In­ter­na­tio­na­le Ket­ten rüs­ten in Rap­pers­wil auf

Der Rand der Rap­pers­wi­ler Alt­stadt als Ma­gnet von in­ter­na­tio­na­len Food- und Kaf­fee­ket­ten: Sand­wich-Rie­se Sub­way will in Kürze sei­ne Fi­lia­le er­öff­nen – und Star­bucks hat auf­ge­rüs­tet. Doch die Ket­ten ern­ten auch Kri­tik.

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Zürichsee - Des Sub­way in der Rap­pers­wi­ler Alt­stadt ver­zö­gert sich. Ra­mo­na Nock

Das Sand­wich im Schau­fens­ter ist bis­her das Ein­zi­ge, das die An­kunft der Fast-Food-Ket­te Sub­way an­kün­digt – ein Sand­wich auf ei­nem Pla­kat. «Co­m­ing so­on!» steht zwar dar­auf, aber an­sons­ten sieht das Lo­kal am Ran­de der Rap­pers­wi­ler Alt­stadt leer und ver­las­sen aus. Da­bei woll­te der Sand­wich-Rie­se in Rap­pers­wil be­reits Mit­te Ok­to­ber Fuss fas­sen und ins Lo­kal an der Obe­ren Bahn­hof­stras­se ein­zie­hen.

«Ein span­nen­der Stand­ort»

Die Bau­an­zei­ge für die neue Sub­way-Fi­lia­le war im Au­gust auf­ge­le­gen; Ein­spra­chen gab es ge­mäss Stadt­rat und Bau­chef Tho­mas Fur­rer da­mals kei­ne. Die Ver­zö­ge­run­gen ent­stan­den ge­mäss Fur­rer, weil der Ge­such­stel­ler Un­ter­la­gen nach­rei­chen muss­te und das Bau­be­wil­li­gungs­ver­fah­ren beim Kan­ton nach­träg­lich über die Ko­or­di­na­ti­ons­stel­le ab­ge­wi­ckelt wer­den muss. «Dies war ei­ne For­de­rung ei­ner kan­to­na­len Fach­stel­le», sagt Fur­rer. Da­her daue­re es jetzt noch­mals ein paar Wo­chen, bis die Be­wil­li­gung er­teilt wer­de.

«Un­ser Vor­ha­ben, die Fi­lia­le in Rap­pers­wil schon Mit­te Ok­to­ber zu er­öff­nen, war viel­leicht et­was zu op­ti­mis­tisch», er­klärt Be­ne­dikt Fi­scher, zu­stän­dig für die Ex­pan­si­on von Sub­way in der Ost­schweiz. «Wir hof­fen, un­se­ren Kun­den in Rap­pers­wil An­fang nächs­ten Jah­res war­me Sand­wi­ches an­bie­ten zu kön­nen.» Der Stand­ort Rap­pers­wil, in der Nä­he zur Be­rufs­schu­le und zur Hoch­schu­le, sei für Sub­way span­nend.

Alt­stadt­mix macht es aus

Die Re­ak­tio­nen zum bal­di­gen Ein­zug des Sand­wich-Gi­gan­ten fal­len un­ter­schied­lich aus. Lu­cia Stu­de­rus Wid­mer, Prä­si­den­tin von Ein­kaufs­ziel Rap­pers­wil-Jo­na, ist bald die di­rek­te Nach­ba­rin, denn ihr Rah­me­nate­lier grenzt an den Stand­ort von Sub­way.

Grund­sätz­lich fin­de sie es scha­de, wenn Städ­te we­gen in­ter­na­tio­na­ler La­den- und Re­stau­rant­ket­ten zu­neh­mend ähn­lich da­her­kä­men und «aus­tausch­bar» wür­den, sagt Stu­de­rus Wid­mer. «In Rap­pers­wil-Jo­na hängt das Über­le­ben der De­tail­händ­ler vom rich­ti­gen La­den­mix in der Alt­stadt ab.» So ge­se­hen sei der Sub­way kei­ne Kon­kur­renz zum be­ste­hen­den An­ge­bot.

Am Stand­ort in Rap­pers­wil ist Sub­way in bes­ter Ge­sell­schaft: Die eben­falls in­ter­na­tio­na­le Kaf­fee­ket­te Star­bucks be­treibt dort seit 2006 ein Coffee House.

Zu­rück­hal­tend kri­tisch äus­sert sich Stadt­rat Tho­mas Fur­rer: Auch wenn wohl nie­mand auf die Sub­way-Fi­lia­le ge­war­tet ha­be, kön­ne er ihr auch Po­si­ti­ves ab­ge­win­nen, sagt der städ­ti­sche Bau­chef. Im­mer­hin sei ein Sub­way «bes­ser als ei­ne wei­te­re Ga­le­rie oder ein wei­te­rer E-Zi­ga­ret­ten­La­den». Gut für die Alt­stadt sei zu­min­dest, dass ein län­ge­rer Leer­stand des La­den­lo­kals ver­mie­den wor­den sei.

Gut fin­det Fur­rer auch, dass Sub­way jün­ge­re Leu­te an­zieht, die «viel­leicht bis heu­te noch nie et­was in der Alt­stadt ein­ge­kauft ha­ben».

Ni­schen­La­den hat es schwer

Auch dass das Stadt­bild re­spek­tiert wer­de und die ge­stal­te­ri­schen Ve­rän­de­run­gen nicht gross in Er­schei­nung tre­ten, ist für Fur­rer po­si­tiv. Zu­dem wür­den mit Sub­way auch drei bis vier Ar­beits­plät­ze in der Alt­stadt ge­schaf­fen. «Per­sön­lich hät­te ich mir al­ler­dings lie­ber ei­nen Hand­werks­la­den, ei­nen Tisch­ler, ei­nen Co­mes­ti­ble, ei­nen Kä­se­la­den, ei­nen Cho­co­la­tier, ei­nen Hof­la­den oder sonst et­was Re­gio­na­les, Lo­ka­les oder Hand­werk­li­ches ge­wünscht», sagt er. Fur­rer weiss aber: «Das sind Wün­sche, und meist kann ein sol­cher Ni­schenLa­den we­gen der ho­hen Miet­und Fix­kos­ten nicht exis­tie­ren.»

Der Sub­way in Rap­pers­wil wird – wie die üb­ri­gen rund 50 Fi­lia­len in der Schweiz – von ei­nem Fran­chise­neh­mer be­trie­ben.

Fo­to: Ra­mo­na Nock

Die Er­öff­nung

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