol­lis­ho­fen schla­gen.

Ei­ne in­ter­es­san­te Ziel­set­zung ver­folgt das Herr­li­ber­ger Fa­ni­onteam in der Grup­pe 6. «Ak­tu­ell steht bei uns die Aus­bil­dung im Vor­der­grund», ver­rät Co-Trai­ner Ben­ja­min Benz. Ein Bei­spiel: In der Par­tie ge­gen Ta­bel­len­füh­rer Wet­zi­kon wech­sel­te Herr­li­berg al­le sechs Feld­spie­ler von der Bank ein, bei Wet­zi­kon da­ge­gen blie­ben vier Ein­wech­sel­spie­ler oh­ne ei­ne Ein­satz­mi­nu­te. «Ein­satz­zei­ten sind für jun­ge Spie­ler sehr wich­tig», hält Benz fest. Ob­wohl die Herr­li­ber­ger nach­hal­ti­ge Zie­le ver­fol­gen, be­le­gen sie mit 20 Punk­ten Rang 4.

Mü­dig­keit nach Cup­fight

Ei­ne Ach­ter­bahn­fahrt der Ge­füh­le hat die Vor­run­de in Mei­len aus­ge­löst. Na­tür­lich war der Be­such des ehe­ma­li­gen mehr­fa­chen Schwei­zer Meis­ters und Cup­sie­gers Ser­vet­te Genf auf der All­mend in der ers­ten Cup-Haupt­run­de der Hö­he­punkt. 810 Zu­schau­er woll­ten den ak­tu­el­len Ta­bel­len­füh­rer der Chal­len­ge Le­ague in Mei­len se­hen. Der Fa­vo­rit setz­te sich 6:0 durch.

Ob­wohl die Geg­ner in der Meis­ter­schaft da­nach nicht mehr das Ka­li­ber von Ser­vet­te Genf auf­wie­sen, fan­den die Mei­le­mer nicht so­fort auf die Sie­ges­stras­se zu­rück. «Nach ei­ner sehr kur­zen Vor­be­rei­tung mit vie­len Ab­we­sen­den und dem frü­hen High­light der Sai­son, dem Cup­spiel ge­gen Ser­vet­te, brauch­te die Mann­schaft zu lan­ge, um sich zu fin­den», blickt Sport­chef Clau­dio Kne­schau­rek zu­rück. Das Team fand am Schluss aber wie­der in die Spur und fei­er­te drei tol­le Sie­ge in Se­rie, so­dass es in der Grup­pe 6 auf Rang 5 vor­rü­cken konn­te. «Wir wol­len im Früh­ling die gu­ten Leis­tun­gen der drei letz­ten Vor­run­den­par­ti­en be­stä­ti­gen», for­dert Trai­ner Va­lon Sy­le­j­ma­ni.

Be­find­lich­kei­ten müs­sen mit der Plat­zie­rung nichts zu tun ha­ben. Das ha­ben wir schon bei Herr­li­berg ge­se­hen. Dies ist auch bei Oet­wil am See der Fall, das in der Grup­pe 6 mit nur acht Punk­ten ei­nen Ab­stiegs­platz (11.) be­legt. «Wir kön­nen so­wohl po­si­ti­ve, Wil­le und Lei­den­schaft, als auch ne­ga­ti­ve, klei­ne Ein­zel­feh­ler, Schlüs­se aus der Hin­run­de zie­hen», äus­sert Trai­ner Jo­sé Al­mei­da. Er und sein Staff se­hen für ihr Team Stei­ge­rungs­mög­lich­kei­ten für die Rück­run­de. «Wenn wir er­fah­re­ner und ab­ge­brüh­ter auf­tre­ten, dann schaf­fen wir den Li­ga­er­halt», meint er.

Auch bei Herr­li­berg 2 (Grup­pe 3) fällt das Fa­zit un­ter­schied­lich aus. «Wenn man auf ei­nem Ab­stiegs­platz über­win­tert, darf man nie zu­frie­den sein», meint Trai­ner Marc Sau­ter. Der Coach er­leb­te in den ver­gan­ge­nen Wo­chen aber auch Er­freu­li­ches: «Das jun­ge Team wuss­te oft zu ge­fal­len. Lei­der fehl­te es uns et­was an Wett­kampf­glück.»

Ein ne­ga­ti­ves Vor­run­den­fa­zit da­ge­gen zie­hen Zol­li­kon (10 Punk­te) und Küs­nacht (3), der Ta­bel­len­dritt­letz­te re­spek­ti­ve Letz­te der Grup­pe 6. Der Zol­li­ker Trai­ner Chris­ti­an Sten­ge­le deckt die Män­gel in sei­nem Team scho­nungs­los auf: «In der De­fen­si­ve konn­ten wir in kei­ner Pha­se über­zeu­gen. Zu vie­le Wech­sel in der Ab­wehr und zu vie­le in­di­vi­du­el­le Feh­ler sind für mich die bei­den Haupt­grün­de. In der Of­fen­si­ve ha­ben wir in den ent­schei­den­den Mo­men­ten die To­re nicht er­zielt.»

Drei un­er­freu­li­che Bi­lan­zen

Für den ehe­ma­li­gen Erst­li­gis­ten Küs­nacht ist mit der de­sas­trö­sen Punkt­aus­beu­te mit nur ei­nem Sieg wäh­rend der ge­sam­ten Vor­run­de der sport­li­che Su­per-GAU ein­ge­trof­fen. Die vom neu­en Trai­ner­ge­spann Ro­ger Feg­b­le und Eren Okur mit­ge­nom­me­nen Spie­ler er­wie­sen sich nicht mehr als Er­gän­zun­gen. Küs­nachts Sport­chef Richard Rie­der übt Selbst­kri­tik: «Wir ha­ben das Leis­tungs­ver­mö­gen des Ka­ders zu op­ti­mis­tisch ein­ge­schätzt. Lei­der hat auch die Trainerlö­sung nicht ge­passt.» Am 17. Ok­to­ber hat Tho­mas Maag, der im FC Wal­li­sel­len über vie­le Jah­re her­vor­ra­gen­de Ar­beit ge­leis­tet hat, Feg­b­le für die drei aus­blei­ben­den Vor­run­den­par­ti­en er­setzt. Der Ver­ein woll­te Maag bis En­de Sai­son be­hal­ten, der 51-Jäh­ri­ge aber sag­te ab. Nun wird ein neu­er Trai­ner ge­sucht.

Auch für Ober­rie­den sieht es in der Grup­pe 1 mit nur zwei Punk­ten un­er­freu­lich aus. Für den Ver­ein ist mo­men­tan aber wich­ti­ger, dass der Fuss­ball­platz in Ober­rie­den ver­brei­tert wer­den kann.

mem/sci/ds/ev/eb/deb/mva/mw

«Wir kön­nen mit durch­schnitt­lich 18 Spie­lern trai­nie­ren und da­mit die Trai­nings­in­ten­si­tät hoch hal­ten.» FC-Wä­dens­wil-2Co-Trai­ner Tho­mas Krau­er

«Wir ha­ben das Leis­tungs­ver­mö­gen des Ka­ders zu op­ti­mis­tisch ein­ge­schätzt.»

Küs­nachts Sport­chef Richard Rie­der

Fo­to: Sa­bi­ne Rock

Die Küs­nach­ter in der Man­gel ih­rer Geg­ner. Hier wird der Küs­nach­ter Ka­de­main Yao von den Herr­li­ber­gern An­drin Lust­gar­ten (Num­mer 4) und Sa­mu­el Daull be­drängt.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.