Schwei­zer Frau­en hei­ra­ten viel­fäl­ti­ger

Ex­per­ten er­klä­ren, war­um sich Män­ner und Frau­en in ih­ren Prä­fe­ren­zen un­ter­schei­den, wenn sie aus­län­di­sche Part­ner ehe­li­chen.

Zürcher Unterländer - - Vorderseit­e - Si­mo­ne Lu­chet­ta und Duc-Quang Nguy­en

Wel­che Na­tio­na­li­tä­ten be­vor­zu­gen Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer, wenn sie aus­län­di­sche Part­ner ehe­li­chen? Zah­len vom Bun­des­amt für Sta­tis­tik zei­gen, dass die Prä­fe­ren­zen in ge­mischt-na­tio­na­len Ehen sehr un­ter­schied­lich sind. Wäh­rend Schwei­zer Män­ner Vor­lie­ben für La­ti­nas, Thai­län­de­rin­nen und Frau­en aus Ost­eu­ro­pa zei­gen, sind Schwei­ze­rin­nen bei der Wahl aus­län­di­scher Ehe­part­ner viel­fäl­ti­ger. Ge­mäss dem So­zio­lo­gen Gan­ga Jey Arat­nam sind Män­ner durch die Eman­zi­pa­ti­on der Frau­en ver­un­si­chert und su­chen im Aus­land nach ver­trau­ten Rol­len­bil­dern.

Rund 10 Pro­zent al­ler ver­hei­ra­te­ten Per­so­nen le­ben in ei­ner ge­mischt-na­tio­na­len Part­ner­schaft. Schwei­zer Män­ner hei­ra­ten fast 40-mal öf­ter ei­ne Thai­län­de­rin als Schwei­zer Frau­en ei­nen Thai­län­der. Auch mit Frau­en aus ost­eu­ro­päi­schen Län­dern wie Russ­land, der Slo­wa­kei oder Ru­mä­ni­en gin­gen Schwei­zer in den letz­ten zehn Jah­ren ver­hält­nis­mäs­sig häu­fig ei­ne Ehe ein, wäh­rend das um­ge­kehrt für Schwei­ze­rin­nen deut­lich we­ni­ger galt. Das zeigt ei­ne Ana­ly­se der Zah­len zu ge­mischt-na­tio­na­len Ehen des Bun­des­amts für Sta­tis­tik.

Dass sich Schwei­zer häu­fig für Frau­en aus Ost­eu­ro­pa ent­schei­den, hat laut Paarthe­ra­peut Guy Bo­den­mann auch mit der zu­neh­men­den Part­ner­su­che auf On­line­platt­for­men zu tun: «Män­ner wer­den dort häu­fig auf Frau­en aus Ost­eu­ro­pa auf­merk­sam und ver­bin­den mit ih­nen tra­di­tio­nel­le Part­ner­schafts­vor­stel­lun­gen.» Das­sel­be tref­fe auf Asia­tin­nen zu. «Bei Schwei­zern gibt es das Drei­Re­gio­nen-Phä­no­men. Sie ha­ben ei­ne Vor­lie­be für La­ti­nas, Thai­län­de­rin­nen

und Ost­eu­ro­päe­rin­nen», be­stä­tigt So­zio­lo­ge und So­zi­al­me­di­zi­ner Gan­ga Jey Arat­nam. Er forscht zum Hei­rats­ver­hal­ten im deutsch­spra­chi­gen Raum. Vie­le Schwei­zer Män­ner sei­en stark ver­un­si­chert we­gen der Eman­zi­pa­ti­on der Frau­en: «70 Pro­zent der Schei­dun­gen in der Schweiz wer­den von Frau­en ein­ge­reicht, und je­de vier­te ist kin­der­los, wäh­rend in Ost­eu­ro­pa noch 90 Pro­zent der Frau­en Kin­der ha­ben.

Schwei­ze­rin­nen hin­ge­gen sei­en bei der Wahl aus­län­di­scher Ehe­part­ner viel­fäl­ti­ger. Auf­fal­lend ist aber ei­ne Vor­lie­be für Süd­län­der:

So hei­ra­te­ten sie in den letz­ten zehn Jah­ren mehr als dop­pelt so oft Ita­lie­ner oder Por­tu­gie­sen, als Schwei­zer Män­ner Sü­d­eu­ro­päe­rin­nen ehe­lich­ten. «Süd­län­di­sche Män­ner ste­hen für das Ste­reo­typ der Ver­bin­dung von Emo­tio­na­li­tät mit Männ­lich­keit», so Bo­den­mann. Am gröss­ten ist das Un­gleich­ge­wicht bei den afri­ka­ni­schen Län­dern: Schwei­ze­rin­nen hei­ra­te­ten fünf­mal so oft ei­nen Ägyp­ter und drei­mal häu­fi­ger ei­nen Ni­ge­ria­ner, als Schwei­zer Män­ner Afri­ka­ne­rin­nen zur Frau nah­men. Dass bei Schwei­ze­rin­nen auch Ko­so­va­ren und Tür­ken weit oben ran­gie­ren, liegt ge­mäss Arat­nam dar­an, dass es sich um Ehen von Bür­ge­rin­nen mit ent­spre­chen­dem Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund han­delt.

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